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Ich bin gesund! Ich werde leben!

Im neuen Teil ihrer Kolumne schreibt Stefanie Deml aus Kolmberg darüber, wie der Brustkrebs ihr Leben verändert hat.
Von Stefanie Deml

Stefanie Deml
Stefanie Deml Foto: ck

Cham.Am 27.3.2015 hatte ich meine erste Mammografie nach Chemo und Bestrahlung. Als ich im Behandlungszimmer sitze und auf meinen Arzt warte, der mir das Ergebnis mitteilen wird, bin ich total fertig. Tage vorher konnte ich nicht richtig schlafen, war mit den Gedanken immer bei meiner ersten Krebsdiagnose im Februar 2014. Wie ein Film läuft das letzte Jahr in meinen Gedanken an mir vorbei. Der Tag, an dem ich den Krebs bei mir zu Hause getastet habe – wo ich noch glaubte, es sei nur eine Zyste. Die Mitteilung des Arztes am Telefon, dass ich einen bösartigen Brustkrebs habe.

Olivers Versuche, mich zu trösten, als ich nur noch weinen konnte. Wie ich es Bastian gesagt habe – wie soll ein Kind so etwas verstehen? Meine Mama und Geschwister, die um mich geweint haben. Die endlosen Stunden im Wartezimmer oder bei Ärzten.

Die Operationen und die Schmerzen – die bis heute noch nicht abgeschlossen sind. Der Schock als ich meine Brust nach der letzten Operation sah. Chemo – die mich und meinen Körper kaputt gemacht hat. Mein Körper wird nie wieder so sein wie früher. Bestrahlung, die mich psychisch und nervlich total herausgefordert hat. Meine Reha, bei der ich nach zwei Tagen alles hinschmeißen wollte. Und immer die Angst vor dem Sterben. Was würde aus meinen Kindern, wenn ich nicht mehr da bin? Eine finanzielle Situation, die sich bis heute nicht gebessert hat. Ich fühle mich von manchen Ämtern im Stich gelassen. Der Krebs hat mich und das Leben meiner Familie total verändert. Ich habe gebetet: Bitte, lieber Gott, tu mir das nicht noch einmal an. Ich weiß nicht, ob ich es noch mal durchhalten würde.

Dann kommt der Arzt und sagt mir, dass kein Krebs mehr zu sehen ist. Ich kann es immer noch nicht glauben. Ich bin gesund! Jetzt, in diesem Moment, bin ich gesund. Ein Jahr und achtundvierzig Tage habe ich gelitten, geweint und gehofft.

Geheilt? Das kann ich noch nicht sagen, da die nächsten sechs Jahre immer ein erhöhtes Risiko da ist. In den ersten drei Jahren muss ich alle drei Monate zur Vorsorge. Wobei der Krebs nach 15 Jahren oder später auch wiederkommen kann. Daran darf ich gar nicht denken. Der Krebs hat schon so viel von meinem Leben bestimmt. Ich lasse mich nicht mehr von ihm einschüchtern. Ich werde leben!

Die Kolumne und der Dank

  • Gefühle und Erfahrungen

    In ihrer ganz persönlichen Kolumne schildert Stefanie Deml (37) ihr Jahr mit der Diagnose Brustkrebs. Immer wieder hat sie ihre Gefühle und Erfahrungen rund um die Krankheit aufgeschrieben.

  • Mut machen

    Mit der Veröffentlichung will sie Frauen Mut machen, die ähnliches haben und erleben müssen, ebenso für Menschen, die unter Krankheiten leiden.

  • Unterstützung

    Es komme auch auf Unterstützung an, sagt sie. Deshalb dankt die Mutter von zwei Kindern besonders ihrem Lebensgefährten und ihrer Familie für die Hilfe. Geholfen hat ihr auch Roland Saurer, der jetzige Bürgermeister Waffenbrunns, dazu der Kindergarten St. Martin und Pfarrer Reißer.

  • Dank an Evi

    Schließlich gibt es einen weiteren „Engel“, dem sie danken will: der Haushaltshilfe Evi vom Maschinenring, ohne die es nicht gehe. (ck)

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