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Drama

Jungstörche bei Horstkampf getötet

Fremde Störche lieferten sich in Cham einen heftigen Kampf mit dem Pärchen am Straubinger Turm: die Jungtiere starben dabei.
Von Wolfgang Baumgartner

Hatten heuer kein Glück mit ihrem Nachwuchs. Das Storchenpaar am Straubinger Turm konnte bei einem Horstkampf das Nest zwar verteidigen, die Jungstörche kamen allerdings dabei um.
Hatten heuer kein Glück mit ihrem Nachwuchs. Das Storchenpaar am Straubinger Turm konnte bei einem Horstkampf das Nest zwar verteidigen, die Jungstörche kamen allerdings dabei um. Foto: Archiv

Cham.Schreckliche Folgen hatte ein Streit um den Storchenhorst am Straubinger Turm vor einigen Tagen. „Zwei bis drei fremde Störche wollten das Nest erobern und lieferten sich einen erbitterten Kampf mit dem Weibchen, das die frisch geschlüpften Jungen verteidigte“, teilt der ornithologische Betreuer der Regentalaue und BN-Mitglied Peter Zach auf Anfrage des Bayerwald-Echos mit.

Beobachtet hat den Kampf die Chamer „Storchenmutter“ Jutta Vogl. Die Försterfrau aus Michelsdorf kennt sie ganz genau, die Störche in Cham und Umgebung.

Weitere Horstkämpfe im Landkreis

„In den meisten Fällen gehen solche Horstkämpfe glimpflich aus“, erzählt Peter Zach. Bei der Auseinandersetzung der Störche um das Nest am Straubinger Turm war dies nicht der Fall. Ebenso wie Jutta Vogl wurden weitere Passanten Zeuge, wie die Störchin mit enormen Einsatz das Gelege verteidigte. Als der Storchenvater dann schließlich als Verstärkung zum Horst kam, konnten die Eindringlinge vertrieben werden. Allerdings sind bei dem Gefecht offensichtlich die Jungtiere getötet worden. Beobachtungen von Jutta Vogl zufolge, bringt das Storchenpaar nämlich kein Futter mehr zum Horst. „Daraus ist zu schließen, dass die Jungtiere tot sind!“ fügt Peter Zach hinzu.

Der Kampf um das Storchennest in Cham war nicht die einzige Auseinandersetzung zwischen den Bewohnern des Horstes und fremden Eindringlingen. Nach den Worten von Peter Zach wurde bei einem Horstkampf in Wetterfeld ebenfalls das gesamte Gelege zerstört. „Der Kampf war so heftig, dass dabei die Eier aus dem Nest geflogen sind!“

Gutes Nahrungsangebot

Wesentlich glimpflicher sei der Kampf um das Storchennest in Untertraubenbach ausgegangen. Dort ließen die Fremdstörche rasch vom Nest ab und somit bestand keine Gefahr für das Gelege.

Der Grund für so massive Auseinandersetzungen an Storchhorsten sind laut Peter Zach meistens Territorialkämpfe. Ist das Nahrungsangebot in der Nähe eines Nestes sehr gut, würden Fremdstörche häufig versuchen, den bereits brütenden Vögeln das Areal streitig zu machen. „Die Regentalaue ist einfach ein guter Lebensraum für Weißstörche!“

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Storchenpaar am Straubinger Turm nach der folgenschweren Attacke ein Nachgelege anlegt, ist aufgrund der Erfahrungen von Peter Zach sehr gering. „Wir sind jahreszeitlich schon viel zu weit fortgeschritten, da reicht die Zeit für ein weiteres Gelege einfach nicht mehr!“ Wie viele Jungstörche am Straubinger Turm bei dem Kampf ums Leben kamen, weiß niemand. „Die Tiere waren noch zu klein, so dass sie auch nicht mit Fernglas oder Spektiv gesehen werden konnten“, fügt der Storchenexperte hinzu. Ebenso wie er bedauert auch Jutta Vogl das tragische Ende der Auseinandersetzung zwischen den Eindringlingen und dem am Horst heimischen Storchenpaar. Hatten die beiden doch schon im Frühjahr für Schlagzeilen gesorgt, da der Storchenmann in den Wintermonaten in Cham blieb und sich ein zweites Tier dazugesellte. Es dauerte allerdings bis zum Frühjahr, bis der Fremdstorch dann ins Nest durfte und die beiden ein Paar wurden.

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