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Kommunen

Wie weit sind Helfer versichert?

18 Gemeinden im Landkreis Cham haben keine Versicherung für den Lohnausfall ihrer Feuerwehrler. Das kann harte Folgen haben.
Von Christoph Klöckner

Die Versicherungskammer Bayern empfiehlt höhere Versicherungssummen. Foto: dpa
Die Versicherungskammer Bayern empfiehlt höhere Versicherungssummen. Foto: dpa

Cham.Was kann man mit 21000 Euro anfangen? Das ist die Summe, die Feuerwehrler von den meisten Chamer Kommunen bekommen, wenn sie beim Einsatz so schwer verletzt werden, dass sie invalid sind. Ist der Grad der Invalidität über 90 Prozent, bekommt er 42000 Euro. Wobei die „Gliedertaxe“ für die Invalidität 90 Prozent selbst beim Verlust eines Arms nicht erreicht. Zu wenig Geld für den Verlust, findet Andrea-Lisa Breitkreutz von der Versicherungskammer Bayern. Sie empfahl bei der Bürgermeisterversammlung am Dienstag im Landratsamt eine Anpassung der Versicherungssummen.

Zumal bei ihr viele Anfragen eingehen, ob auch Lohnfortzahlungen versichert seien. Arbeitgeber würden immer öfter Rechnungen stellen, wenn ihre Mitarbeiter bei Einsätzen verletzt würden und danach krank seien. Jedoch hätten 18 Kommunen im Landkreis überhaupt keine Versicherung für solche Lohnfortzahlungen. Diese gebe es im übrigen nur für normal Angestellte oder Arbeiter, nicht aber für Beamte, Selbstständige oder Bundeswehr-Bedienstete. Versichert seien die Helfer, sobald sie die Haustüre hinter sich lassen würden. Im Einsatz starte der Versicherungsschutz bereits in der Wohnung. Sie sprach auch das Thema Herztod-Invalidität an. Dabei passiere die Invalidität durch einen Herzanfall im Einsatz. Diesen Fall könne man mittlerweile mitversichern. Versichert seien heute auch Todesfälle durch Geistes- und Bewusstseinsstörungen, epileptische und sonstige Krampfanfälle – jedoch nicht der Tod im Einsatz durch Trunkenheit oder Rauschmittel.

Was kostet die Versicherung?

Versichert sind die aktiven Feurwehrleute zwischen zwölf und 63 Jahren im Einsatz über eine Dienst-Unfallversicherung der Kommune, die eine Ergänzung des gesetzlichen Unfallversicherungsschutzes ist. Diese Ergänzung ist aber teils unterschiedlich von den Kommunen mit der Versicherungskammer Bayern über den Landkreis abgeschlossen. So haben 18 Kommunen keine Lohnfortzahlung ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit eines aktiven Feuerwehrmannes, wenn er sich im Einsatz verletzt. Das heißt, die Gemeinde bleibt hier auf den Kosten sitzen, falls Arbeitgeber diese Kosten einfordern. 60 bis 70 Prozent der Kommunen im Landkreis haben Versicherungssummen für ihre Feuerwehrler abgeschlossen, die eigentlich laut Andrea-Lisa Breitkreutz von der Versicherungskammer angepasst werden müssten.

Das heißt, bei Invalidität bekommen Betroffene 21000 Euro, bei einem Grad über 90 Prozent das Doppelte. Das Unfall-Krankenhaustagegeld beträgt pro Tag 16 Euro, im Todesfall werden 11000 Euro, für Bergungskosten 10000 Euro und für Kosten kosmetischer Operationen 10000 Euro von der Versicherung bezahlt. Kostenbeispiele für einen verbesserten Versicherungsschutz legte sie vor. So kostet etwa der Versicherungsschutz mit 150000 Euro Invaliditätsleistung, bei über 90 Grad 300000 Euro, Krankenhaustagegeld 30 Euro, Todesfallgeld 30000 Euro, Bergungskosten 10000 Euro, kosmetische Operationskosten bis 10000 Euro und Lohnfortzahlung 150 Euro pro Tag je aktivem Feuerwehrler eine Jahresbeitrag von 5,80 Euro (ohne Steuern).

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