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Das Paradeiserl gehört zum Advent

Melanie Rauscher von der Klostermühle Altenmarkt mag es ruhig vor und an Weihnachten. Zeit mit der Familie ist ihr wichtig.
Von Felicitas Graßl

Die Klostermühlen-Chefin verwendet für das Paradeiserl Tonäpfel.
Die Klostermühlen-Chefin verwendet für das Paradeiserl Tonäpfel.Foto: Graßl

Cham.Die meiste Arbeit hat Melanie Rauscher in der Adventszeit. Dann muss sie in ihrer Klostermühle in Altenmarkt viele Weihnachtsfeiern organisieren. Melanie Rauschers Privatleben schrumpft daher auf ein Minimum. Ganz gezielt wird deshalb die gemeinsame Zeit mit ihrer Familie geplant: „Die materiellen Dinge sind bei uns nicht so wichtig.“ Lieber sitzt Melanie Rauscher mit ihren Liebsten zusammen und backt Plätzchen, bindet einen Adventskranz, spielt Brettspiele oder geht spazieren. Die Plätzchen hebt sie sich aber bis Heiligabend auf. „Warten zu können ist mir wichtig“, erzählt sie.

Die Zeit ist das größte Geschenk

Die Weihnachtsfeiern bringen jedoch nicht nur Stress mit sich. Zwar verbringt Melanie Rauscher viel Zeit damit, sie vorzubereiten und danach wieder sauberzumachen – die Feier selbst „ist aber ein Genuss“. Keine Weihnachtsfeier gleicht der anderen. „Sie sind lustig, besinnlich, festlich und allesamt schön.“ Als Gastgeberin genießt sie es, die Feierlichkeiten nach den Wünschen ihrer Kunden zu gestalten – und zu beobachten.

Weihnachts-Shopping ist für Melanie Rauscher zweitrangig geworden: „Das perfekte Weihnachten wie in der Werbung gibt es nicht.“ Für sie muss es kein großes Festmahl an Heiligabend geben und auch keine riesigen Geschenke. „Lieber Kleinigkeiten, die gemeinsame Zeit ist das größere Geschenk“, sagt sie. Da bei Melanie Rauscher das Beisammensein im Vordergrund steht, muss Zuhause auch nicht alles auf Hochglanz poliert sein.

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Eine große Rolle spielt vor allem der religiöse Aspekt. „Wenn ich Zeit finde, gehe ich in einen Gottesdienst.“ In der Andacht singt die Klostermühlen-Chefin gerne weihnachtliche Lieder. Christkindlmärkte besucht sie eher selten: „Ich mag es lieber ruhig.“ Adventsmärkte überfluten sie mit zu vielen Reizen. „Alles riecht nach Glühwein und Essen“, sagt sie, „und viele Weihnachtslieder werden als Rock-Version gesungen.“ Sie bevorzugt die andächtige Stille und ruhigen Gesänge in der Kirche.

„Das perfekte Weihnachten wie in der Werbung gibt es nicht.“

Melanie Rauscher

Mit ihrer Familie baut sie auch jedes Jahr eine Krippe auf. „Wir holen das Moos für die Krippe aus dem Wald“, erzählt sie. Von üppigen Lichterketten im und um das Haus hält Melanie Rauscher nicht viel: „Wir haben eine Kerze in der Laterne, das reicht.“ Neben ihrem Adventskranz stellt sie sich auch Barbarazweige ins Haus.

Ein Buchsbäuml steht in der Mühle

In ihrer Klostermühle stellt sie jedes Jahr ein Buchsbäuml, Paradeiserl genannt, auf. Es ist sozusagen die ärmliche Version des Adventskranzes. „Das Paradeiserl brachte damals der Nikolaus“, erzählt Melanie Rauscher. Es besteht aus sechs Holzstäben und vier Äpfeln. Wahlweise kann das Buchsbäuml an den Äpfeln mit kleinen Buchszweigen dekoriert, und die Holzstäbe mit farbigen Papier umwickelt werden. In die Äpfel werden Kerzen gesteckt.

An jedem Adventssonntag wird eine Kerze angezündet. Melanie Rauschers Buchsbäuml besteht aus Tonäpfeln, echte Äpfel würden nach kurzer Zeit verfaulen. Das Paradeiserl ist ein Symbol für Melanie Rauschers Einstellung zum Advent: Sie mag es einfach, ruhig und schlicht. Sie verzichtet auf übermäßigen Konsum und lebt vor allem in dieser Zeit des Jahres getreu dem Motto „weniger ist mehr“.

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