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Frohsinn

Gaudiwurm lockt 4000 Leute an die Straße

Der Blaibacher Faschingszug widmete sich örtlichen Themen und Problemen. Corinna I. und Florian I. winkten den Närrischen zu.

  • Das Konzerthaus inspirierte Mutti Merkl, nach Blaibach zu kommen. Foto: Rank
  • Der Babyboom ist in Blaibach ausgebrochen. Foto: Rank
  • Das Prinzenpaar 2015 winkt den zahlreichen Besuchern zu. Foto: Rank
  • Während das große Konzerthaus auf Stars wartet, ist im Konzerthaus der Feuerwehr Blaibach (im Vordergrund) die Hölle los. Foto: Rank

Blaibach.Im neuen Logo der Gemeinde Blaibach ist dies zu lesen: „Hier spielt die Musik“. Dazu ist zu bemerken, dass in Blaibach nicht nur d’ Musi spielt, sondern, dass die Regentalgemeinde auch seit Jahrzehnten zu den Hochburgen zählt, was die Faschingsumzüge betrifft, und zudem die Narren in der fünften Jahreszeit voll auf ihre Kosten kommen lässt. Die Blaibacher Vereine und Stammtische, von denen aber leider auch immer wieder der eine oder andere ausschert und pausiert, sind es in der Regel, die einiges auf die Beine stellen und den Zusammenhalt sowie das „Wir-Gefühl“ im Ort stärken.

Herrliche Themenwägen, die sich in diesem Jahr ausschließlich örtlichen Ereignissen und Problemen annahmen, sowie tolle Fußgruppen und herrliche Einzelmasken begeisterten bei herrlichem Wetter die unüberschaubare Menschenmenge aus nah und fern. Keiner musste es bereuen, dass er gekommen war, um zum einen das närrische Treiben durch Blaibachs Straßen zu bewundern, und zum anderen sich informieren zu lassen, was den Blaibachern, genauer gesagt den beteiligten Personen und Vereinen, auf den Nägeln brennt.

Baby-Boom als Problemlösung?

Das weltweit beherrschende Thema Konzerthaus, der Baby-Boom als Mittel gegen die Pro-Kopf-Verschuldung, die Schließung von Schreiners „Kramerladens“, die geliebten Vierbeiner und deren Hinterlassenschaften sowie Flower-Power mussten als Hauptthemen herhalten. Nach einigen Jahren Pause war es, wenn auch etwas verkleinert und neu formiert, der langjährig erwartete Blaibacher Spielmannszug, der mit seiner Musik den Faschingszug ergänzte und musikalisch auflockerte.

Pünktlich nahm in diesem Jahr auch wieder die Weißenregener Blaskapelle Aufstellung am Kirchplatz zum Standkonzert mit stimmungsvoller Blasmusik, während sich beim Haus des Gastes die Faschingswägen und die Maskierten positionierten, um von der Musikkapelle abgeholt zu werden. Als erste folgten mit herrlichen Masken die Kleinsten aus dem Kinderhaus der Musikkapelle.

Den Anfang bei den Wägen machten die Trachtler, die erneut Hunderte von Arbeitsstunden in ihren Wagen, der das herrliche Aussehen eines aus Pappmaché gefertigten Schwanes hatte und von dem aus das Blaibacher Prinzenpaar, das 43. in der Geschichte der Blaibacher Faschingszüge Corinna I (Corinna Wache) und Florian I (Florian Seewald), mit ihren Funkenmariechen den Faschingsnärrischen zu zuwinkte und auch eine Menge an Süßigkeiten zuwarfen. Immer wieder hörte man von Klagen über die zunehmenden und von den vierbeinigen Lieblingen der Blaibacher erzeugten „Tretminen“. Vom Wagen der DLRG Blaibach kam die Aussage und Idee „Mit den „Tretminen“ (Hundekacke) ist jetzt Schluss – weil Fifi jetzt auf’s Töpfchen muss“ – „Den Spaziergängern sind sie ein Verdruss, doch mit den Hundehaufen ist dadurch jetzt erstmals Schluss“...

Blaibach sucht den Superstar...

Nachdem das Blaibacher Konzerthaus (fast) fertiggestellt ist, versuchte die KuSK mit ihrem Casting-Track mitzuhelfen, das Kulturhaus auch mit Leben zu erfüllen, wozu der Wettbewerb „BSDS“ (Blaibach sucht den Superstar) stattfindet. Beim Casting unter Vorsitz von Heino bewarben sich namhafte Künstler wie Helene Fischer, Lady Gaga, David Garrett usw.

Bevor es jedoch soweit kommt, brauchte man aus der Aktion „Ehrenamt“ noch ehrenamtliche Helfer, wobei zu lesen war „Blaibach braucht euch beim aussichtslosen Kampf des Bauleiters gegen ,Steinschlag‘ – ,Wassereinbrüche‘ und ,Kurzschlüsse‘.“

Im Gegensatz zur KuSK war die FFW Blaibach in Sachen „Konzerthaus“ einen Schritt weiter, nachdem dem Plakat zu entnehmen war: „Jetz geht’s auf in Bloaba, do spuit d’ Musi“.

Bei jetzt „Life in Bloaba“ gaben sich die Stars, dargestellt von den Super-„Feuerwehrmodels“ Currywurscht Conchita, Roberto Blanco, Andreas Gabalier, Andrea Berg und Nena, die Türklinke der schweren Beton-Eingangstür in die Hand und begeisterten die jubelnden Faschings-Fans. Mittendrin waren die TSV-ler, die mit ihrem Babyexpress auch eine gute Lösung in Sachen Gemeindeschulden parat hatten und den Tipp gaben, die „Pro-Kopf-Verschuldung“ einfach zu senken – en Blaibachern mehr Kinder schenken. Ein weiterer Vorschlag war „nun vermehrt auch euere Sippe – denn Blaibach hat ’ne Kinderkrippe“.

Einem ganz brisanten Thema widmete sich kurzerhand die FFW Bärndorf, welche die Lösung zur Schließung eines unverzichtbaren Geschäftes für die Blaibacher mit ihrem „Trödelwagen“ parat hatte.

„Der „Schlosser Franzi“ hat in Blaibach dicht gemacht, doch wir Kolmberger haben dafür den Kramerwagen mitgebracht. Wir kümmern uns nun um die Belange der Alten, bei uns kann man sämtlichen Krusch erhalten“. Stark vertreten waren auch wieder die Stammtische aus dem Fischerstüberl, die sich, zurückversetzt in die 60-Jahre, als Hippies mit „Flower-Power“ in den Narrenzug einreihten und nicht wie zu damaliger Zeit als Aussteiger, sondern als wunderbare Ergänzung und gern gesehene Mitmacher betrachtet werden.

Zwischen den einzelnen Wägen positionierten sich Gruppen wie der Tennisclub zum Thema Bauplatznot in Blaibach („Der Pharao sucht Baugrund zwecks außergewöhnlichen Bauvorhabens einer Pyramide“. Vertreten waren auch die Weiber vom Frauenbund, die als Cheerleaders die Stimmung anheizten. „Bayreuth war gestern – Blaibach ist jetzt“ hieß es bei ein er anderen Gruppe, und so brauchte man sich nicht wundern, das auch Mutti Merkl mit dabei war.

Tolle und unübertreffbare Einzelmasken ernteten genau so viel Applaus wie die verschiedenen Gruppen, die noch eine lange Liste ergeben würden, wollte man sie alle aufzählen.

Voll auf ihre Kosten kamen dabei die Kinder am Wegrand, nachdem kiloweise Bonbons, Waffeln und verschiedene andere Leckereien unters Volk gestreut wurden.(khr)

Hippies und Pharaonen bevölkern Blaibach

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