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Tiere

Droht die Pferdeseuche im Kreis Cham?

Im Landkreis Cham sind keine Fälle der tödlichen Tierkrankheit bekannt. Der Chef-Veterinär gibt trotzdem keine Entwarnung.
Von Ernst Fischer

Bei der Waldarbeit werden Pferde immer noch bei uns im Bayerischen Wald gebraucht. Im Landkreis Cham gibt es 968 Pferdehalter mit insgesamt rund 3000 Tieren
Bei der Waldarbeit werden Pferde immer noch bei uns im Bayerischen Wald gebraucht. Im Landkreis Cham gibt es 968 Pferdehalter mit insgesamt rund 3000 Tieren Archiv-Foto: dpa

Cham.Im Landkreis Schwandorf sind zwei Tiere mit „Equiner infektiöser Anämie“ infiziert. Betroffen ist eine Reiterpension in der Nähe von Trausnitz im Landkreis Schwandorf. Auf dem Hof war am Dienstag die Pferdeseuche „Equine infektiöse Anämie (EIA)“ bei zwei von zwölf Tieren diagnostiziert worden – das ist eine hochansteckende, für Pferde tödliche Krankheit.

Das Landratsamt Schwandorf hat einen Sperrbezirk eingerichtet, einen Kilometer im Umkreis dürfen keine Pferde mehr ausgeritten werden. Auch allen Pensionsgästen musste die Familie absagen. Mindestens für die nächsten drei Monate, so lange dauert die Quarantäne – im günstigsten Fall.

Franz Wiesenreiter Chef des Chamer Veterinäramtes
Franz Wiesenreiter Chef des Chamer Veterinäramtes

Drohen solche Konsequenzen auch bei uns? Wir haben beim Chamer Landratsamt nachgefragt. Für Menschen besteht keine Gefahr! Dr. Franz Wiesenreiter, der Leiter des zuständigen Veterinäramtes, schickt diese Botschaft voraus: „Die Infektiöse Anämie der Einhufer ist nur auf Einhufer (Pferde, Esel, Maulesel) und nicht auf andere Tiere und schon gar nicht auf Menschen übertragbar.“

Zur Gefahrenlage für insgesamt rund 3000 Pferde im Landkreis Cham hat uns Dr. Wiesenreiter schriftlich folgende Fragen beantwortet:

Gibt es auch Fälle im Landkreis Cham der Pferdeseuche, die jetzt im Nachbarlandkreis Cham aufgetreten ist?

Im Landkreis Cham gibt es bislang keinen Fall der Infektiösen Anämie der Einhufer.

Welche vorbeugenden Schutzmaßnahmen trifft das Chamer Gesundheitsamt nach den aktuellen Fällen in Schwandorf?

Das Veterinäramt am Landratsamt Cham steht mit dem Veterinäramt in Schwandorf in Kontakt, um sofort reagieren zu können, wenn Verbindungen der betroffenen Tiere beziehungsweise der Bestände in den Landkreis Cham festgestellt werden. Außerdem werden Pferdehalter, die bei uns anfragen, beraten und informiert..

Wie nahe liegt der betroffene Hof im Landkreis Schwandorf? Gibt es Kontakte zu Chamer Pferdebesitzern. Müssen Sperrbezirke eventuell auf den Landkreis Cham ausgedehnt werden?

Der betroffene Betrieb liegt im Landkreis Schwandorf in der Gemeinde Trausnitz, an den Landkreis Neustadt Waldnaab angrenzend. Ein Sperrbezirk ist einzurichten, wenn die Seuche amtlich festgestellt wurde. Die angelaufenen epidemiologischen Ermittlungen im Landkreis Schwandorf werden zeigen, ob es auch Kontaktbetriebe im Landkreis Cham gibt. Derzeit ist keine konkrete Aussage möglich, ob der Landkreis Cham von diesem Seuchenausbruch betroffen ist.

Nach MZ-Informationen hat es im Jahr 2010 auch Fälle dieser Seuche in Wald und Waldmünchen gegeben. Was ist damals veranlasst worden.

Im Rahmen der Seuchenausbrüche im Jahr 2010 wurden nach amtlicher Seuchenfeststellung die infizierten Einhufer getötet, ein Sperrbezirk errichtet und alle im Seuchenbetrieb sowie innerhalb des Sperrbezirks befindlichen Einhufer blutserologisch untersucht. Im Rahmen epidemiologischer Ermittlungen wurden ferner alle Kontaktbetriebe außerhalb des Sperrbezirks ermittelt und die dort stehenden Pferde ebenfalls der blutserologischen Untersuchung unterzogen. Im Sperrbezirk durften Einhufer den Standort nicht verlassen, es durften andere Einhufer auch nicht dorthin verbracht werden. Innerhalb des Sperrbezirkes waren Veranstaltungen mit Pferden untersagt.

Gibt es regelmäßige Kontrollen des Veterinäramtes auf diese oder andere Pferdekrankheiten?

In den geltenden tierseuchenrechtlichen Vorschriften sind derzeit keine turnusmäßigen Untersuchungen von Pferden beziehungsweise Pferdebeständen vorgesehen. Lediglich beim innergemeinschaftlichen Verbringen von Einhufern aus reglementierten Regionen der EU (derzeit Teile Rumäniens) und bei Einfuhren von Einhufern aus Drittländern müssen bestimmte Anforderungen bezüglich durchgeführter Laboruntersuchungen, unter anderem auch bezüglich der infektiösen Anämie der Einhufer amtstierärztlich bestätigt werden.

Wie groß ist die Dimension des Problems, das da auch auf den Landkreis Cham zukommen könnte? Konkret: Wie viele Pferdehalter und Pferde gibt es überhaupt hier bei uns?

Im Landkreis Cham gibt es nach amtlicher Kenntnis 968 Pferdebestände mit circa 3000 Pferden.

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