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Spielen bis zum Umfallen — Was tun?

Nur noch eine halbe Stunde“: Für Erwachsene ist es oft unverständlich, warum sich Kinder in die digitale Welt verkriechen.
Von Birgit Zwicknagel

Der Rat unserer Expertin: Setzen Sie klare Regeln, wann und wie lange das Kind spielen darf – und setzen Sie diese Zeiten auch konsequent durch.
Der Rat unserer Expertin: Setzen Sie klare Regeln, wann und wie lange das Kind spielen darf – und setzen Sie diese Zeiten auch konsequent durch. Symbolfoto: dpa

Cham.Spielen bis zum Umfallen – kennen Sie das? Sie sagen zu Ihrem Kind: „Hör jetzt bitte auf zu spielen!“ Und die Antwort Ihres Kindes: „Nur noch den einen Level fertig machen“ oder „nur noch eine halbe Stunde“. Für Erwachsene oft unverständlich, warum sich Kinder lieber in diese digitale Welt verkriechen, statt draußen beim schönsten Wetter mit echten Freunden zu spielen.

Wenn Sie allerdings selbst mal in diese Welten hineingeschnuppert haben, werden Sie schnell die Faszination entdecken, die auch Erwachsene in den Bann zieht. Realitätsnahe Szenen, packende Handlungen, tolle Grafiken… Für Kinder UND Erwachsene oft ein Problem. Doch wann sollte man sich wirklich Gedanken machen? Hier mal ein paar kleine Tipps, worauf Sie als Eltern achten sollten. Fragen Sie sich:

Ist das Spiel moralisch und ethisch unbedenklich? Gerade wenn es um gewaltverherrlichende Spiele geht, sollte man auf Distanz gehen. Wie sich diese Gewalt letztlich auf den Spieler auf Dauer auswirkt, ist umstritten. Aber die permanente Darstellung hat auf Dauer definitiv eine abstumpfende Wirkung auf das Kind. Ich merke das im Unterricht, wenn die Kinder auf Bilder aus den Nachrichten gleichgültig oder sogar belustigt reagieren, während wir schockiert den Kopf schütteln.

Die Computermäuse

  • Serie

    Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Internet aufmerksam. Sie schildert, wie sich Jugendliche und Eltern vor unerwünschten Zu- oder Übergriffen schützen können. Birgit Zwicknagel (46) hat selbst drei Kinder, die mittlerweile 19, 22 und 23 Jahre alt sind.

  • Technik

    Die Stamsriederin beschreibt sich selbst als stark technikaffin. „Ich hab mich schon immer für Technik begeistert und kenne alle gängigen Betriebssysteme seit dem C64.“ Wenn es um Handys oder die Anwendung von mp3 oder DAB ginge, sei sie immer bei den ersten Nutzern in der Region gewesen. Sie sei auch diejenige, die in der Familie die neuen Geräte in Betrieb nehme.

  • Erfahrung

    Ihre erste Anregung für die Gefahren mit neuen Medien erhielt Birgit Zwicknagel durch ihre Tochter, die damals die 5. Klasse besuchte. Ein Lehrer hatte damals Internetadressen für alle Schülerinnen angelegt. Das Muster lautete „Vorname.Name-Klasse @ gmx.de“.

  • Gefahr

    Dem Lehrer sei damals nicht bewusst gewesen, dass er so Geschlecht und Alter seiner Schülerinnen schon mit der Adresse preisgab und die Kinder selbstverständlich ihre neue Adresse nutzten, um sich auf allen möglichen Plattformen anzumelden.

  • Verein

    Aus dieser Anregung entstand später der Verein „Computermäuse“ und die Homepage „www.clever-ins-netz.de “.Hier werden Beratung und Vorträge angeboten, aber auch schon viele erste Vorschläge und Tipps gegeben.

  • Motivation

    „Meine Motivation ist es, Menschen mit meinem Wissen helfen zu können, die selber wenig oder keine Ahnung haben!“ (ik)

Lehrer bestätigen mir bei Kindern, die nachweislich viel zocken, immer wieder Unkonzentriertheit, dauernde Müdigkeit, zunehmend fehlende Sozialkompetenz, abfallende Leistungen im Unterricht. Viele dieser betroffenen Kinder leben nur noch in der virtuellen Spielwelt und sind oft im wirklichen Leben nicht mehr oder nur wenig aktiv.

Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Netz aufmerksam.
Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Netz aufmerksam. Foto: Computermäuse

Prüfen Sie mal nach: Ab wieviel Jahren ist das Spiel eigentlich gedacht? Achten Sie bitte unbedingt auf die USK (nicht die sog. PEGI-Freigabe!). Ein Spiel, dass ab 18 freigegeben ist, sollte definitiv NICHT von einem Zwölfjährigen gespielt werden! Setzen Sie klare Regeln, wann und wie lange das Kind spielen darf – und setzen Sie diese Zeiten auch konsequent durch – auch wenn das zu unangenehmen Auseinandersetzungen führt.

Alle weiteren Serienteile von Birgit Zwicknagel lesen Sie hier.

Animieren Sie Ihre Kinder zu Gesellschaftsspielen, die sie gemeinsam spielen können (klar, das kostet Sie dann auch Zeit). Achten Sie vor allem auf Suchtanzeichen bei Ihrem Kind. Unter anderem wären hier Checkfragen: Reagiert mein Kind aggressiv, wenn ich die Spielzeit beende? Verbringt Ihr Kind lieber Zeit mit dem Spiel als mit dem Rest der Familie (oder Freunden)? Auf das Thema Internet- und Spielsucht möchte ich im Februar näher eingehen.

Haben Sie hierzu konkrete Fragen? Dann wenden Sie sich an die Computermäuse Stamsried.

Hier lesen Sie weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham.

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