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Verbrennungen — wie ein Sonnenbrand

Im neuen Teil ihrer Kolumne schreibt die an Krebs erkrankte Stefanie Deml aus Kolmberg auch über den „Bürokratie-Wahnsinn“.
Von Stefanie Deml

Stefanie Deml
Stefanie Deml Foto: ck

Cham.„Ihrem Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung können wir leider nicht entsprechen, weil Sie die medizinischen Voraussetzungen nicht erfüllen“ – dieses Schreiben von der Deutschen Rentenversicherung hab ich am 8. August 2014 bekommen. Sie schreiben, dass ich noch mindestens sechs Stunden täglich arbeiten kann. Ehrlich gesagt habe ich so eine Antwort schon erwartet. Ich habe Einspruch eingelegt, und bin mittlerweile Mitglied beim VdK.

Die Kolumne und der Dank

  • Gefühle und Erfahrungen

    In ihrer ganz persönlichen Kolumne schildert Stefanie Deml (37) ihr Jahr mit der Diagnose Brustkrebs. Immer wieder hat sie ihre Gefühle und Erfahrungen rund um die Krankheit aufgeschrieben.

  • Mut machen

    Mit der Veröffentlichung will sie Frauen Mut machen, die ähnliches haben und erleben müssen, ebenso für Menschen, die unter Krankheiten leiden.

  • Unterstützung

    Es komme auch auf Unterstützung an, sagt sie. Deshalb dankt die Mutter von zwei Kindern besonders ihrem Lebensgefährten und ihrer Familie für die Hilfe. Geholfen hat ihr auch Roland Saurer, der jetzige Bürgermeister Waffenbrunns, dazu der Kindergarten St. Martin und Pfarrer Reißer.

  • Dank an Evi

    Schließlich gibt es einen weiteren „Engel“, dem sie danken will: der Haushaltshilfe Evi vom Maschinenring, ohne die es nicht gehe. (ck)

Ich hoffe, der VdK kann mich von dem „Bürokratie-Wahnsinn“ etwas erlösen. Die Dame vom VdK meinte, dass erst nach der Anschlussheilbehandlung entschieden wird, wie es bei mir weiter geht. Sollte ich wieder eine Ablehnung erhalten, werde ich aufgeben. Ich habe einfach keinen Nerv mehr dafür – und auch keine Kraft. Wenn meine Behandlungen abgeschlossen sind, werde ich mir wieder eine Arbeit suchen und versuchen, dass es wieder so normal wie möglich in meinem Leben weitergeht.

Da jetzt meine Chemo endlich vorbei ist, habe ich ein paar Tage Ruhe. Am 21. Oktober 2014 war ich in Regensburg bei den Barmherzigen Brüdern zur Aufzeichnung für die Bestrahlung. Ich musste mich in eine offene Röhre reinlegen und bekam dann Striche auf meinen Oberkörper aufgezeichnet. Eigentlich musste ich mich nur still halten, atmen und dann war ich schon fertig.

Die Wartezeit war wieder einmal länger als die ganze Aktion selbst. Insgesamt bekomme ich 36 Bestrahlungen. Jeden Tag, montags bis freitags, immer um die gleiche Zeit. Die Bestrahlung selber tut nicht weh. Ich musste mich auf eine Liege legen unter der Bestrahlungseinrichtung.

Das Bestrahlungsteil sah für mich immer aus wie ein „UFO“ (so habe ich es Bastian erklärt). Über Lautsprecher wurde mir dann angesagt, wie ich atmen musste. Die Bestrahlung selber dauert nicht lange, ein paar Minuten. Nach etwa zwei bis drei Wochen ist es nur noch eine nervliche Belastung. Es hat mich so dermaßen genervt, jeden Tag auf das Taxi warten, nach Cham fahren, Warteraum, Umkleideraum, Bestrahlung, Umkleideraum, aufs Taxi warten und nach Hause fahren.

Nach ungefähr vier Wochen kamen dann die Verbrennungen. Es sieht aus wie ein Sonnenbrand und schmerzt auch dementsprechend. Am Schluss wurde die Verbrennung schwarz. In der Zeit der Bestrahlung sind mir Augenbrauen und Wimpern ausgefallen. Mein Arzt meinte, dass könne noch von der Chemo kommen. Am 16. Dezember 2014 war ich endlich fertig mit meiner Bestrahlung.

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