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Technik

Aus der Schule ins Labor

Schüler des Joseph-Fraunhofer-Gymnasiums besuchten das Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen.

Die Schüler hatten viel Spaß bei ihrem Ausflug in den Weltraum. Foto: Robert Wagenbrenner
Die Schüler hatten viel Spaß bei ihrem Ausflug in den Weltraum. Foto: Robert Wagenbrenner

Cham.Wie duscht ein Astronaut? Leider gar nicht, waschen geht nur mit Feuchttüchern, da sich in der Schwerelosigkeit das Wasser auf einer Raumstation nicht mehr auffangen ließe. Diese und ähnliche Fragen konnten die Schüler des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums bei ihrem Besuch am deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt loswerden. Das DLR ist ein Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland, in dem in nationalen und internationalen Kooperationen in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Energie, Verkehr, Sicherheit und Digitalisierung geforscht und entwickelt wird.

Diese Fahrt nach Oberpfaffenhofen wird seit vielen Jahren vom Landkreis organisiert und finanziert, um den Schülern einen Einblick in die Arbeitswelt und Arbeitsweise der Wissenschaftler in dieser Einrichtung zu bieten.

Ein fester Bestandteil des Programms ist der Besuch des Kontrollzentrums des Columbus-Moduls, dem europäischen Beitrag zur ISS.

Multidisziplinäre Forschung

Das Modul ist ein Mehrzwecklabor für die multidisziplinäre Forschung unter Schwerelosigkeit und wurde am 11. Februar 2008 dauerhaft an die ISS montiert und in Betrieb genommen. Vom Kontrollzentrum aus wird die Arbeit der Astronauten auf der ISS ständig überwacht und geleitet. So konnten die Schüler auf einer großen Anzeigetafel den minutengenau getakteten Arbeitsplan der Astronauten verfolgen und erfuhren, dass auch die gemeinsamen Schlafzeiten vorgegeben sind. Während des Schlafs muss ständig eine Luftzirkulation im Raum vorhanden sein, da die Astronauten sonst an ausgeatmetem CO2 ersticken würden. Gefahren lauern aber auch von außen in Form von Weltraumschrott. Selbst kleine Teile können bei einer Geschwindigkeit von knapp acht Kilometern pro Sekunde, mit der die ISS unterwegs ist, schon ein irreparables Loch in die Außenhaut der Raumstation schlagen. Die Schüler erfuhren, dass ein solches Ausweichmanöver mehrmals täglich ansteht. Anschließend konnten die Schüler hautnah im 1:1-Modell der Columbus die Arbeitswelt der Astronauten nachfühlen. Nur die Schwerelosigkeit mussten sie sich noch dazudenken.

Wie arbeitet ein Naturwissenschaftler? Das sollten die Schüler am eigenen Leib erfahren. Dazu ging es in das Schülerlabor DLR_School_Lab, in dem verschiedene Experimente von Studierenden der LMU und TU München betreut werden. Die Schüler konnten sich entscheiden, ob sie im Bereich Lasertechnologie, Satellitennavigation, Infrarotmesstechnik oder Raketensimulation experimentieren möchten. Dabei wurden sie von den Studierenden in die jeweilige Thematik eingeführt und hatten die Möglichkeit, unter Anleitung einfache Experimente durchzuführen und auszuwerten.

Naturwissenschaft und Schule

Die Fahrt zum DLR ist Teil einer Vielzahl von Aktivitäten der Schule, die das Interesse der Schüler an den Naturwissenschaften wecken soll. Das Fraunhofer-Gymnasium ist seit 2013 MINT-EC Schule. Das heißt, die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik haben einen hohen Stellenwert im Schulprofil. Durch solche Aktionen bleibt die naturwissenschaftliche Bildung dabei nicht auf den Unterricht beschränkt. Und vielleicht wird ja mal ein Fraunhofer neuer Kommandant der ISS, dem es nichts ausmacht, die tägliche Körperhygiene der wissenschaftlichen Forschung unterzuordnen.

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