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Endlich: Die Kraft kehrt zurück

Im neuen Teil ihrer Kolumne schreibt die an Krebs erkrankte Stefanie Deml aus Kolmberg über ihr steigendes Selbstbewusstsein.
Von Stefanie Deml

Stefanie Deml
Stefanie Deml Foto: ck

Cham.Insgesamt sechs Wochen mussten Oliver und ich auf seinen Nettoverdienstausgleich warten. In den drei Wochen, in denen ich auf Reha war, hat Oliver sich um die Kinder gekümmert. Die Rentenversicherung zahlt dann den Nettoverdienst für die Tage, wo er als „Haushaltshilfe“ bei den Kindern war. Circa zwei Wochen nach der Reha kam die erste Abrechnung der Haushaltshilfekosten.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich mir noch gedacht: Das geht aber schnell! „Der Betrag wird in Kürze auf ihr angegebenes Konto überwiesen“, so stand es in dem Bescheid. Zwei Wochen nachdem dieser Bescheid da war, habe ich versucht bei der Rentenversicherung anzurufen.

Nach fünf Minuten Warteschleife kam dann die Mitteilung, man sollte eine E- Mail schicken mit der Bitte um Rückruf. Auf gar keinen Fall – ich bleibe in der Leitung. Nach zehn Minuten habe ich dann endlich eine Dame am Telefon. Sie erklärt mir, dass es sich um einen Systemfehler handelt und wir in ein paar Tagen unser Geld überwiesen bekommen. Kein Problem, dachte ich mir, kann ja mal vorkommen. Wir warten und warten. Abermals zwei Wochen später versuche ich wieder bei der Rentenversicherung durchzukommen.

Nach zehn Minuten Warteschleife habe ich endlich eine Dame am Telefon. Ich erkläre ihr – immer noch freundlich – dass wir schon seit über vier Wochen auf unser Geld warten. Ich sage immer, der Ton macht die Musik. Und bei der Dame war er nicht gerade passend. Wir wechseln wieder ein paar Worte – bis sich mein Ton ihrem Ton entsprechend angepasst hat. Als ich schließlich nach ihrem Namen frage, wird sie plötzlich nett.

Ich lasse mich nicht mehr einschüchtern. Vor ein paar Monaten wäre ich wahrscheinlich in Tränen ausgebrochen. Ich merke, dass ich stärker geworden bin, vor allem psychisch. Seitdem meine Haare gewachsen sind, fühle ich mich von Woche zu Woche besser. Ich sehe wieder normal aus, wie jede andere Frau auch. Ich bin selbstbewusster.

Die letzten Monate habe ich oft den Kopf eingezogen, weil ich keine Kraft für Stress hatte. Jetzt ist es anders. Ich weiß mich wieder zu wehren. Drei Tage später ist das Geld auf unserem Konto.

Die Kolumne und der Dank

  • Gefühle und Erfahrungen

    In ihrer ganz persönlichen Kolumne schildert Stefanie Deml (37) ihr Jahr mit der Diagnose Brustkrebs. Immer wieder hat sie ihre Gefühle und Erfahrungen rund um die Krankheit aufgeschrieben.

  • Mut machen

    Mit der Veröffentlichung will sie Frauen Mut machen, die ähnliches haben und erleben müssen, ebenso für Menschen, die unter Krankheiten leiden.

  • Unterstützung

    Es komme auch auf Unterstützung an, sagt sie. Deshalb dankt die Mutter von zwei Kindern besonders ihrem Lebensgefährten und ihrer Familie für die Hilfe. Geholfen hat ihr auch Roland Saurer, der jetzige Bürgermeister Waffenbrunns, dazu der Kindergarten St. Martin und Pfarrer Reißer.

  • Dank an Evi

    Schließlich gibt es einen weiteren „Engel“, dem sie danken will: der Haushaltshilfe Evi vom Maschinenring, ohne die es nicht gehe. (ck)

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