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Entwicklung

Mit Aigner auf der digitalen Überholspur

Der Landkreis Cham präsentiert sich Ilse Aigner als ideenreich. Ein digitales Gründerzentrum soll die Innovationen fördern.
Von Martin Hladik

Beste Laune hatte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner beim Besuch auf dem Technologiecampus Cham. Hier lässt sie sich von Studenten einen sich selbst lenkenden Roboter erklären.
Beste Laune hatte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner beim Besuch auf dem Technologiecampus Cham. Hier lässt sie sich von Studenten einen sich selbst lenkenden Roboter erklären. Foto: Hladik

Cham.„Der ländliche Raum hat die besseren Ideen“, sagt der Landtagsabgeordnete Gerhard Hopp bei einer Veranstaltung am Technologiecampus ziemlich selbstbewusst. Gerade eben hatten drei Firmen aus dem Landkreis Cham der Wirtschafts- und Technikministerin Ilse Aigner ihren Erfolg mit Hilfe der Digitalisierung und Vernetzung vorgestellt.

Die Praxisbeispiele zeigten, wie man „aus dem tiefsten Bayerischen Wald“ dank guter Ideen und guter Netze Kunden weltweit erreicht und seine Produkte erfolgreich verkauft. Für Hopp ein Beispiel wie die Digitalisierung das Gefälle zwischen Stadt und Land angleichen, wenn nicht sogar aufheben kann. Einen wichtigen Schritt dorthin sieht der Politiker in einem geplanten digitalen Gründerzentrum.

Förderzusage für Cham

Ein solches soll nach Cham kommen. Neun Standorte wurden Mitte des Jahres vom Ministerrat bereits beschlossen. Cham und zwei weitere Standorte haben ebenfalls eine Förderzusage, müssen ihr Konzept aber noch einmal überarbeiten. Ursprünglich war im Landkreis ein Gründerzentrum auf digitale Produktion zugeschnitten, jetzt wird es um die Bereiche digitaler Tourismus und E-Commerce erweitert.

Einen Förderbescheid konnte die Ministerin also noch nicht übergeben, aber anhand der drei Präsentationen konnte sie sehen, wie innovativ Firmen im Landkreis bereits jetzt auf diesen Themengebieten sind. Für die Förderzusage, dass in Cham ein digitales Gründerzentrum entstehen wird, bedankte sich Landrat Franz Löffler bei der Ministerin. Er wies daraufhin, dass bei den Firmen insbesondere für den 3D-Druck großes Interesse besteht. Bei seinen Dankesworten an Aigner wechselte Löffler von „Sie“ zum „Du“. Löffler: „Wir sind ja per Du, alle zwei!“

„Wir sind ja per Du, alle zwei!“

Franz Löffler zu Ilse Aigner

Was tut der Landkreis?

Löffler erläuterte, welche Rolle der Landkreis bei der Digitalisierung spiele. Was die Netzabdeckung betreffe, sei der Landkreis ziemlich weit, sagte er. 85 Prozent der Menschen könnten schon jetzt das schnelle Internet nutzen. Zur Abdeckung der letzten weißen Flecken im Breitbandnetz sei der Landkreis der erste in Bayern gewesen, der die Förderung des Bundes beantragt habe.

Ein Handy-Halter mit bayerischem Löwen wurde für Ilse Aigner im 3D-Drucker angefertigt.
Ein Handy-Halter mit bayerischem Löwen wurde für Ilse Aigner im 3D-Drucker angefertigt. Foto: Hladik

Digitalisierung unter dem Stichwort „Wirtschaft 4.0“ spiele am Technologie-Campus ebenfalls eine Rolle. Ganz bewusst habe man neben den Campus die „modernste Berufsschule Bayerns“ gestellt, sagte der Landrat. Um Betriebe, Fördermöglichkeiten und Hochschulen besser zu verbinden, leiste sich der Landkreis einen Netzwerkmanager, der in nur einem Jahr ein Fördervolumen von 1,2 Millionen Euro akquiriert habe.

Der nächste Schritt sei das angesprochene digitale Gründerzentrum. Davon erhofft sich Löffler einen ähnlichen Innovations- und Wirtschaftsschub wie von den ersten „normalen“ Gründerzentren, die 1996 in Furth und Roding entstanden sind und zum „wirtschaftlichen Aufschwung beigetragen haben“. Der Landkreis habe mit rund 50 000 Beschäftigten soviel Arbeitsplätze wie nie zuvor. Damit sei der Kreis Cham ein gutes Beispiel für die Chancen ländlicher Regionen.

Aigner: „Auf der Welle surfen“

Die Bezeichnung „gut“ für den Landkreis Cham griff Aigner in ihrer Rede gleich auf: „So bescheiden kenne ich dich gar nicht“, sagte sie an Löffler gerichtet. Tatsächlich seien die wirtschaftlichen Daten für den Landkreis hervorragend. Man sei jetzt in der dritten Welle der Digitalisierung. Hier wolle der Freistaat „an der Spitze stehen“. Man wolle „auf der Welle surfen und sich nicht von ihr überrollen lassen“.

„So bescheiden kenne ich dich gar nicht.“

Ilse Aigner zu Franz Löffler

Die Ministerin verwies auf verschiedene neue Professuren zur Digitalisierung, eine auch an der TH Deggendorf. Das digitale Gründerzentrum in Cham werde ein „Beispiel für digitale Produktion“ geben. Nach einem Rundgang durch das Campusgebäude, bei dem der Ministerin der 3D-Druck vorgestellt wurde, besuchte Aigner die Firma Elotec in Furth.

Digitale Entwicklungen

hubermedia: Die einst studentische Firmengründung von Stefan Huber hat mittlerweile Standorte in Lam, München und Bremen. Das Unternehmen stellt die Datenbasis für hunderte Webseiten und Apps im touristischen Bereich. Eines der neuesten Produkte ist ein Infoterminal wie auf dem Marktplatz in Cham.

Firmengründer Stefan Huber
Firmengründer Stefan Huber Foto: Hladik

Mode Schödlbauer: 2007, so Peter Schödlbauer, sei das Bad Kötztinger Traditionsunternehmen mit hemdenmeister.de online gegangen. Die Daten würden sowohl im Geschäft vor Ort als auch auf Plattformen wie amazon genutzt. Als kleiner Nischenspezialist habe man so völlig neue Marktplätze erreicht

Peter Schödlbauer
Peter Schödlbauer Foto: Hladik

db-matik: Christian Daschner beschäftigt sich mit dem Thema Intelligente Verpackung. Sein Unternehmen war 2003 eine Garagengründung und beschäftigt derzeit 60 Mitarbeiter. Er hat unter anderem eine digitale Temperaturanzeige auf flexibler Verpackung entwickelt. Solche digitalen Daten wären auch für Kleidung nutzbar.

Christian Daschner
Christian Daschner Foto: Hladik

TH Deggendorf: Der Hochschulpräsident Prof. Dr. Peter Sperber stellte die Rolle des Technologie Campus Cham heraus. Anderes als an anderen Außenstellen der Hochschule Deggendorf gebe es hier Forschung und Lehre. Das sei für die boomende Region Cham besonders wichtig. Das duale Studium in Cham habe sich etabliert. Der Chamer Campus wird künftig digitale Gründer beraten und mit einem 3D-Drucker unterstützen.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Peter Sperber
Hochschulpräsident Prof. Dr. Peter Sperber Foto: Hladik

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