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Kommunalwahl

„Motivationsschub“ für die Chamer CSU

Die Partei stellt sich für die Stadtratswahl auf – mit etablierten Stadträten und einem ganz neuen Gesicht an der Spitze: Dr. Markus Lemberger (38).
Von Ernst Fischer

Cham. Altersschnitt 45 Jahre, die jüngste ist 18, der älteste wird 68, wenn am 16. März der neue Chamer Stadtrat gewählt wird. 24 Kandidaten aus allen Berufsschichten – von der Studentin Isabell Althammer bis zum ehemaligen Krankenhaus-Chefarzt Dr. Hans Schneider – sechs Frauen, 18 Männer. „Ein Team“, das hinter dem neuen Mann an der Spitze steht, sagte Günther Lommer (67).

Dr. Markus Lemberger (38), der Bürgermeisterkandidat der Chamer CSU führt die Liste der 24 Stadtratskandidaten an, die am Donnerstagabend im Randsbergerhof nominiert wurde. Die größte Überraschung: Günther Lommer (67), der seit vier Jahrzehnten die Chamer-Stadtpolitik in der CSU, in Stadt- und Kreisrat mitbestimmt, – er stellt sich jetzt ganz hinten an: Platz 24 auf der Liste. Und trotzdem: Die Fäden hat er weiter in der Hand.

Christa Strohmeier-Heller, die Vorstandskollegin im Chamer CSU-Ortsverband und 2. Bürgermeisterin, dankte Lommer bei der Eröffnung der Nominierungsversammlung ausdrücklich für sein „persönliches Engagement“. Strohmeier-Heller zu Lommer: „Dir verdanken wir unseren Super-Bürgermeister-Kandidaten und eine tolle Stadtratsliste.“

Lommer gestand zu, dass es lange Zeit nicht danach ausgesehen hat. Er sei intensiv auf der Suche gewesen nach einem Nachfolger für den CSU-Kandidaten von 2008, Josef Altmann, der mit 33,4 Prozent gegen Karin Bucher (62,3 Prozent) verloren hatte. Lommer: „Ich weiß nicht, wie wir heute hiergesessen wären, wenn Markus Lemberger nicht Ja gesagt hätte.“

Warum steht Lommer auf Platz 24?

So aber spürt Lommer „einen Motivationsschub“ für die CSU – „Schulterklopfen überall in der Stadt“ für den Bürgermeisterkandidaten. Er habe „keine einzige negative Stimme gehört“, sagte Lommer. Der Motivationsschub gilt auch für ihn selbst. Er habe „schon ans Aufhören gedacht“ nach 36 Jahren im Stadtrat. Aber jetzt nennt er seinen selbst gewählten letzten Platz auf der Liste auch ein Signal. Lommer wörtlich: „Ich stehe ganz hinten, weil ich damit deutlich machen wollte, ich stehe hinter dem Kandidaten, den ich gefunden habe.“ Immerhin könne er auf 4500 Stimmen verweisen, mit denen er vor sechs Jahren das drittbeste Ergebnis aller Stadtratskandidaten geholt hatte, sagte Lommer. Seine eigene Erwartung: „Wenn’s langt auf Platz 24, dann soll‘s mir recht sein, wenn nicht, dann freut’s mich, wenn ich einem anderen geholfen habe, in den Stadtrat zu kommen.“ Fünf Stadträte hat die CSU aktuell. „Das ist unterste Region“ für Lommer und der „Mindestanspruch“, den er für die Wahl am 16. März ausgibt. Das „Ziel“ sind sechs Mandate. Und „der Traum“: sieben.

Vier der fünf aktiven Stadträte sind auf der CSU-Liste 2014 wiederzufinden: Christa Strohmeier-Heller, Thomas Zitzmann, Georg Kuchenreuter und Günther Lommer. Klaus Hofbauer ist nicht mehr dabei. Aber er kandidiert wieder, für die Windischbergerdorfer Ortsliste. Lommer: „Wir haben Verständnis, dass er jetzt in seinem Heimatort antritt.“ Das gilt auch für Martin Stoiber, den neuen Chamer CSU-Ortsvorsitzenden. Er steht auf der Vilzinger Liste.

Sechs Frauen, 18 Männer

Aber Lommer sieht neue Zugpferde. Elisabeth Popp zum Beispiel: „Sie hat bei der Landtagswahl zuletzt mehr Stimmen im Chamer Stadtgebiet bekommen als die Bürgermeisterin bei der Bezirkstagswahl.“ Thema Frauen überhaupt: Sechs sind es auf der Liste, eine mehr als 2008. Lommer: „Ich hätte gerne mehr Frauen gehabt.“ 25 habe er persönlich gefragt. „Und alle haben Interesse signalisiert“. Aber am Ende haben die meisten doch abgesagt – oft „wegen der Familie“. „Das Küken“ (Lommer) ist Isabell Althammer (18), Azubi bei der Sparkasse und JU-Ortsvorsitzende. Der älteste, Dr. Hans Schneider, hat einschlägige Erfahrung. 18 Jahre war er im Stadtrat, bevor er 2008 knapp scheiterte.

Alle 24 Kandidaten stellten sich persönlich vor. Einige haben ihre Wurzeln im ASV. Und fast alle haben etwas gemeinsam: Sie engagieren sich ehrenamtlich – ob Reinhard Lesinski, der Kopf von Wasserwacht und Kolpingmusik, oder Andreas Gerenko (28), der junge Mann, der 2005 aus der Ukraine nach Cham gekommen ist und eine Street- und Breakdancegruppe leitet. Warum er in den Stadtrat möchte: „Ich habe mit Jugendlichen aus vielen Ländern zu tun und möchte die Ideen weitergeben.“ Von 19 stimmberechtigten Mitgliedern wurde die Liste einstimmig verabschiedet. Listenverbindungen geht die CSU nicht ein.

Dr. Markus Lemberger setzte den letzten „Impuls“, mit dem Slogan, den man schon kennt: „Cham kann mehr – mit uns“. Und zum Kandidaten-Foto sagte er: „Wow, was für eine Mannschaft!“

Wahlkampf-Termine

30 Wahlveranstaltungen plant die Chamer CSU in allen Ortsteilen.

Fünf Hauptveranstaltungen widmen sich speziellen Themen. Die Termine (Beginn jeweils 19 Uhr, Lokale teilweise noch offen):

8. Januar, 19 Uhr, im Gasthaus Neue Post in Cham: die Bildungslandschaft der Stadt Cham.

22. Januar: Themenabend „Wirtschaft“ (Chammünster)

5. Februar: Themenabend „Daseinsvorsorge“ (Cham)

18. Februar: Themenabend „Wohnen und Leben in Cham“ (voraussichtlich im Pfarrheim Cham-West)

12. März: Abschlussveranstaltung in Cham

Aktuelle Infos im Internet: www.markus-lemberger.de

Die Stadtratsliste der CSU

1. Dr. Markus Lemberger (38 Jahre)
2. Christa Strohmeier-Heller (62 )
3. Thomas Zitzmann (47)
4. Elisabeth Popp (57)
5. Georg Kuchenreuter (52)
6. Max Schierer (44 Jahre)
7. Dr. Hans Schneider (67);
8. Uwe Misslinger (41)
9. Markus Bandasch (38)
10. Alexander Zollner (41)
11. Silvia Sigl (37)
12. Christian Groitl (30)
13. Christine Heiduk (61)
14. Reinhard Lesinski (59)
15. Sebastian Wilder (35)
16. Andreas Gerenko (28
17. Alexander Köstlinger (34)
18. Johannes Posel (49)
19. Florian Fundeis (40)
20. Isabell Althammer (18)
21. Andreas Klebl (23)
22. Angelika Gruber (50)
23. Fritz Raab (57)
24. Günther Lommer (67)

Ersatz: Günther Engl, Josef Berthold

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