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Gesundheit

Sana-Kliniken erzielen erstmals Gewinn

Ein historischer Moment für Sana-Geschäftsführer Oliver Bredel: Erstmals landet der Klinikkonzern im Landkreis Cham im Plus.
Von Christoph Klöckner

Die Sana-Kliniken im Landkreis Cham haben im Jahre 2015 einen Gewinn gemacht.
Die Sana-Kliniken im Landkreis Cham haben im Jahre 2015 einen Gewinn gemacht. Foto: Franziska Gabbert

Cham.Es ist eine Premiere – ein fast schon historischer Moment, so ordnete es zuletzt zumindest Landrat Franz Löffler ein, während andere Kreisräte da aus Erfahrung eher skeptisch blieben: Die Kliniken im Landkreis Cham haben im Jahre 2015 einen Gewinn gemacht! Wie viel es ist, das liegt an der Brille, durch die man gerade schaut. Ist es die deutsche Brille, die nach Deutschem Handels-Gesetzbuch rechnet, so sind es 1,077 Millionen Euro Plus. Ist es die internationale Brille – die in Konzern-Kreisen übliche, wie Chams Sana-Geschäftsführer Oliver Bredel sagt – sind es „nur“ 201000 Euro Gewinn. Doch eigentlich ist die Brille egal – allein die Meldung, dass die drei Chamer Häuser unterm Strich ein Plus erwirtschaftet haben, ist für Kenner der Chamer Krankenhausszene eine außergewöhnliche Nachricht.

Jahrzehntelang war eine solch gute Botschaft von den jeweiligen Geschäftsführern der Kliniken, die bis 2012 noch in kommunaler Hand waren, versprochen worden. Nie hatte sich der gute Ausblick auf die Geschäftsjahre am Ende verwirklichen lassen – im Gegenteil, der Landkreis musste mit Millionen die Defizite ausgleichen und hatte bis zum aktuellen Haushalt noch Lasten aus dem Schuldenberg der Kliniken zu tragen. Vielleicht auch aus diesem Wissen heraus, ist Oliver Bredel vorsichtig beim Ausblick. Wenn man das Ergebnis des vergangenen Jahres auch 2016 schaffe, sei man mehr als zufrieden, sagt der 54-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die „Ernte“ der Maßnahmen

Das ist gut lachen: Sana-Manager Oliver Bredel ist seit Jahrzehnten der erste Geschäftsführer der Chamer Krankenhäusern, der nicht nur eine „Schwarze Null“ ausweist, sondern gleich noch Gewinn macht.
Das ist gut lachen: Sana-Manager Oliver Bredel ist seit Jahrzehnten der erste Geschäftsführer der Chamer Krankenhäusern, der nicht nur eine „Schwarze Null“ ausweist, sondern gleich noch Gewinn macht. Foto: ck

2014 hatte das Unternehmen im Landkreis Cham noch rote Zahlen geschrieben – 2,4 Millionen Euro betrug das Minus. Den Weg ins Plus schildert Oliver Bredel vor allem als das Wirken schon im Jahr davor eingeleiteter Maßnahmen. 2014 habe man bereits gemerkt, dass die Patientenzahlen steigen. Praktisch alle Abteilungen hätten Steigerungen gehabt. Darauf habe sich der Klinikbetrieb eingestellt. 2015 seien somit 500 Patienten mehr aufgenommen worden als im Jahr zuvor. Die Innere habe deutlich zugelegt, ebenso die Orthopädie, wie auch die Neurologie von null auf zuletzt beim Weggang von Chefarzt Dr. Ziegler 1000 Patienten. Hier komme spätestens zum 1. Juli ein neuer Chefarzt und an diesem Freitag mit Stephan Kandsperger ein neuer Oberarzt. Wobei die neurologische Abteilung mit dem Honorararzt Dr. Georg Ambach bis heute gut weitergearbeitet habe. Geschmerzt habe auch der Weggang des Neurologen Prof. Dr. Chris Woertgen.

Die 3 Standorte im Landkreis

  • Standorte

    Die Kliniken im Landkreis Cham sind auf drei Standorte verteilt: Cham, Roding und Bad Kötzting. Bis Ende 2011 waren die Häuser in kommunaler Hand und gehörten dem Landkreis. Millionen investierte der in die einzelnen Häuser, ohne unterm Strich trotz vieler Ankündigungen je Gewinn zu machen.

  • Sana

    Ab 2012 übernahm der Sana-Konzern, der drittgrößte private Krankenhausbetreiber in Deutschland. Der Landkreis ist nur minderheitsbeteiligt mit etwa 25 Prozent, hat aber den Erhalt der drei Standorte festgeschrieben.

  • Kritik

    Geschäftsführer Oliver Bredel weist die Kritik einer Ungleichbehandlung der Standorte zurück. Der Konzern investiere genauso in den Erhalt von Bad Kötzting oder Roding wie in Cham. Wobei er außer Frage lässt, dass Cham das zentrale Haus für Sana ist. Er sei auch nie bei Gesprächen mit Mitarbeitern der Standorte etwa Neid aufeinander begegnet. In Roding habe man genauso viele OP-Säle in Betrieb wie in Cham. Bis auf eine leerstehende Station sei das ganze Rodinger Haus belegt, sagt der Sana-Manager. (ck)

20500 Menschen versorgt

Insgesamt wuchs die Zahl der stationären Aufnahmen in den drei Häusern 2015 auf 20500 kranke Menschen. Damit kratzt die Geschäftsleitung an den selbst gesteckten Zielen. Vor zwei, drei Jahren, als die Patientenzahl bei 18000 lag, gab man 20 bis 21000 als erreichbare Größe aus. Aus 60 Prozent der Kranken aus dem Landkreis Cham, die sich 2013 in die Sana-Kliniken begaben, sollten 75 Prozent werden.

Das dürfte in etwa gelungen sein – Bredel sieht darin auch einen Rückgewinn an Vertrauen bei der Bevölkerung und bei den niedergelassenen Ärzten. Die durchschnittliche Auslastung der Betten in Cham liege bei 80 Prozent, in Roding und Bad Kötzting bei etwas über 70 Prozent, erläuterte der 54-Jährige. Oliver Bredel sieht weitere Steigerungsmöglichkeiten, etwa für chirurgische oder orthopädische Eingriffe mehr Patienten in die Chamer Kliniken zu locken.

Einen Patienten-Schub soll der Linksherzkathetermessplatz bringen, der für 1,8 Millionen Euro angeschafft und ab 1. Juli in Kooperation mit der Uniklinik Regensburg laufen soll. Der werde im OP-Bereich angesiedelt und sei gerade im Bau. Etwa 1000 bis 1200 Patienten gebe es im Landkreis, die eine Kathederbehandlung brauchen würden, wie etwa nach Herzinfarkt oder Herzbeschwerden.

Während die Patientenzahlen steigen, sinken seit der Übernahme durch den Sana-Konzern die Beschäftigtenzahlen. Vieles ist in andere Sana-Unternehmen oder Fremdfirmen ausgegliedert worden. Von einst etwa 950, die sich 2012 mit Sana auf die „Reise der Veränderung“ machten, wie es der erste Chamer Geschäftsführer des Konzerns, Dr. Andreas Hartung, ausdrückte, seien heute noch 500 da, so Bredel. Davon seien 77 Mediziner. Sana habe hier aber die vergangenen Jahre keinen Personalabbau aus Spargründen betrieben, betont Bredel.

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