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Gericht

Der Täter soll in die Psychiatrie

Die verletzte Frau hatten einen verliebten Asylbewerber abblitzen lassen. Der stach ihr ein Messer in den Rücken.
Von Marion von Boeselager

Am Montag wurden in dem Sicherungsverfahren vor dem Landgericht Regensburg die Plädoyers gehalten. Foto: Uli Deck/Archiv
Am Montag wurden in dem Sicherungsverfahren vor dem Landgericht Regensburg die Plädoyers gehalten. Foto: Uli Deck/Archiv

Cham.Versuchter Mord an seiner Zimmernachbarin wurde einem 36-jährigen Asylbewerber aus dem Irak, der zuletzt in der Flüchtlingsunterkunft in Waffenbrunn (Lkr Cham) lebte, zur Last gelegt. Am Montag wurden in dem Sicherungsverfahren vor dem Landgericht Regensburg die Plädoyers gehalten. Sowohl die Staatsanwältin als auch der Verteidiger Mathias Klose gingen jedoch nach mehrtägiger Beweisaufnahme nur mehr von einem Delikt der gefährlichen Körperverletzung aus. Da der Beschuldigten an paranoider Schizophrenie erkrankt ist und bei der Tat wohl schuldunfähig war, geht es für ihn in dem Verfahren nicht um Bestrafung, sondern um die Frage, ob er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden muss. Dies bejahten sowohl die Anklagevertreterin wie die Verteidigung in ihren Schlussvorträgen.

Täter verletzte Frau lebensgefährlich

Wie berichtet, lebte der Mann seit Januar letzten Jahres in der Asylbewerberunterkunft in Waffenbrunn. Dort machte er seiner um rund 20 Jahre älteren Zimmernachbarin eindeutige Avancen und Heiratsanträge. Doch sie ließ ihn abblitzen. Offenbar aus Enttäuschung über seine nicht erwiderten Gefühle stach er ihr da im Juni letzten Jahres zwei Mal ein Messer mit über 20 Zentimetern Klingenlänge in den Rücken, als sie auf dem Weg vom Bad an seinem Zimmer vorbeiging, so die Vorwürfe. Offenbar nahm er an, sie hätte ihn bei der Polizei angezeigt. Dies entsprach jedoch nicht den Tatsachen. Die Klinge blieb im Rücken der Frau stecken. Sie wurde jedoch nicht lebensgefährlich verletzt.

Mann habe das Opfer nicht töten wollen

Da die aus der Ukraine stammende Zimmernachbarin das Land inzwischen wieder verlassen hat, konnte sie vor Gericht nicht mehr befragt werden. Der Beschuldigte beteuerte, er habe das Opfer nur verletzen, aber keinesfalls töten wollen. Auch der psychiatrische Sachverständige sah keinen Anhaltspunkt für eine Tötungsabsicht des psychisch kranken Mannes und bescheinigte ihm Schuldunfähigkeit. Über das Urteil werden wir berichten.

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