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Donnerstag, 26. April 2018 15° 3

Reise

Eintauchen in ein fremdes Land

Fraunhofer-Abiturient Sebastian Kempf aus Roding durfte als Gewinner des Dr. George Wahr-Preises „Down Under“ erkunden.
Von Philipp Seitz

  • Ein unvergessliches Erlebnis: Sebastian Kempf erkundete das Great Barrier Reef und sah Fische und Korallen in allen denkbaren Farben. Foto: Kempf
  • Die Stadt Melbourne von oben. Foto: Kempf
  • Sebastian Kempf im Litchfield National Park. Foto: Kempf
  • Auch ein Aufenthalt in Dubai durfte bei der Reise nicht fehlen. Foto: Kempf

Cham.Für Sebastian Kempf war es ein großes Abenteuer. Sieben Wochen erkundete er Australien – und erlebte eine unvergessliche und beeindruckende Zeit in „Down Under“. Die Reise ermöglichte ihm Dr. George Wahr, der bereits zum sechsten Mal ein Reisestipendium an einen Fraunhofer-Abiturienten vergeben hatte.

Der 19-Jährige hat seine Tour gut vorbereitet: „Ich hatte mir Flüge und Jugendherbergen zuvor gebucht.“ Spannend wurde es für den Rodinger dennoch: Kempf hatte weder Smartphone noch Laptop nach Australien mitgenommen. „Ich wollte die Zeit einfach auf mich zukommen lassen, nicht abgelenkt werden und habe deshalb bewusst auf technische Hilfsmittel verzichtet.“ Einen gewissen Abenteuercharakter sollte die Reise ja haben – ohne Navigationsfunktion per Smartphone. Ein Nachtteil war der Verzicht für den Abiturienten nicht, ganz im Gegenteil: „Ich musste mich durchfragen und kam so viel intensiver mit den Menschen in Kontakt.“

Viele Freundschaften geschlossen

Teilweise wurde es zwar spannend, zu den gewünschten Zielen zu kommen, doch Sebastian Kempf fand am Ende immer die richtige Route. Nebenbei schloss er viele Freundschaften und lernte Backpacker aus der ganzen Welt kennen. Beeindruckend fand Kempf auch die Zeit mit Dr. George Wahr, bei dem er drei Wochen in Melbourne verbrachte. Auch wenn Dr. Wahr schon 77 Jahre alt ist, arbeitet er vier Tage in der Woche in seiner privaten psychiatrischen Praxis in Melbourne. „Die Arbeit macht ihm einfach Spaß“, erzählt Kempf. Mit Dr. Wahr verständigte er sich nicht nur auf Englisch. „Wir haben öfters auch Deutsch gesprochen, weil es ihm einfach Freude bereitete, wenn er die Sprache wieder anwenden konnte.“ Weil Dr. Wahr unter der Woche arbeitete, erkundete Kempf selbstständig die australische Metropole.

Sebastian Kempf mit Dr. Wahr und dessen Lebensgefährtin Susan Davis. Foto: Kempf

Am Wochenende standen Ausflüge mit Dr. Wahr und seiner Lebensgefährtin Susan zu sehenswerten Orten in und um Melbourne auf dem Programm. Gerne blickt der Abiturient auch auf die Dinnerabende und Theaterbesuche mit Dr. Wahr zurück. „Melbourne ist seine Wahlheimat und ihm war es ein Anliegen, mir die schönsten Seiten der Stadt zu zeigen.“

Nach den fast drei Wochen in Melbourne machte sich Kempf auf zu neuen Ufern und flog ins Outback nach Alice Springs. Kaum größer als Cham ist sie, die größte Stadt im geografischen Zentrum Australiens. Von dort startete er eine Camping-Tour zum Uluru, dem wohl bekanntesten roten Felsen der Welt.

Kängurus hüpften über die Straße

Im Outback erlebte er die weite Ferne endloser, trockener Buschlandschaften, atemberaubende Sonnenuntergänge und Kängurus, die ab und zu über die Straße hüpfen. Als nächstes flog Kempf in den tropischen Norden Australiens nach Darwin. „Mit Leuten aus der ganzen Welt machte ich eine Camping-Tour durch den Kakadu und Litchfield Nationalpark.“ Einer von vielen Höhepunkten auf Kempfs Tour.

Daten zum Preis

  • Dr. George-Wahr-Preis:

    Der Stifter Dr. George Wahr lebt in Melbourne, war von 1948 bis 1950 Schüler der damaligen Oberrealschule (heute Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium). Er wanderte als 14-Jähriger nach Australien aus und ist dort als Arzt und Psychiater tätig. Er spendiert als Preis einen vierwöchigen Aufenthalt in Australien im Wert von 6000 Euro für einen Abiturienten des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums.

  • Anlass:

    Da es ihm damals als armen Einwanderer im Wesentlichen nur aufgrund von Stipendien möglich war, seine Schulausbildung und sein späteres Studium erfolgreich abzuschließen, möchte er davon etwas zurückgeben. In den angelsächsischen Ländern ist es üblich, dass erfolgreiche Persönlichkeiten beispielsweise ihrer Schule eine „Belohnung“ zukommen lassen. Im Fall von Dr. George Wahr geschieht dies in Form eines Reisestipendiums.

  • Bewerbung:

    Um das Stipendium zu erhalten, muss der Schüler oder die Schülerin Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählen gute Noten in Deutsch und Englisch, mindestens vier Jahre am Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium, ein „guter Charakter“. Sebastian Kempf hat mit seiner in Englisch verfassten Bewerbung Dr. Wahr überzeugt. (ph)

Ein weiteres Erlebnis, das der Abiturient nicht mehr vergessen wird: Ein Tauchkurs in Cairns, einer ansehnlichen Stadt in geografisch günstiger Nähe zum Great Barrier Reef. Nach zwei Tagen Theorie-Unterricht und Training im Pool an einer Tauchschule, brachen Kempf und die weiteren Tauchschüler mit den Lehrern zu einer unvergesslichen Reise zum größten Korallenriff der Welt auf. Der Tauchgang bot einen Einblick in eine faszinierende Unterwasserwelt. Knapp eine Woche verbrachte Sebastian Kempf auch in Sydney und besichtigte den Hafen, das Opernhaus und die berühmten Strände. Nur einige Eindrücke von vielen, die der Rodinger sammeln durfte.

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