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Karin Bucher und ihre Bärentatzen

Chams Bürgermeisterin will Plätzchen backen in diesen hektisch-staaden Tagen – eine Inspiration zu einem Adventskalender.
Von Ernst Fischer

Bürgermeisterin Karin Bucher hat sich was vorgenommen für die Adventstage. Sie will sich „ein bisschen mehr Zeit nehmen“ für Rituale, die zu diesem Fest gehören – Plätzchenbacken zum Beispiel.
Bürgermeisterin Karin Bucher hat sich was vorgenommen für die Adventstage. Sie will sich „ein bisschen mehr Zeit nehmen“ für Rituale, die zu diesem Fest gehören – Plätzchenbacken zum Beispiel. Foto: Fischer

Cham.Es war einer jener Termine, die uns alle von einem zum anderen hetzen lassen – in dieser staaden Zeit. Bei der Vorstellung des Programms zum Chamer Christkindlmarkt war es, da ist es passiert: Karin Bucher, die Chamer Bürgermeisterin, hat auf einmal einen ziemlich nachdenklichen Ton angeschlagen und sinniert: „Da arbeitest du so vor dich hin, ein Termin jagt den anderen – und plötzlich ist Weihnachten!“ – „Zwischendrin, da hast du vielleicht noch ein paar Geschenke besorgt. Und du freust dich über ein paar freie Tage…“ – „Aaaaaber!“ Karin Bucher sagt es mit so großer Betonung: „Der Sinn des Weihnachtsfestes, der ist einfach so an dir vorübergegangen.“

Karin Bucher und ihr Adventskalender
Karin Bucher und ihr Adventskalender Foto: Fischer

Die Chamer Bürgermeisterin hat sich was vorgenommen für diesen Advent. Sie will „den Sinn von Weihnachten“ wiederfinden. Und wo liegt der? Irgendwo im Kopf, da hat Karin Bucher noch ein ganz lebendiges Bild davon. Und sie erzählt diese Geschichte: Als kleines Mädchen, da hat sie „mit meinem großen Bruder schon Tage vor dem Heiligen Abend das ganze Haus abgesucht, weil wir die Geschenke finden wollten“. Manchmal, da sind Karin und ihr Bruder sogar fündig geworden. „Aber das war fast ein bisschen schade, …weil die ganze Spannung weg war am Heiligen Abend.“

„Die Spannung ist das Schöne“

„Und die Spannung“, so sinniert Karin Bucher, „…die war eigentlich immer das Schöne an Weihnachten.“ – Die „Vorfreude“, so könnte sie dieses Gefühl auch beschreiben, „…man freut sich auf die Geschenke, das Zusammensitzen am Heiligen Abend, und danach in die Christmette…“ Es sind „Rituale“, die für Karin Bucher den Sinn so eines Fest erschließen. Plätzchenbacken in den Adventstagen vor Weihnachten gehört dazu. Dazu will sich die Bürgermeisterin heuer wieder mal selbst Zeit nehmen. „Bärentatzen“ sind ihr Lieblingsplätzchen, „…nach dem Rezept von meiner Mama – und zwar ohne Schoko-Überzug.“

Unser Adventskalender

  • Die Idee

    Die Chamer Bürgermeister Karin Bucher hat uns inspiriert zu einem besonderen Adventskalender mit ihrem Vorsatz, Ruhe zu finden in der Hektik, um sich innerlich auf das Weihnachtsfest vorzubereiten.

  • Die Serie

    Bis zum Heiligen Abend werden wir ab heute täglich eine kleine oder größere Geschichte erzählen von einem Menschen aus dem Landkreis Cham, wie er sich ganz persönlich auf Weihnachten einstimmt.

  • Süßes Geheimnis

    Karin Bucher liebt Schokolade. An ihrem Adventskalender 2016 sind längst alle Türchen offen – ohne Folgen für die Figur. Bucher: „Dafür verzichte ich mal aufs Abendessen.“

  • Die Geschichten

    Wie entkommen wir der Hektik der heutigen staaden Zeit? Darauf suchen wir Antworten hinter jedem Türchen bei unserem Adventskalender. Wir sind selbst gespannt, was wir da noch alles finden.

  • Die Menschen

    Es müssen nicht immer „Promis“ sein. Uns interessieren Menschen wie du und ich. Wenn Sie uns etwas erzählen möchten über Ihren Advent, bitte melden Sie sich!

  • Kontakt

    Telefon (09971) 852238; oder schreiben sie per E-Mail: echo@mittelbayerische.de

Und einen Christbaum will sich Karin Bucher wieder in die Wohnung stellen, nachdem sie in den letzten Jahren aus Termin-Not darauf verzichtet hat. Ausgesucht ist er schon, auf einer privaten Christbaum-Plantage. Abgeschnitten wird er erst kurz vor dem Heiligen Abend und dann mit eigener Hand geschmückt, „ganz schön bunt, mit Kugeln, Figuren, … und ich liebe Lametta“. Und: „Echte Kerzen“ müssen drauf sein. Noch was gehört zum Ritual am Heiligen Abend der Chamer Bürgermeisterin: „Ein bestimmter Film“ – der kommt meist erst spät in der Nacht im Fernsehen – schon weit nach Mitternacht. Karin Bucher hat diesen Film „mindestens schon zehnmal gesehen“. Er heißt: Ist das Leben nicht schön? (Originaltitel: It’s a Wonderful Life).

James Stewart spielt die Hauptrolle – „einen Mann, der am Leben völlig verzweifelt ist“. Karin Bucher erzählt die Geschichte ganz kurz: Am Weihnachtsabend will sich dieser Mann von einer Brücke stürzen. Ein Engel, der sich seine Flügel durch eine gute Tat erst verdienen muss, rettet ihn – mit dieser einen Frage: „Wie würde die Heimatstadt des verzweifelten Mannes aussehen, wenn er nie geboren wäre? Karin Bucher: „Und so wird am Ende alles gut!“ – „Weil der Mann erkennt, was dieser Welt fehlen würde – ohne ihn.“ Und – wenn Karin Bucher nicht mit James Stewart von einem Weihnachtsmärchen wie im Kino träumt – was wird aus dieser verzweifelnden Welt im Jahr des Herrn von 2017 werden? – Auch alles gut?

Und wie rettet man die Welt?

„Ich bin mir nicht sicher“, sagt Karin Bucher. Was sie so unsicher macht? „Die zunehmende Bereitschaft, Leuten zu glauben, die nur Versprechungen machen.“ Und: „Wer Hass schürt und Angst, der hat Zulauf.“ Und wenn die Chamer Bürgermeisterin mal schnell die Welt retten dürfte, hätte sie ein Rezept? – „Wenn ich das wüsste, dann hätte ich schon lange den Friedensnobelpreis bekommen“, sagt Karin Bucher. Ist eh schon viel genug, was sie sich selbst vorgenommen hat: „Ich versuche, mir ein bisschen Zeit zu nehmen und Ruhe und Frieden zu finden.“

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