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Kultur

Lyrik, Blues und die mystische Oberpfalz

In der Chamer Wasserwirtschaft erinnerte Tintenfassl-Organisatorin Gabriele Kiesl an den verstorbenen Siegfried Bruckbauer.
Von Gregor Raab

Manfred Preischl, Lisa Weichart, Gabriele Kiesl, Michael Cizek (v. l.)Foto: cga
Manfred Preischl, Lisa Weichart, Gabriele Kiesl, Michael Cizek (v. l.)Foto: cga

Cham.Der plötzliche Tod von Siegfried Bruckbauer, Produzent der Heimatkomödie „De Überbliema oder Ois bleibt besser“, überschattete den letzten Tintenfassl-Abend im Stodl der Wasserwirtschaft. Gastgeberin Gabriele Kiesl gedachte nach der Eröffnung mit einer Hommage in Bildern des verstorbenen Freundes. „Mir persönlich imponierte vor allem seine Gelassenheit und Leichtigkeit, mit der er scheinbar durchs Leben ging, aber auch seine Fröhlichkeit und Freundlichkeit, die er stets an den Tag legte“, würdigte Kiesl sein Wirken.

Dann übergab sie das Wort an die Schriftstellerin Lisa Weichart, die aus ihrer kürzlich erschienen Gedichtesammlung „Flüsterkuss – Gedichte für die Wiese“ las. „Ich schreibe aus Spaß an der Freude“, sagte die gebürtige Regensburgerin. Wie die Künstlerin erklärte, holt sie sich die Inspiration für ihre Verse aus der Begegnung mit den Menschen. Dabei hat sie auch das soziale Netzwerk Facebook für sich entdeckt. Auf ihrer Seite „LyrikLebt“ sucht sie den Kontakt zu Gleichgesinnten und animiert sie zum kreativen Schreiben.

Beherrschende Themen ihrer Gedichte in Reimform und Aphorismen sind die schönen Alltäglichkeiten des Lebens. Mit ihrer Arbeit verfolgt sie eine klare Mission: „Ich möchte mit meinen Werken nicht reich oder berühmt werden, sondern die Lyrik am Leben erhalten.“ Das Spektrum ihrer Texte reicht vom humorvollen „Regensburger Grantler“, in dem sie die treffend die Wesenszüge der Domstädter beschreibt, bis hin zum tiefsinnigen „Zeitgefühl“. Darin schildert sie in wenigen Sätzen das Glück mit einem geliebten Gegenüber. Lisa Weichart verstand es daher in der Chamer Kleinkunstbühne blendend, die Zuhörer mit ihrer Lyrik, die sie in ihrem ganz eigenen Stil zu Gehör brachte, in ihren Bann zu ziehen.

„Ich möchte mit meinen Werken nicht reich oder berühmt werden, sondern die Lyrik am Leben erhalten.“

Schriftstellerin Lisa Weichart

Für die musikalische Untermalung sorgte der Nittenauer Gitarrist Manfred Preischl alias „Blues-Mane“. Gefühlvoll ließ der Berufsmusiker seine Finger über das Instrument gleiten und sorgte mit Klassikern wie „Stairway to heaven“, „Hotel California“ oder „Dust in the wind“ für Gänsehautstimmung.

Am Ende der Lesung stellten Gabriele Kiesl und Michael Cizek ihr aktuelles Gemeinschaftsprojekt „Mystische Oberpfalz – Rätselhafte Geschichten und geheimnisvolle Bilder“ vor. Die Autorin und der Chamer Fotokünstler nehmen in diesem Band die Leser auf eine unheimliche Reise mit. „Im Bann des Ödenturms“, „Das Seelenrad am Naabufer“, „Das Grauen von Laaber“ und „Im Schatten der Dreieinigkeitskirche“ lauten die Titel der Kurzgeschichten in diesem Buch. Kiesl sagte zum Inhalt: „Der schmale Grad zwischen Fiktion und Wirklichkeit wird in Wort und Bild überschritten, in einer Art, die die eigene Vorstellung übersteigen wird und schlaflose Nächte nach sich ziehen kann.“ (cga)

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