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Tierschutz

Tote Luchse nehmen dem LBV nicht den Mut

Die abgetrennten Pfoten der Luchse seien eine Straftat, der immer noch nachgegangen wird. Auch ein Falke wurde angeschossen.
Von Monika Kammermeier

  • Bei der Jahresversammlung der LBV-Kreisgruppe Cham wurden zahlreiche langjährige Mitglieder geehrt. Foto: kmo
  • Ein Hauptthema für den LBV in diesem Jahr war das Luchsschutzgebiet am Kaitersberg. Foto: dpa

Arnschwang.Die Jahresversammlung der LBV-Kreisgruppe Cham am Freitag in Nößwartling punktete mit einem Vortrag rund um den Mikrokosmos der Schwarzspechthöhle mit Professor Dr. Volker Zahner. Mit Fotofallen in sieben Waldgebieten wurden 75 dieser Höhlen erkundet. Das Bildmaterial zeigte deutlich, um was für ein Biotop es sich hier handelt – und dass Totholzstrukturen Lebenssysteme sind, eine Investition in die Zukunft unserer Wälder.

Im morschen Teil der Buchen klopfe der intelligente Schwarzspecht (der 14 Jahre alt werden kann und die größte Spechtart ist) technisch ausgefeilte Höhlen. Der Vogel setzt auf die Hilfe von Pilzen beim Bau und lässt sich mehrere Jahre Zeit damit. Alle zehn Jahre baut das Tier eine Höhle, die dann circa 30 Jahre hält. Mit zartem Klopfen lockt das Männchen das Schwarzspecht-Weibchen an, die sich dann für ihn und seine Höhle entscheidet – oder die Flucht ergreift.

Tessa und Leon: Ermittlungen laufen

Diese Höhlen sind als Schlaf- und Brüteplatz auch bei anderen Vogelarten beliebt: beim Bunt- und Grünspecht etwa, den Meisen, Kleibern oder Staren. Über 50 Prozent der Hohltauben brüten darin. Aber auch Fledermaus und Siebenschläfer schauen vorbei. Für Beutegreifer ist sie interessant, etwa dem Habicht, dem Baummarder und Uhu. Abschließend stellte Zahner fest: „Unsere Korallenriffe sind unsere Wälder mit ihren Altersstrukturen.“

Der Vorsitzende der LBV-Kreisgruppe Cham, Heinz Schindlatz, hielt mit einer Bilderstrecke den Jahresrückblick. Zuerst zeigte er das Bild des LBV-Teams vor der Fledermaushöhle am Schwarzeck. Eine Abordnung des LBV war auf der Anti-TTIP-Demonstration mit Martin Werneier. Außerdem feierte der LBV dieses Jahr die Abschiedsfeier des bisherigen Vorsitzenden Heribert Mühlbauer, der 40 Jahre lang dieses Amt bekleidete und nun Ehrenvorsitzender ist. Zudem bekamen Anfang März die ehrenamtlichen Amphibienzaunbetreuer den Umweltpreis von Landrat Franz Löffler überreicht. Für das einwöchige grenzüberschreitende Seminar zur Umweltbildung – zusammen mit den tschechischen Nachbarn – dankte Schindlatz besonders Maria Hutterer.

Ein Hauptthema dieses Jahr war das Luchsschutzgebiet am Kaitersberg. Die abgetrennten Pfoten der abgängigen Luchse Tessa und Leon seien eine Straftat, der immer noch nachgegangen werde. Schindlatz berichtete weiter, dass ein Turmfalke mit einem Luftgewehr angeschossen wurde. Eine große Problematik seien dieses Jahr die Störche gewesen. Im Schnitt seien im Landkreis zwei von drei Jungstörchen ums Leben gekommen. Ein Fischotter wurde am Drachensee überfahren. Zu den Nistkästen für Turmfalken in Chams Kirchentürmen sagte Schindlatz, dass die Population von einem Paar Dohlen auf 20 gestiegen sei.

Der botanische Arbeitskreis ziehe die Buschnelke nach, wobei Anton Weidner federführend sei. Das jährliche Mühlenfest sei immer ein Highlight, betonte Schindlatz. Man sei hier auf jeden Helfer angewiesen. Der LBV konnte heuer die Fledermausnacht anbieten, mit vielen Informationen rund um das sagenumwobene Tier. Es gebe vom Landesamt für Umweltschutz 50 neue Quartiere für die Fledermaus zu betreuen – etwa ein Großes in Friedersried für 150 Fledermäuse.

Weiter betreibe der LBV zusammen mit der Firma Pohl Landschaftspflege und Biotoppflege am Schmaderer Weiher. Die Umwelttage in Nößwartling seien immer ausgebucht, sagte Schindlatz, genauso die Fortbildungen mit Monika Kerner. Dr. Gisela Merkel-Wallner, die Käferkundlerin, sei eine große Bereicherung für den LBV. Auf das Buch: „111 Orte im Bayerischen Wald....“ sei man sehr stolz. Die Familie Mühlbauer aus Rimbach wurde zudem für die 2500. Mitgliedschaft im Chamer LBV ausgezeichnet.

Schratzlmarkt ist am 29. November

Weiter will der LBV eine Igelauffangstation bauen. Für die veranschlagten Kosten fehlen noch etwa 5000 Euro. Spenden dafür seien willkommen. Schindlatz wies auf den Schratzlmarkt hin am 29. November. Walter Wanninger gab den Kassenbericht und Reiner Hahn als Kassenprüfer bestätigte diesen. Bei der anschließenden Wahl wurde die Vorstandschaft per Handzeichen bestätigt.

Am Ende der Versammlung wurden zahlreiche Mitglieder geehrt. Über 120 Mitglieder seien heuer 20 Jahre beim LBV, sagte Schindlatz. Mit einer Goldnadel und einer Urkunde wurden Alfons Brommelsberger, Burkhard Lang, die Stadt Bad Kötzting mit Reinhard Mühlbauer und Manfred Ludwig für 30 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Wilhelm Hartl bekam für seine 40-jährige Treue eine Goldnadel mit Schmuckstein. Geschäftsstellenleiter Markus Schmidberger wurde mit einem Präsent für seinen außerordentlichen Einsatz gedankt und ebenso Monika Kerner, die „mit Kopf, Herz und Hand die beste Mitarbeiterin“ sei.

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