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Flaschen, Dosen, Gläser: alles Cola

Markus Schuhmann hat in seinem Museum in Cham 600 bis 700 Schätze gehortet. Sein Lieblingsstück stammt aus dem Jahr 1949.
Von Jürgen Ziereis

Eine alte Coca-Cola-Flasche hat in Markus Schuhmann die Sammelleidenschaft entfacht.
Eine alte Coca-Cola-Flasche hat in Markus Schuhmann die Sammelleidenschaft entfacht. Foto: Simon Tschannerl

Cham.Markus Schuhmann öffnet die Tür – und präsentiert gleich mal ein Stück seiner Sammlung: das T-Shirt, das er trägt, knallrot und nicht nur zufällig mit lustigem Coca-Cola-Logo. Der Rest wartet im Obergeschoss bei ihm daheim im Chamer Stadtteil Janahof, wo er der Sammlung einen eigenen Raum geschenkt hat: Markus Schuhmann sammelt alles, wo Coca-Cola draufsteht und teilweise auch noch drin ist. So wie eine originalverschlossene Cola-Flasche von 1973.

Gezählt hat der 35-Jährige seine Schätze noch nicht, es werden wohl so 600, 700 Stücke sein, tippt der Familienvater. Begonnen habe alles vor 15 Jahren, erzählt Schuhmann, als bei Renovierungsarbeiten in seinem Elternhaus im Herzen Chams eine alte Coca-Cola-Glasflasche zum Vorschein kam. Jeder andere hätte sie achtlos weggeworfen – nicht aber Markus Schuhmann. Welche Sammelleidenschaft sich daraus entwickeln sollte, konnte er damals noch nicht ahnen. „Die Flasche dürfte aus dem Jahr 1949 stammen, erst musste ich noch den Lack herauskratzen“, heute steht sie blitzblank poliert im Regal. So wie auch alle anderen Exponate in Schuhmanns kleinem Coca-Cola-Museum.

Ein Chamer und seine Cola-Leidenschaft

Wand-Logo selbst gemalt

Dort sticht gleich ein riesiges rot-weißes Coca-Cola-Logo an der Wand ins Auge, für das Markus Schuhmann zum Malerpinsel gegriffen hat, wie er schmunzelnd erzählt: „Mit dem Beamer an die Wand geworfen und nachgezeichnet. War nicht schlimm, hat nur einen Nachmittag gedauert.“ Direkt darunter steht eine Rarität auf dem Boden, auf die Schuhmann besonders stolz ist: eine Original-Holzkiste von Coca-Cola, wie sie heute kaum mehr zu bekommen ist.

Das Rezept ist bis heute geheim.
Das Rezept ist bis heute geheim. Foto: Simon Tschannerl

Und nebenan in den Regalen reiht sich Epoche an Epoche, so lässt sich auch die optische Entwicklung von Design und Dekor im Laufe der Jahrzehnte nachverfolgen. Von überallher stammen Schuhmanns Sammlerstücke: eine Flasche aus Dubai etwa oder auch vieles, was er aus Rumänien mitgebracht hat, wenn ihn sein Job als Elektrotechniker ins dortige Zweigwerk seines Arbeitgebers verschlagen hat. Und natürlich bestücken auch Freunde und Verwandte seine Sammlung, wenn die etwas in die Finger kriegen, sagt Schuhmann und lacht. Das meiste habe er auf Flohmärkten erstanden, hin und wieder auch im Internet zugeschlagen. Gute Zeiten kommen immer dann, wenn ein sportliches Großereignis ansteht – dem Sponsoring von Coca-Cola sei Dank. Schuhmann ist zwar kein ausgewiesener Fußballfan, räumt er ein, die Erinnerungsstücke an WM oder Olympia stellt er aber freilich dennoch gerne ins Regal. Und so fliegt ein Olli Kahn auf einem Trinkglas mit Coca-Cola-Logo durchs Regal, um auf die Fußball-WM 2006 in Deutschland hinzuweisen. Offenbar hat sich der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann nicht mit dem US-Konzern abgesprochen, sonst müsste statt „Titan“ Kahn Jens Lehmann dem Ball hinterherhechten, dem Klinsmann ja den Vorzug vor Kahn gegeben hatte. Bayern-Fans erinnern sich nur ungern daran.

Zur Person und Sammlung

  • Markus Schuhmann

    Markus Schuhmann aus Cham sammelt alles, was mit Coca-Cola zu tun hat. Seit etwa 15 Jahren, als er bei Renovierungsarbeiten eine Flasche aus dem Jahr 1949 gefunden hat, wächst die Sammlung. Über 600 Sammlerstücke dürften sich inzwischen angehäuft haben, schätzt Markus Schuhmann.

  • Sammelleidenschaft

    Seiner Sammelleidenschaft hat der 35-Jährige extra einen Raum gewidmet, in dem ein selbst nachgemaltes Coca-Cola-Logo von der Wand leuchtet.

  • Klassiker und Raritäten

    Klassiker wie Flaschen aus Glas und Plastik, Dosen und Gläser – und natürlich der Eisbär – sind ebenso darunter wie viele Raritäten. Etwa eine Original-Holzkiste von Coca-Cola, wie sie heute kaum mehr zu bekommen ist. Auf die ist Markus Schuhmann auch besonders stolz.

  • Sammeln

    Hauptsächlich kommt der Coca-Cola-Fan auf Flohmärkten zu seinen Sammlerstücken, zuweilen auch im Internet oder bei beruflichen Auslandsreisen. Und auch Freunde und Verwandte helfen mit. Auch das Sponsoring von Coca-Cola bei Fußball-Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen wirft Werbeartikel ab, die in Markus Schuhmanns Sammlung landen. (cjz)

Olympiade und Fußball-WM

Von einem anderen Glas grüßt „Sam, The Olympic Eagle“, das Maskottchen der Sommerspiele 1984 in Los Angeles. Und auf dem Glas daneben prangt der Schriftzug der Fußball-WM 1978 in Argentinien, Sie wissen schon, die „Schmach von Cordoba“. Ewigkeiten her scheint auch das, was Schuhmann auf dem Schrank gegenüber aufgebaut hat: Cola-Dosen mit den Wappen der Fußball-Bundesligisten 1994/95, als noch die Zwei-Punkte-Regel galt. Borussia Dortmund überholte erst am letzten Spieltag Werder Bremen, Dritter wurde der SC Freiburg. Die Bayern landeten nur auf Rang sechs.

So manches Maskottchen bereichert die Sammlung.
So manches Maskottchen bereichert die Sammlung. Foto: Simon Tschannerl

Neben den Klassikern wie Flaschen, Gläsern, Dosen und dem Eisbären („Der darf nicht fehlen“) hat Schuhmann vieles andere im Repertoire: Coca-Cola-Trucks, ein Badetuch mit überdimensionierter Colaflasche, Kartenspiele, Puzzles ein „Mensch-ärgere-dich-nicht“ im Coca-Cola-Outfit, einen Flaschenöffner mit abgegriffenem Logo, diverse Uhren und Anstecknadeln oder auch Bettwäsche. Unbenutzt. „Die ist zu schade zum Hineinlegen“, grinst Markus Schuhmann. Oder, besonders witzig: Ein Radio im Dosenformat mit cooler Sonnenbrille, das sich zur Musik bewegt.

Gibt’s denn ein Lieblingsstück? Da muss der 35-Jährige nicht lange überlegen: jene Flasche von 1949, mit der alles angefangen hat. Und etwas, das in der Sammlung noch fehlt? „Da gäb’s schon ein paar Schmuckstücke, alte Coca-Cola-Automaten oder den Original-Coca-Cola-Kühlschrank, den man von oben öffnet. Beides etwa von 1950.“ Und daher schwer zu kriegen und wohl auch recht kostspielig.

In letzter Zeit musste Schuhmanns Hobby wegen der Familie etwas zurückstecken, die Leidenschaft schlummere aber nach wie vor in ihm: „Mit einem Auge schaut man immer, was es Neues gibt…“ Auch die wichtigsten Eckdaten der Firmengeschichte hat der Cola-Fan sofort parat: Gegründet 1886 von John Pemberton im US-Bundesstaat Georgia, das Getränk wurde beschrieben als „Sirup, der gegen Kopfschmerzen und Müdigkeit helfen sollte“. So die offizielle Version. Inoffiziell ein Mittel, das den drogenabhängigen Pemberton wohl von seiner Sucht befreien sollte. „Das Rezept ist bis heute ein Geheimnis, das kennen vielleicht zwei Leute auf der Welt.“

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