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Tiere

Senioren waren auf Straußenpirsch

Der Arracher Seniorenausflug hatte die Straußenfarm in Kotzenbach zum Ziel. Ein Rührei reichte für 29 hungrige Mägen.
Regina Pfeffer

Neugierde auf beiden Seiten, denn so nahe kommen die Senioren einem Strauß nicht allzu oft. Foto: Pfeffer
Neugierde auf beiden Seiten, denn so nahe kommen die Senioren einem Strauß nicht allzu oft. Foto: Pfeffer

Arrach.Einem exotisch anmutenden landwirtschaftlichen Betrieb statteten die Senioren der Gemeinde Arrach zusammen mit der Seniorenbeauftragten Marion Weber am Montag einen Besuch ab. Der September-Halbtagesausflug hatte die Straußenfarm in Kotzenbach (nahe Püchersreuth/Neustadt a. d. Waldnaab) zum Ziel.

Bei leichtem Regen startete um 12 Uhr der Bus mit den 29 Teilnehmern und steuerte in einer rund zweistündigen Fahrt die obere Oberpfalz an, den Regen hinter sich lassend.

Viele überraschende Fakten

Auf der Straußenfarm angekommen wurden die Besucher von Karin Franz freundlich begrüßt. Im Hof-Café (dem umgebauten Schweinestall) lauschten die Ausflügler den 45-minütigen, fachkundig und spannend vorgetragenen Informationen der Hofbesitzerin über die Geschichte des Hofes und seiner „afrikanischen Freunde“. Dabei wurde ihnen das Leben dieser Vögel, vom Küken über Jungtiere bis hin zu stattlichen Zuchttieren, deren Aufzucht, Haltung und Vermarktung anschaulich vermittelt.

Viele kennen diese exotischen Tiere nur aus Zoos oder dem Fernsehen. Foto: Pfeffer
Viele kennen diese exotischen Tiere nur aus Zoos oder dem Fernsehen. Foto: Pfeffer

Harald und Karin Franz bewirtschaften seit März 2001 den Hof im Nebenerwerb. Einen Teil davon haben sie für Besucher geöffnet. Der Strauß ist der größte Vogel der Welt. Aufgrund der Rückbildung seiner Flügel und Federn kann dieser bis zu drei Meter große Vogel nicht fliegen, obwohl sein Vorfahre, die Straußenechse vor 40 Millionen Jahren dazu in der Lage war. Dass der Laufvogel jedoch bis zu 70 Stundenkilometer schnell (und das 30 Minuten lang) sprinten kann, hat alle überrascht. Innerhalb eines Jahres wachsen Strauße von 25 Zentimeter auf ca. zwei Meter Größe und von 800 g Schlupfgewicht auf ca. 120 Kilogramm heran. Alle zwei Tage legt die Henne ein Ei (ca. 40 Stück von März bis Oktober), das ein Gewicht von 1,6 Kilogramm erreicht. Wenn die Nutztiere 15 Monate alt und ca. 100 Kilo sind, werden die meisten geschlachtet. Dabei wird alles vermarktet: Fleisch, Eier, Federn, Leder, Fett, Knochen. Die Fachfrau informierte darüber, dass schon die heilige Hildegard von Bingen um den gesundheitlichen Wert von Straußenfleisch wusste.

Die Federn werden zu Staubwedeln verarbeitet. Das Leder wird zunächst eingesalzen und dadurch bis zu einem Jahr haltbar gemacht, ehe es nach Italien verkauft wird. Dort entstehen Handtaschen, die man dann ab 200 Euro in Boutiquen in Italien und Frankreich erwerben kann. Nach vielen weiteren interessanten Fakten und einer ausgiebigen Kaffeepause führte Straußen-Mama Karin die Teilnehmer zu den Koppeln und Ställen, wo weit über 100 Tiere aller Altersstufen (von Küken über Jungtiere bis hin zu stattlichen Zuchttieren) untergebracht sind.

Ei-Öffnen mit der Bohrmaschine

Die erwachsenen Tiere sind Wetter-unempfindlich, halten Hitze und auch Frosttemperaturen aus und sind deshalb das gesamte Jahr im Freigehege. Die Tiere steckten keineswegs „den Kopf in den Sand“ und die Neugier auf beiden Seiten des Zaunes war sehr groß.

Dann gab es noch ein besonderes Highlight. Karin Franz öffnete mit einer Bohrmaschine ein frisch gelegtes Straußenei und bereitete in zwei Bratpfannen für die ganze Gruppe ein leckeres Rührei zu. Der Inhalt des Rieseneies entspricht etwa 25 Hühnereiern. Jeder Teilnehmer durfte eine kleine Portion Rührei sowie eine Straußensalami und Räucherbeißer probieren. Man kam zu dem Schluss, dass sich der Geschmack nicht wesentlich von dem eines normalen Hühnereies unterscheid. Zum Schluss hatten die Senioren noch Gelegenheit, sich im Hofladen mit verschiedenen Produkten einzudecken. Am frühen Abend trat die Reisegruppe dann die Heimreise an.

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