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Backen

So süß schmeckt der Advent bei uns

Plätzchenbäcker aus dem Landkreis Cham verraten uns ihre Lieblingsrezepte – nachzulesen auch im neuen MZ-Heft.
Von Claudia Peinelt

Betty Bauer mit ihren Kindern Toni, Leo und Maxi in der Küchen-Backstube daheim in Michelsdorf
Betty Bauer mit ihren Kindern Toni, Leo und Maxi in der Küchen-Backstube daheim in Michelsdorf Foto: Peinelt

Cham.Seit Mitte November ist die Plätzchenbackstube von Betty Bauer aus Michelsdorf bereits eröffnet. Mit ihren drei Kindern Toni, Leo und Maxi im Hintergrund hat die 32-Jährige da einiges zu tun. Da kommt die Plastiktischdecke auf den Tisch, und Toni und Leo sitzen schon mit Ausstechformen in der Hand parat. Auch die kleine Maxi strampelt ganz aufgeregt in ihrem Kinderhochstuhl und will mitmachen.

Erst muss mal etwas Mehl auf den Tisch. Dabei spielen natürlich die beiden Jungs gleich mal herum und schmieren sich das Mehl ins Gesicht. Ein strenger Blick von Mama Betty und die beiden Schlitzohren sind wieder brav.

Dann kommt die Kugel Teig und wird gleich mal ausgerollt. Sterne und Herzen, Mond und Tannenbäume werden ausgestochen. Die kleine Maxi patscht mit ihren Händchen in den Teig und will einfach mal probieren. Alle lachen, als das nicht so ganz funktioniert und auch sie einen Mehlrand um ihren Mund hat.

Betty Bauer backt schon immer sehr gerne. In diesem Jahr hat sie nicht ganz so viel Zeit gehabt. Aber immerhin sind jetzt auch schon sechs Sorten in den Dosen verpackt. „Und vor dem ersten Advent hat es keine zum Essen gegeben“. Der zwölfjährige Toni grinst verschmitzt. Ob er wohl heimlich genascht hat? Mit ihrem Rezept von den Aprikosenherzen hat Betty es in das Heft „Meine Küchenschätze – Süßer Advent“ geschafft. Die MZ präsentiert mit dieser Broschüre die Lieblings-Rezepte von 60 Frauen und Männern aus der Region (Die Broschüre „Süßer Advent“ gibt’s in den Geschäftsstellen unserer Zeitung für 4.90 Euro (Abonnenten: 3,90 Euro)). Betty Bauer hat für unsere Leser hier noch eine Zugabe: Nougat-Kugeln.

Nougat-Kugeln von Betty Bauer

  • Zutaten

    200 g Mehl, 75 g Zucker, 1 Prise Salz, 1 Ei, 100 Butter, Nougat und Haselnusskrokant

  • Zubereitung

    Teig herstellen, zu einer Rolle formen und davon Stücke abschneiden. Diese zu einer Kugel formen, platt drücken, in kleines Nougatstück in die Mitte setzten und den Teig rundum verschließen. Wieder zur Kugel formen und in Krokant wälzen.

  • Backen

    Im Ofen bei 180 Grad circa zehn Minuten backen. Die Kugeln sollten nicht braun werden, sonst sind sie trocken. Der Nougatkern ist noch flüssig, wenn man sie gleich verzehrt.

Himbeersterne für die Senioren

Daniel Siegl und seine Himbeersterne
Daniel Siegl und seine Himbeersterne

Daniel Siegl vom BRK-Wohnheim in Waldmünchen hat insgesamt 135 Kilogramm Plätzchen gebacken, 15 Sorten. An Nikolaus gibt's für jeden Bewohner Plätzchentütchen. Zutaten: 125 g Puderzucker, 250 g Margarine, 1 Eigelb, 375 g Mehl, 1 Messerspitze Salz, Schale einer 1/2 unbehandelten Zitrone, 100 g Himbeergelee, Zitronensaft, Himbeergeist, Puderzucker. Zubereitung: Puderzucker, Margarine, Eigelb, Salz und Zitronenschale in eine Schüssel geben und alles zu einer cremigen Masse verrühren. Das Mehl zur Masse geben und rasch zu einem Mürbteig vermengen. Aus dem Teig eine Kugel formen und abgedeckt ca. zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Dann auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche den Teig drei bis vier Millimeter dick ausrollen und Sterne ausstechen. Backofen auf 190 Grad vorheizen. Das Himbeergelee in einem Topf erwärmen und mit einem Pinsel auf eine Seite der Sterne streichen und je zwei Sterne mit der bestrichenen Seite zusammenkleben. Nun die Oberfläche nochmals dünn mit Gelee bestreichen. Auf der mittleren Schiene im Ofen etwa acht bis zehn Minuten gold-gelb backen. Zitronensaft, Himbeergeist und Puderzucker vermischen und die Sterne nach Auskühlen damit bestreichen.

Sandplätzchen aus der Kindheit

Sandplätzchen von Holger Kruschina
Sandplätzchen von Holger Kruschina

Der Rodinger Pfarrer Holger Kruschina backt selbst gerne Plätzchen, „weil es mich an die Kindheit erinnert“. Aber: Der Advent ist Fastenzeit, gegessen werden die süßen Dinger also erst an Weihnachten. Hier sein Rezept für „Sandplätzchen“: Wir brauchen für Saft und Schale einer Zitrone 750 g Mehl, 250 g Puderzucker und 500 g Butter. Bei weniger Zutaten im gleichen Verhältnis etwas Zitronensaft sparen, wirkt sich aber nicht besonders aus. Außerdem Zucker nach Wunsch und Marmelade. Alles außer Kristallzucker und Marmelade zu einem festen Teig kneten. Daraus 25 cm lange Rollen formen und nach Wunsch in Zucker wälzen. Dann eine gute Stunde kalt stellen. Von den Rollen Plätzchen abschneiden, ca. drei bis 4 mm dick, auf ein Blech legen. In die Mitte eine Delle drücken und etwas Marmelade hineingeben. Bei 180 Grad (Umluft) bzw. 200 Grad Ober-Unterhitze ca 10 Minuten backen, bis der Plätzchenrand bräunlich wird.

Weihnachtsstangerl

Schwester Karola Kückelmann vom Geistlichen Zentrum am Klosterberg in Cham macht Weihnachtsstangerl.
Schwester Karola Kückelmann vom Geistlichen Zentrum am Klosterberg in Cham macht Weihnachtsstangerl.

Schwester Karola Kückelmann vom Geistlichen Zentrum in Cham ist im fünften Jahr als Küchen- und Hauswirtschaftsleiterin am Klosterberg tätig. Sie hat schon Anfang September Lebkuchen gebacken. Stolze 985 Stück sind es geworden. Jeder Gast in der Adventszeit wird diese probieren können. Sie sind einfach eine Wucht, wir haben sie probiert. Ansonsten wird in der Großküche für 14 Schwestern und Patres das Weihnachtsgebäck gemacht. Hier ein Rezept aus klösterlichen Mauern: Weihnachtsstangerl. Aus 50 g Butter, 50 g Puderzucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Ei, 30 geriebene Schokolade, 30 g Mandeln, 120 g Mehl und 1 Teelöffel Backpulver einen Knetteig herstellen. Kurze Stangen daraus formen und diese flach drücken und bei Mittelhitze backen. Eine Creme aus 30 g Butter, 30 g Zucker, 50 g weißer Schokolade und 1 Esslöffel Weinbrand herstellen. Stangen damit bestreichen und zwei zusammensetzen. Die Stangerl-Spitzen in Schokoglasur tauchen und in Kokosraspeln wälzen.

Lebkuchen als Therapie

Mathias Baumgartner: Lebkuchen
Mathias Baumgartner: Lebkuchen

Küchenchef Mathias Baumgartner von der Seniorenresidenz St. Benediktus aus Bad Kötzting backt gemeinsam mit den Senioren jedes Jahr zur Adventszeit – „als therapeutische Aktion“. Ab Anfang November werden 13 bis 14 Sorten Plätzchen gebacken. Zum Beispiel Lebkuchen:

Zutaten: 600 g gemahlene Haselnüsse, 300 g Zitronat und Orangat, 500 g Rosinen, 10 Eier, 750 g Butter, 10 g Zimt, 1 Teelöffel gemahlene Gewürznelken, 250 g Semmelbrösel, 200 g Mehl, 0,2 l Rum, Oblaten 7 cm, 400 g Kuvertüre zum Tauchen. Zubereitung: Zitronat, Orangat und Rosinen durch den Fleischwolf lassen, mit Rum tränken und mit den Haselnüssen über Nacht durchziehen lassen. Die Butter zerlassen und abkühlen, dann mit allen anderen Zutaten vermischen. Da der Teig sehr zäh ist, einen Becher warmes Wasser bereitstellen und mit Eisportionierer auf die Oblaten legen, mit dem Zeigefinger etwas in Form bringen. Bei 180 Grad ca. 20 Minuten Backen. Lebkuchen in flüssige Kuvertüre tauchen.

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