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Naturschutz

So wichtig ist die Natur für Menschen

Der LBV zieht Bilanz über seine Arbeit im Jahr 2016. Die Klage: Im Chambtal gibt’s keine Wiesenbrüter mehr.

Für langjährige Mitgliedschaft zeichnete Heinz Schindlatz (re.) diese Mitglieder der LBV-Kreisgruppe aus.
Für langjährige Mitgliedschaft zeichnete Heinz Schindlatz (re.) diese Mitglieder der LBV-Kreisgruppe aus. Foto: kmo

Arnschwang.Im LBV-Zentrum Mensch und Natur in Nößwartling veranstaltete die LBV-Kreisgruppe Cham am Freitag ihre Mitgliederversammlung. Kreisvorsitzender Heinz Schindlatz zeigte den Einsatz der Kreisgruppe Cham im Jahr 2016 auf und ehrte langjährige Mitglieder mit Urkunde und Nadel. Am Ende stellte sich Gisela Merkel-Wallner mit ihrem Spezialgebiet der Insekten vor und Barbara Hrabetz mit der Rimbacher Kindergruppe.

Schindlatz berichtete über Wiesen, Felder und Uferflächen, die der LBV aufgekauft oder gepachtet hatte, mit dem Ziel der Renaturierung begradigter Bäche und zur natürlichen Nutzung. So zum Beispiel die Tannenwiese zwischen Rötz und Schönthal, wo ein bachbegleitender Auwald entstehen soll.

Das Problem in der Chambtalaue

In Tiefenbach verbinden Auerochsen in der Markbachaue Landwirtschaft mit Naturschutz und Landschaftspflege. Hier habe man sogar einen Staatspreis dafür erhalten. In der Nähe von Arnschwang wurde ein Maisacker für Wildkräuter gepachtet, die auf der roten Liste stehen.

Für Stieglitz, Hänfling, Rebhuhn und Co sei die Fläche auch nutzbar. Die Entwicklung vom großen Maus-ohr (Fledermaus) in Friedersried verlaufe positiv. Beim relativ stabilen Mausohr seien deutliche Fluktuationen dennoch erkennbar.

Sehr betrüblich nannte es Schindlatz, dass im Chambtal nun alle Wiesenbrüter ausgestorben seien: der große Brachvogel, der Kiebitz, der Wiesenpieper, das Braunkehlchen und bald auch die Feldlerche. Grund seien die frühen Mähungen. Nur in Vertragsnaturschutzprogrammen liegende Flächen und LBV-Flächen hätten eine Chance, aber diese seien zu klein.

Neues vom LBV

  • Nachwahlen:

    Als neuer Schriftführer wurde Michael Bauer gewählt, als neuer Kassenprüfer Wolfgang Weinzierl, als zusätzlicher Delegierter Christian Geiling. Stellvertretende Delegierte sind jetzt neu Elisabeth Rahm und Franziska Hartl.

  • Treue Mitglieder:

    20 Jahre: Angela Rettig, Susanne Braun, Christian Vogl, Rolf Wiese, Norbert Tauer, Marianne Kaufmann, Martina Lummer und die Tierärztliche Klinik in Bad Kötzting. 40 Jahre: Michael Löwinger; 50 Jahre: Waltraud Feldbauer (kmo)

Geschäftsstellenleiter Markus Schmidberger (v. li.) mit dem neuen Schriftführer Michael Bauer, der stellvertretenden Delegierten Franziska Hartl, Kassenprüfer Wolfgang Weinzierl und dem Kreisvorsitzender Heinz Schindlatz
Geschäftsstellenleiter Markus Schmidberger (v. li.) mit dem neuen Schriftführer Michael Bauer, der stellvertretenden Delegierten Franziska Hartl, Kassenprüfer Wolfgang Weinzierl und dem Kreisvorsitzender Heinz Schindlatz Foto: kmo

Dass es auch anders gehe, zeige das Regental, sagte Schindlatz. Bei den Weißstörchen gebe es eine positive Gesamtbilanz: 18 Paare und 24 Jungtiere. Leider gebe es viele Stromtote. Da kämen die Netzbetreiber ihren Verpflichtungen nicht nach. Schindlatz stellte die neuen Bundesfreiwilligendienstleistende Lea Ventura und Christoph Höchbauer vor, die in der neuen Igelstation arbeiten. Jährlich habe man rund 100 Pflegetiere. Eine neue Igelstation wurde gebaut mit finanzieller Unterstützung der LBV-Stiftung Bayerisches Naturerbe mit 5 000 Euro und 10 000 Euro durch die Kreisgruppe Cham sowie ehrenamtlicher Eigenleistung durch Anton Brandl.

Jürgen Geiling, passionierter Ornitologe, sponserte die Reaktivierung von Brutplätzen für Dohle, Turmfalke und Mauersegler über ein Seminarprojekt vom Chamer Fraunhofer Gymnasium.

Gisela Merkel-Wallner referierte darüber, dass auf der Waldwiese bei Lixenried seltene Schwebefliegen ein Zuhause haben, die auf der roten Liste stünden und vom Aussterben bedroht seien. Sie seien die Highlights auf LBV-Flächen.

Umweltbildung mit Kindern

Barbara Hrabetz stellte sich vor. Sie studiert Erziehungswissenschaften, macht ein Praktikum im LBV-Zentrum und leitet zusammen mit einer weiteren Kraft die Rimbacher Kindergruppe mit derzeit 23 Kindern im Alter von fünf bis zehn Jahren.

Markus Schmidberger referierte darüber, was der LBV für die Umweltbildung tue in Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten. Die Kontakte reichen bis nach Tschechien. Auch Seminare sowie Ferienfreizeiten sind buchbar, ebenso wie Fortbildungsveranstaltungen für Multiplikatoren. Schmidberger: „Die Menschen sollen wissen, wie wichtig die Natur ist.“ (kmo)

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