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Am Boden zerstört: Die Kasse lehnt ab

Im neuen Teil ihrer Kolumne schreibt die an Krebs erkrankte Stefanie Deml aus Kolmberg über den Kampf mit der Krankenkasse.
Von Stefanie Deml

Stefanie Deml
Stefanie Deml Foto: ck

Cham.Obwohl ich weiß, dass ich gesund bin, geht es mir in letzter Zeit gar nicht gut. Ich habe zwar nach über zwei Monaten meine Rentennachzahlung bekommen, trotzdem fühle ich mich schlecht.

Am 7. Mai habe ich meinen letzten Antikörper bekommen. Endlich sind alle meine Behandlungen abgeschlossen.

Eigentlich sollte ich glücklich sein. Doch es gibt immer wieder schlechte Nachrichten! Ich sitze da, halte den Brief in meiner Hand und lese die Zeilen immer wieder. Heute hab ich erfahren, dass die Kasse meine Brustaufbau-Behandlung nicht bezahlen will. Ich bin wütend, traurig und enttäuscht. Am Boden zerstört. Ich dachte, jetzt geht es langsam wieder bergauf. Ich kann das nicht verstehen.

Die Kasse schlägt mir eine Lappenplastik mittels LADO-Lappen-Behandlung vor. Ich weiß noch gar nicht genau, was das für eine Behandlung sein soll. Was ist so falsch an meiner Behandlungsmethode?

Ich habe Widerspruch eingelegt. Wieder mindestens vier Wochen warten.

Ich bin genervt! Ich will und brauche diesen Brustaufbau. Für mich und mein Selbstbewusstsein.

Es fällt mir schwer, mich aufzurappeln. Ich bin müde und erschöpft. Ich möchte endlich mit dem Thema Krebs abschließen. Alles Schlechte, was meine Krankheit mit sich gebracht hat, könnte vergessen sein. Doch wenn ich vor dem Spiegel stehe, werde ich immer wieder daran erinnert! Nicht einmal wollte ich aufgeben. Aber ich habe es geschafft. Bis zum Ende 2015 wird es dennoch ein hartes Jahr.

Die Angst, dass der Krebs wieder kommt beschäftigt mich jeden Tag. Trotzdem werde ich weiter kämpfen. Es ist nicht jeder Tag gleich. Auch wenn es manchmal schwerfällt, ich stehe noch jeden Tag wieder auf. Ich habe gelernt dankbar zu sein. Dankbar für jeden Tag, den ich leben darf. Zufriedener zu sein mit meinem Leben. Ich schaue nach vorne, nicht mehr zurück.

Die Kolumne und der Dank

  • Gefühle und Erfahrungen

    In ihrer ganz persönlichen Kolumne schildert Stefanie Deml (37) ihr Jahr mit der Diagnose Brustkrebs. Immer wieder hat sie ihre Gefühle und Erfahrungen rund um die Krankheit aufgeschrieben.

  • Mut machen

    Mit der Veröffentlichung will sie Frauen Mut machen, die ähnliches haben und erleben müssen, ebenso für Menschen, die unter Krankheiten leiden.

  • Unterstützung

    Es komme auch auf Unterstützung an, sagt sie. Deshalb dankt die Mutter von zwei Kindern besonders ihrem Lebensgefährten und ihrer Familie für die Hilfe. Geholfen hat ihr auch Roland Saurer, der jetzige Bürgermeister Waffenbrunns, dazu der Kindergarten St. Martin und Pfarrer Reißer.

  • Dank an Evi

    Schließlich gibt es einen weiteren „Engel“, dem sie danken will: der Haushaltshilfe Evi vom Maschinenring, ohne die es nicht gehe. (ck)

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