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Tiere

Die Natur pflegen

Landschaftspflege in der Markbachaue feiert Zehnjähriges.

Die Auerochsen „mähen“ seit zehn Jahren die Weiden. Foto: Angelika Nelson
Die Auerochsen „mähen“ seit zehn Jahren die Weiden. Foto: Angelika Nelson

Cham.Am Sonntag wurde gemeinsam vom LBV und dem Naturpark Oberer Bayerischer Wald die Beweidungsflächen in der Markbachaue vorgestellt. Das geht aus einer Mitteilung hervor.

Alles begann durch das Flurneuordnungsverfahren Hannesried, wo 7,5 Hektar im Markbachtal zur Verfügung standen. Dabei handelte es sich um sehr feuchte Wiesen, die früher teilweise von Hand gemäht werden musste. Seit nunmehr zehn Jahren übernehmen die eigentlich ausgestorbenen Auerochsen diese Arbeit. Die heutigen Rinder sind eine Rückkreuzung, die den Auerochsen sehr ähnlich sieht. Die robusten Tiere sind ganzjährig auf der Weide und pflegen eine Fläche von inzwischen 20 Hektar. Diese Flächen gehören dem LBV, dem Landkreis sowie die eine angrenzende Fläche wurde von Renate Scherr für dieses Projekt zur Verfügung gestellt.

Gisela Merkel-Wallner vom LBV zeigte ihre Malaise-Fallen, mit denen Insekten gefangen werden, um zu prüfen, welche Arten vorhanden sind. Angelika Nelson vom LBV und Julia Hetzl, die neue Naturpark-Rangerin, waren für die Vögel zuständig und erläuterten die Vogelstimmen. Die Artenvielfalt auf dieser Fläche konnte jeder bei diesem Termin erkennen. Anette Lafaire, Gebietsbetreuerin des Naturparks, erläuterte als Beispiel den Lebenszyklus des dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings. Er finde hier wieder einen guten Lebensraum, in dem der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling zur Blüte kommen. Dieser Falter legt seine Eier in die Blüte, die Raupen lassen sich dann später zu Boden fallen und imitieren den Geruch der Knotenameisen, sodass diese ihre „vermeintlichen“ Kinder einsammeln und in den Bau tragen. Dort werden die Raupen gefüttert und gepflegt, so dass sie gut über den Winter kommen. Wenn sie als Falter schlüpfen, müssen sie den Ameisenbau verlassen, weil sie ihren Geruch verändern. Da die normalen Wirtschaftswiesen sehr früh im Jahr gemäht werden, kommt der Dunkle Wiesenknopf nicht zur Blüte und somit kann sich der Ameisenbläuling nicht vermehren. Durch das Anlegen von verschiedenen Kleingewässern hat auch die Anzahl der Amphibien auf den Flächen zugenommen.

Mich Ferstl erläuterte noch die Weidehaltung und die Zutraulichkeit der Rinder. Im Anschluss war noch Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch mit allen Beteiligten zu kommen. Es waren auch etliche Nachfragen nach dem Fleisch der Auerochsen, dieses wird von Ferstl direkt vermarktet. Im Herbst sollen wieder einige Tiere geschlachtet werden.

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