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Mobilfunk

Risiko nicht beim Mast, sondern Endgerät

Landesamt für Umwelt und Telekom informierten in Arnschwang über Immissionen beim Mobilfunk und Notwendigkeit eines Mastes.

Bürgermeister Michael Multerer, Erwin Walch von der Deutschen Telekom und Dr. Thomas Kurz vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (von links nach rechts)
Bürgermeister Michael Multerer, Erwin Walch von der Deutschen Telekom und Dr. Thomas Kurz vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (von links nach rechts) Foto: fgr

Arnschwang.„Nicht beim Mobilfunkmasten, sondern beim Endgerät liegt immer das größere Risiko“ – Dies wurde beim Informationsabend am Dienstag kompetent verdeutlicht. Zur zeitgemäßen Versorgung mit Mobilfunk sucht die Telekom seit längerer Zeit im Ortsgebiet Arnschwang nach geeignetem Standort für Mobilfunksendemasten. Hierzu wurde auch wiederholt bei der Gemeindeverwaltung angefragt.

Um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich zu diesem Thema zu informieren, hatte die Gemeindeverwaltung am Dienstag im Brunner Hof eine Informationsveranstaltung mit einem objektiven Spezialisten vom Bayerischen Landesamt für Umwelt organisiert. Zahlreiche Besucher waren gekommen, um sich über die Thematik informieren zu lassen.

Ein langjähriges Thema

Das Thema Mobilfunk sei laut Bürgermeister Michael Multerer seit Jahren auf dem Plan. Daher habe man zu dieser Infoveranstaltung geladen, um die Bürger auf den momentan entsprechenden Wissensstand zu bringen. Zahlreiche Beschwerden von Gegnern und Befürwortern des Mobilfunks hätte es in der Vergangenheit gegeben. Beim Mobilfunk seien mittlerweile Versorgungslücken entstanden.

Erwin Walch stellte kurz die Interessenslage der Deutschen Telekom vor. Ein Netzausbau sei nötig, da der Bedarf stetig wachse. Telekom suche seit geraumer Zeit nach einem geeigneten Mobilfunkstandort in der Gemeinde, um die Mobilfunkversorgung deutlich zu verbessern und ihr eine zeitgemäße UMTS- bzw. LTE-Versorgung zur Verfügung zu stellen.

Aufgrund des immer weiter wachsenden Mobilfunkverkehrs zeige sich sehr deutlich, dass der Standort Hoher Bogen, von dem Arnschwang bisher versorgt wird, an seine Auslastungsgrenze stoße. Dadurch würde sich die Versorgungssituation in der Gemeinde in den nächsten Jahren deutlich verschlechtern, wenn nicht durch eine weitere Station eine Entlastung geschaffen werden kann. Man sei zum Ergebnis gekommen, dass der Standort auf dem Dach der Schule (der höchste Punkt Arnschwangs) der geeignetste Standort wäre.

Ein optimaler Standort

Die Optionen Kläranlage, Feuerwehrhaus, Hochfelder oder Hochbehälter der Wasserreserve seien nicht geeignet, da es wieder zu großen Versorgungslücken käme. Weitere Möglichkeiten seien ein etwa 30 Meter-Mast am Gelände der Deutschen Telekom unterhalb der Schule sowie das Angebot eines Bürgers in der Nähe der Schule, der sein Hausdach zur Verfügung stellen würde.

Dr. Thomas Kurz vom Bayerischen Landesamt für Umwelt informierte über Standorte von Mobilfunkmasten, Immissionen und Wirkungen von Mobilfunk. Dabei sei zweifelsfrei sicher, dass das größere Risiko nicht der Mobilfunkmast, sondern das Endgerät, also Handy oder Smartphone sei. In einer Powerpoint-Präsentation veranschaulichte er die Strahlrichtungen. Auch auf die Wirkung elektromagnetischer Felder ging er ein. Grenzwerte und Sicherheitsabstände würde die Bundesnetzagentur kontrollieren. Sicherlich seien Restunsicherheiten vorhanden, diese seien aber sehr klein.

Reine Hypothese

Die Behauptung, dass belegt sei, dass Krebserkrankungen in der Nähe von Mobilfunkmasten gehäuft vorkämen, bezeichnete Dr. Kurz als reine Hypothese. In Arnschwang läge man weit unter dem Grenzwert. Auf die Frage, wie man seitens der Schule hinsichtlich eines möglichen Standortes des Handymasten auf der Schule denke, antwortete die Schulleitung, dass für die Kinder entscheidend sei, dass sie während des Unterrichts so wenig wie möglich Strahlung ausgesetzt werden dürften. Es sei daher wahrscheinlich besser, den Masten auf der Schule statt 50 Meter daneben zu haben.

Auf die Frage, was die Telekom unternähme, wenn der Gemeinderat den Standort Schule ablehnen würde, verwies Erwin Walch auf die bereits genannten Optionen Privathaus, Mast auf Vermittlungsstelle oder man unternehme gar nichts. In den nächsten Wochen erwarte die Telekom ein Signal der Gemeinde. (fgr)

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