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Maikundgebung

Der DGB fordert Zeit für Solidarität

Gewerkschaftsredner Helmut Fiedler sprach in Cham die vielen Ungerechtigkeiten bei der Arbeit und auch bei der Rente an.

Werner Schwarzbach (re.) dankte Helmut Fiedler für die Rede.
Werner Schwarzbach (re.) dankte Helmut Fiedler für die Rede. Foto: fsh

Cham.Trotz der zünftigen Musik der „Quetschn Blosn“ war der Saal im Kolpinghaus bei der Maikundgebung des DGB nicht voll besetzt. Werner Schwarzbach, Kreisvorsitzender des DGB Cham, begrüßte besonders den Referenten des Tages, Helmut Fiedler, seines Zeichens Leiter der Abteilung „Internationales“ beim DGB Bayern.

„Ich freue mich, dass diese traditionelle Veranstaltung vom Deutschen Gewerkschaftsbund anlässlich des Tags der Arbeit hier in unserer Stadt ausgerichtet und organisiert wird“, sagte 3. Bürgermeister Sepp Blaha, der die 1. Bürgermeisterin vertrat. „Der heutige 1. Mai steht wie immer ganz im Zeichen von Solidarität und Toleranz. Werte, die für eine humane und demokratische Gesellschaft fest verankert sind“, betonte er.

„Demokratie heißt, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen“, zitierte der Referent Max Frisch zu Beginn seiner Rede und weiter: „Als mündige Bürger und als Gewerkschafter müssen wir das auch tun und deshalb heißt das Motto der diesjährigen Veranstaltung „Zeit für mehr Solidarität“.

Fiedler hielt einen kurzen Rück-blick über die Entwicklung der Organisation und die Entstehung und Bedeutung des 1. Mai. Mit drei Themen startete Fiedler dann sein Referat. Die Krise von 2009 sei lange vorbei: „Jetzt wollen wir, dass bei den Beschäftigten ihr gerechter Anteil am Aufschwung ankommt.“ Denn die Auftragsbücher der deutschen Unter-nehmen seien prall gefüllt. Doch zugleich gebe es immer noch fast drei Millionen Arbeitslose und ca. 961 000 Leiharbeiter, Tendenz steigend, und mehr als 13 Millionen atypisch und damit „Prekär“-Beschäftigte.

„Vorstufe zum Paradies“?

Bayern so habe man es vor der Landtagswahl immer gehört, sei ja angeblich die „Vorstufe zum Paradies“. Allerdings sei es so, dass nicht alle in Bayern auf einer Wolke säßen, Hosianna sängen und frohlockten. „Nein, einige müssen noch arbeiten, sogar in Bayern! Und viele werden dafür extrem mies bezahlt“, sagte Fiedler. Der Mindestlohn gebe den Menschen wieder ein Stück ihrer Würde zurück.

Fiedler wies immer wieder darauf hin, dass der Mindestlohn ein Erfolg des DGB und eine Erfolgsgeschichte geworden sei. „Es war höchste Zeit, sich verstärkt einzumischen und die Zukunft der Arbeit zu gestalten“, betonte Fiedler noch und kam dann auf Armut, Altersarmut und die Rente zu sprechen. Jeder Fünfte der über 65-Jährigen in Bayern sei von Altersarmut bedroht. „So viele wie in keinem anderen Bundesland“, sagte der Referent: „Wir müssen gemeinsam dafür kämpfen, dass wir eine Rente bekommen, die zum Leben reicht.“ Der Sinkflug der Renten müsse endlich gestoppt werden. Die Bekämpfung der Altersarmut sei keine Kür, sie sei Pflicht, so Fiedler. Der wahre Konflikt tobe jedoch zwischen Arm und Reich und nicht zwischen Alten und Jungen.

Wer verdient was?

Es folgten noch weitere Statements: Man brauche ein grundlegende Umdenken in Wirtschaft und Gesellschaft, dazu einen starken Sozialstaat, um den unverschuldet in Not geratenen Menschen zu helfen. Man wollen keine Neiddebatte führen, über die vielen Millionäre, und ob jemand so viel bekomme, wie er verdient habe. „Nirgendwo werden Millionäre so selten vom Finanzamt überprüft wie in Bayern“, stellte Fiedler fest.

Sein letzter Punkt war die Sonntagsarbeit, den siebten Tag der Woche, den Gott heiligte. „Von den knapp sieben Millionen Erwerbstätigen in Bayern arbeiten knapp zwei Millionen auch an Sonntagen“, so Fiedler und er beendete seine Rede mit einem Zitat von Kardinal Lehmann: „Für was soll Wirtschaft denn gut sein, wenn nicht für den Menschen.“ Schwarzbach dankte Helmut Fiedler für sein Referat. (fsh)

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