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Ausstellung

„Katastrophe noch lange nicht vorbei“

Super-GAU in Tschernobyl und Fukushima: Bürgerinitiative informiert in Cham über atomare Desaster und deren Folgen.
Von Anna Weber

Mitglieder der Bürgerinitiative und des BUND Naturschutz sowie Melanie Rauscher von der Klostermühle präsentieren das Ausstellungsplakat.
Mitglieder der Bürgerinitiative und des BUND Naturschutz sowie Melanie Rauscher von der Klostermühle präsentieren das Ausstellungsplakat. Foto: Anna Weber

Cham.Mit Schaufeln und bloßen Händen räumten die Helfer den radioaktiven Schutt in Tschernobyl beiseite. Ihr Einsatz dauerte 40 Sekunden, dann wurden sie abgewechselt. Jeder 7. der 830 000 Helfer hat den Einsatz nicht überlebt, der Rest ist größtenteils schwer krank. Wer meint, dass sich die Folgen des Super-GAU, der sich am 26. April 1986 ereignet hat, hier erledigt haben, hat sich getäuscht.

Noch heute sind die Auswirkungen erkennbar. Vor allem der Südosten Bayerns ist durch den damaligen radioaktiven Regen stark verstrahlt worden. „Die Wildschweine im Landkreis sind noch immer stark belastet und müssen daher verworfen werden“, sagt Robert Kurzmann, der Vorsitzende des BUND Naturschutz. Nicht nur, dass es zu einer erhöhten Rate an Fehlbildungen kam, auch der Anteil an Totgeburten nahm einige Monate nach Tschernobyl in Südbayern enorm zu. Die starke Zunahme an Krebserkrankungen sind kein Zufall. „Ob Harz-IV-Empfänger oder Guido Westerwelle, bei einer Leukämie-Erkrankung steht nicht drauf, was schuld war“, sagte Sepp Baumann von der BI Bayerischer Wald gegen Atomanlagen e. V.

„Ob Harz-IV-Empfänger oder Guido Westerwelle, bei einer Leukämie-Erkrankung steht nicht drauf, was schuld war.“

Sepp Baumann

Doch nicht nur Tschernobyl vor 25 Jahren hat das seinige zur weltweiten radioaktiven Verstrahlung getan, auch das Seebeben und die damit verbundenen Schäden am Atomkraftwerk in Fukushima vor fünf Jahren haben vor allem zur Verseuchung des Pazifiks beigetragen.

„Vier Fünftel der Meere sind inzwischen radioaktiv verstrahlt. Das ist die bisher größte Verseuchung der Weltmeere“, so Isolde Mühlbauer von der BI. Diese schockierende Entwicklung fordere geradewegs auf, sich für den Atomausstieg einzusetzen.

„Solange die AKWs am Netz sind, sind sie ein großes Risiko für die Bevölkerung.“

Isolde Mühlbauer

Genau das tut die BI Cham mit ihrer Plakatausstellung „Fukushima, Tschernobyl und wir – Die Katastrophe ist noch lange nicht vorbei“. In ihrer Ausstellung weist die BI auf die Schrecken der zwei Super-GAUs innerhalb von 30 Jahren hin und macht auf das Atomrisiko in Deutschland aufmerksam. „Solange die AKWs am Netz sind, sind sie ein großes Risiko für die Bevölkerung, vor allem angesichts der derzeitigen Terrorgefahr“, sagte Mühlbauer.

Die Ausstellung

  • Klostermühle

    Im Gebäude der Klostermühle in Altenmarkt ist in den kommenden Wochen die Ausstellung der BI Bayerischer Wald zu sehen.

  • Dauer

    Die Plakatausstellung wird am 7. April eröffnet und dauert bis zum 23. April.

  • Öffnungszeiten

    Sie findet zu den Öffnungszeiten des Bauernladens statt: Donnerstag und Freitag, jeweils von 9 Uhr bis 19 Uhr, und am Samstag von 9 Uhr bis 13 Uhr.

  • Schulklassen

    Jederzeit willkommen sind auch Schulklassen mit ihren Lehrern. (caw)

Daher würde sich die BI freuen, wenn möglichst viele Menschen den Weg in die Klostermühle finden würden, um sich zu informieren und über einen Weg ohne Atomenergie nachzudenken. Denn wie auf einem der Plakate steht: „Atomkraftwerke gehen nur vom Netz, wenn sich viele dafür einsetzen“.

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