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Kultur

Bereit für die neue Konzertsaison

Mit Bachs Johannespassion startet am Donnerstag der Kulturwald im Konzerthaus Blaibach. Die Aussichten sind vielversprechend.
Von Roman Hiendlmaier

Der Vorplatz ist fertig, die Vorbereitungen sind wie das Wetter in der heißen Phase – die Vorzeichen für das Kulturwald-Festival stehen gut.
Der Vorplatz ist fertig, die Vorbereitungen sind wie das Wetter in der heißen Phase – die Vorzeichen für das Kulturwald-Festival stehen gut. Fotos: rh

Blaibach.Es ist angerichtet: Der Eingangsbereich zwischen Konzerthaus und Rathaus hat den Feinschliff erhalten, im Inneren schwitzen die Handwerker über den letzten Arbeiten, die ersten Künstler sind bereits angereist und am proben. Wenn am Donnerstag um 19 Uhr die Capella Augustina, das Orchester der Brühler Schlosskonzerte, die ersten Takte von Bachs Meisterwerk „Johannespassion“ spielt, hat für das neue Kulturzentrum des Landkreises seine erste komplette Saison begonnen.

Beim Organisator und einem der Hauptakteure, Thomas E. Bauer, steigt die Spannung: „Noch ist hier dieses und da jenes zu tun, aber im Großen und Ganzen ist alles bereit für das, worauf wir alle hingearbeitet haben.“ Drei Jahre und drei Wochen ist der Spatenstich her, als Bauer und Architekt Peter Haimerl unter von Medien schnell vergebenen Motto „Bayerwald Fizcarraldo“ ein modernes Gebäude errichteten, das in dem Publikumsmedien bundesweit und in der Fachpresse weltweit Aufmerksamkeit fand. Der Coup, Hochkultur aufs Land zu bringen, ist ihnen gelungen, Haimerls Werk ist nahezu vollendet – nun liegt es an Bauer und Uta Hielscher, den Zauber des Neuen in Begeisterung für die Leistungen der Künstler zu übertragen.

Was kommt beim Publikum an?

Im vergangenen Jahr haben der Konzertsänger und die mit verheiratete Pianistin das erste Programm erstellt, das von Improvisationskunst und Neugierde lebte: Was geht im Konzerthaus? Und: Was kommt beim Publikum an?

Freitag, 11. September: Komödie mit Thomas E. Bauer, „La Serva Padrona“
Freitag, 11. September: Komödie mit Thomas E. Bauer, „La Serva Padrona“

Mittlerweile stehen die ersten Erfahrungen fest: „Im Konzerthaus kann man vom Kabarett bis zum volkstümlichen Konzert vieles anbieten – das haben wir auch bereits getan und werden‘s wieder tun – aber der Hauptaugenmerk liegt auf der klassischen Musik,“ sagt Bauer.

Dafür seien die meisten Leute bereit, sich ins Auto zu setzen und bis zu 300 Kilometer zu fahren, um bekannte Klassik-Stücke in hoher Qualität zu hören.

Qualität, das heißt auch und gerade Bauer selbst. Viele sagen sich: Jetzt hab ich so oft von dem Bauer gehört oder gelesen, jetzt möchte ich ihn auch mal singen hören. Angenehmer Nebeneffekt in Blaibach: Das Vergnügen gibt’s zu Preisen, die ein Bruchteil derer, wenn Bauer in der Mailänder Scala oder der Berliner Philharmonie schmettert. Daher gehört der 45-Jährige beim achten Kulturwald nicht nur zum Ensemble der Johannes-Passion, auch bei einem Kammermusikabend und sogar bei einer musikalischen Komödie „La Serva Padrona“ steht er als reicher Junggeselle am Freitag, 11. September, auf der Bühne.

Samstag, 12 Uhr – und nicht nur für Kinder: Dr. Döblingers Kasperltheater
Samstag, 12 Uhr – und nicht nur für Kinder: Dr. Döblingers Kasperltheater

Für Kurzentschlossene gibt‘s hier Restkarten, alle anderen Bauer-Abende wie überhaupt die Höhepunkte des 24-teiligen Kulturwalds sind bereits ausverkauft. Was aber nicht heißt, dass Kurzentschlossene oder Nicht-Klassikfans beim Kulturwald außen vor sind. Gut, der humorvolle Teil, den in diesem Jahr D’ Raith-Schwestern und der Blaimer übernommen haben, hat auch bereits mehr Interessenten gefunden als in die 200 Sitze des Konzerthauses passen.

Spätabendliches Rendezvous mit Iryna Krasnovska

Samstag, 22 Uhr: Eine ganz besondere Klaviernacht mit Iryna Krasnovska
Samstag, 22 Uhr: Eine ganz besondere Klaviernacht mit Iryna Krasnovska

Aber wie wär’s mit einem spätabendlichen Rendezvous mit Iryna Krasnovska am Klavier (5. September, ab 22 Uhr)? Oder ein spätes Boogie- Woogie-Date mit Axel Zwingenberger (12. September, 22 Uhr)? Auch Kinder können im Kulturwald noch fündig werden, wenn das vielfach prämierte „Dr. Döblingers geschmackvolles Kasperltheater“ am kommenden Samstag um 12 Uhr im Konzerthaus den Vorhang öffnet. Die Eltern können derweil nebenan beim Schafkopfturnier teilnehmen – aus Spaß an der Freud, oder um einen der feinen Preise abzustauben. Der beste Schafkopfer beispielsweise reist kostenlos zu einem Konzertwochenende nach Leipzig.

Kulturwald und Konzerthaus

  • Der Kulturwald 2015

    Der Kulturwald 2015 hat sein „Epizentrum“ in Blaibach. Spielorte sind vom 3. - 13. September darüber hinaus einige der schönsten Säle und Kirchen der Region in Deggendorf, Aldersbach, Zwiesel, Frauenau, St. Oswald, Viechtach und Oberalteich. Die Vielfalt des Angebots beim Kulturwald-Festival soll die Vielfalt der Menschen der Region symbolisieren.

  • Die Künstler

    Die Künstler sind ausnahmslos Experten ihres Fachs, die in der Regel durch Kontakte von Ute Hielscher und Thomas E.Bauer in die Region kommen. Viele von ihnen sind langjährige Freunde des Ehepaars.

  • Spenden und Zuschüsse

    Ermöglicht wird das Festival in erster Linie durch viel ehrenamtliches Engagement, moderate Gagen und zahlreiche Spenden und Zuschüsse von privater und öffentlicher Hand. Die Eintrittspreise decken dabei nur einen Teil der Kosten des Abends und des Festivals ab.

  • Kulturpreis

    Eine weitere Auszeichnung steht für Thomas E. Bauer und Peter Haimerl an: Für das Projekt Konzerthaus erhalten sie im November den „Kulturpreis der bayerischen Landesstiftung“. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert.

  • Schafkopfturnier

    Für das Schafkopfturnier am Samstag ab 12 Uhr im Gasthaus Kiefl werden noch Spieler gesucht. 1 Preis Reise für 2 Personen zum Weihnachtskonzert nach Leipzig. Anmeldung: (09941) 90 60 99

  • Tickets und Infos

    Tickets und Infos über das Kulturwaldfestival und die Konzertsaison in Blaibach gibt’s unter Tel.: (0991) 38 31 98 11; online unter www.kulturwald.de ; www.konzert-haus.de , www.okticket.de

Die Kulturwald-Mischung „Klassik plus ...“ zieht sich wie ein roter Faden durch den weiteren Saisonverlauf, der bis Mai 2016 dauern und dabei weiter ein breites Publikum ansprechen wird. Am zweiten Oktober-Wochenende bittet Maestro Christoph Spering zu zwei Symphonie-Abenden mit Beethovens „Erioca“.

Der November ist dann wieder Chefsache: Thomas E. Bauer ruft mit Freunden an vier Abenden den Geist der Schubertiaden wieder herauf, Uta Hielscher präsentiert die erste CD-Einspielung im Konzerthaus: Bach und Chopin – mit der Hausherrin selbst am Steingräber-Flügel.

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