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Montag, 23. Juli 2018 22° 6

Serie

Ihr Herz schlägt für den Landkreis

Das Echo geht eine Woche der Frage nach, warum das Leben auf dem Land so schön ist – geht aber auch Problemen auf den Grund.
Von Bettina Griesbeck

  • Für Sabine Weinberger war Cham immer der Lebensmittelpunkt. Foto: Griesbeck
  • Stefan Raab hat gleich eine doppelte Liebe in die Kreisstadt Cham verschlagen. Foto: Griesbeck
  • „Wenn man helfen kann, hilft man“: Günther Fink ist seit 27 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr. Foto: Griesbeck
  • Andreas Seibold ist als leidenschaftlicher Stadtführer „Botschafter des Landkreises“. Foto: Griesbeck
  • Alexandra Dirscherl genießt beides: Viele Menschen um sich zu haben, aber auch die Ruhe und die Natur. Foto: Griesbeck

Cham.Egal ob Klein oder Groß, Jung oder Alt – jeder Bürger in Stadt und Landkreis Cham hat einen ganz individuellen Grund, hier zu leben. Die einen sind hier geboren und haben ihre Wurzeln nie verlassen. Andere sind wegen der Arbeitsstelle oder der Liebe wegen hergezogen. Und wieder andere wollten ursprünglich vielleicht nicht hierher – aber als sie erstmal im Landkreis Cham waren, haben sie schnell das Herz an die Oberpfälzer Region verloren.

Warum aber ist das Leben auf dem Land so gut? Und weshalb ziehen trotzdem manche Menschen lieber in eine Großstadt? Das Echo geht eine Woche lang diesen und anderen Fragen nach und spricht mit Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen: Vereinsleben, Wirtschaft, Schulleben und vieles mehr. Bevor allerdings zahlreiche Experten zu Wort kommen, haben wir bei den Bürgern auf der Straße nachgehakt: „Warum leben Sie eigentlich gerne in Cham?“

Ein großes Angebot für Kinder

Sabine Ebert kommt ursprünglich aus Nürnberg. „Der Freistaat Bayern hat mich nach meinem Referendariat nach Cham versetzt“, sagt die 41-Jährige, die am Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium Deutsch und Geschichte unterrichtet. Heute lebt Sabine Ebert mit ihrem Mann und zwei Kindern in Chamerau. „Besonders gut gefallen mir die vielen Freizeitmöglichkeiten für Kinder – wir sind viel mit dem Fahrrad unterwegs, gehen schwimmen oder schauen uns beispielsweise den Kinderdrachenstich in Furth im Wald an.“ Auch was die Schulen angehe, sei der Landkreis Cham ziemlich gut aufgestellt.

Die Natur liegt direkt vor der Tür

Sabine Weinberger von der Stadtbücherei in Cham kam in Furth im Wald zur Welt, wuchs im Landkreis auf und ging in Cham zur Schule. Heute lebt sie mit ihrem Mann ganz in der Nähe ihres Arbeitsplatzes. „Ich mag gerne die Natur und die Umgebung rund um Cham, weil man hier die schöne Landschaft direkt vor der Haustüre hat“, sagt die 48-Jährige. „Außerdem ist alles da, was man braucht: Modegeschäfte oder Möbelläden, Metzger und Bäcker.“ Besonders freut es Weinberger, dass auch ihre Tochter im Landkreis Wurzeln geschlagen hat.

Stefan Raab ist Sachbearbeiter beim Bayerischen Roten Kreuz in Cham. Der 41-Jährige ist im Landkreis geboren und aufgewachsen. Heute lebt und arbeitet er in der Kreisstadt. „Ich wollte einfach den Menschen helfen“, erzählt Raab, „deshalb habe ich mich mit 16 beim Roten Kreuz in Cham gemeldet, um mich dort ehrenamtlich zu engagieren.“ Eine „doppelte Liebe“ habe ihn schließlich dort gehalten: seine Arbeit und seine Frau, die er bei einem BRK-Kurs kennengelernt hat. Aber auch ansonsten geht dem Familienvater beim Gedanken an seine Heimat das Herz auf: „Hier kennt und hilft man sich gegenseitig, das schätze ich sehr.“

Alexandra Dirscherl stammt auch aus dem Landkreis Cham. Die Sozialpädagogin arbeitet in der Kreisstadt bei den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) und ist dort unter anderem für das Projekt der Auszubildenden aus Spanien zuständig. Beruflich hat sie täglich sehr viele Menschen um sich. „Das ist sehr schön, aber ich genieße es auch, auf meinen kleinen Weiler bei Rötz heimzukommen“, sagt Dirscherl. „Dort habe ich Ruhe, Frieden und die Natur – mein eigenes kleines Paradies.“

Stadtführer mit fränkischer Note

Seinen fränkischen Einschlag kann Andreas Seibold aus Cham nicht verbergen: „Man hört einfach, wo ich herkomme.“ Durch seine 22-jährige Zeit als Berufssoldat in Roding ist der Nürnberger im Landkreis Cham heimisch geworden. Mittlerweile ist Seibold in Pension. Für seine Wahlheimat ist der Geografie- und Geschichtsbegeisterte allerdings als Stadtführer noch aktiv. „Ich will mich hier einbringen und damit meinen Dank an die Gegend und die Menschen aussprechen, die mir so viel gegeben haben“, sagt Seibold. Eines beeindruckt den Stadtführer am Landkreis Cham aber besonders: „Zahlreiche Betriebe, die hier klein angefangen haben, agieren mittlerweile weltweit. Das finde ich bemerkenswert.“

Der gebürtige Chamer Günther Fink ist beruflich oft auf Montage außerhalb der Landkreisgrenzen unterwegs. „Gerade fahre ich jeden Tag nach Deggendorf“, sagt er. Seinen Wohnsitz in der Kreisstadt würde er aber nicht aufgeben. „Eine Großstadt ist mir zu unpersönlich, hier in Cham trifft man einfach noch überall bekannte Gesichter“, sagt Fink. Seine Freizeit verbringt der 42-Jährige am liebsten in der Natur rund um Cham zusammen mit seinem Sohn. Oder er engagiert sich ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr in Cham.

Bürgerdialog in Rötz

  • Der Anstoß zur Themenwoche ist ein Besuch des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, in Rötz. Schmidt möchte mit den Bürgern Antworten auf die Frage finden, was in Deutschland die Lebensqualität im ländlichen Raum ausmacht.

  • Deutschlandweit

    finden von Juni bis Oktober in verschiedenen Regionen sogenannte Bürgerdialoge statt. Schmidt reist in zehn Landkreise und spricht vor Ort mit ausgewählten Vertretern der Gesellschaft.

  • Die Ergebnisse

    der Bürgerdialoge und die Meinungen der dort lebenden Menschen sollen später in die Dialogreihe der Bundesregierung „Gut leben in Deutschland“ einfließen.

  • Der Landkreis Cham

    wurde für das Bundesland Bayern ausgewählt. Der Dialog findet am Freitag, 17. Juli, in Rötz statt. Es gibt einen Workshop mit anschließendem Gespräch mit dem Bundesminister.

  • Weitere Informationen

    gibt es im Internet unter www.bmel.de oder www.gut-leben-in-deutschland.de .

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