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Zu früh gefreut: Drei Monate ohne Geld!

Im neuen Teil ihrer Kolumne schreibt die an Krebs erkrankte Stefanie Deml aus Kolmberg über ihre finanziellen Probleme.
Von Stefanie Deml

Stefanie Deml
Stefanie Deml Foto: ck

Cham.Am 24. März 2015 ging ich zu meiner Krankenkasse, um meine Krankengeldbescheinigung abzugeben. Natürlich wollte ich für die letzten drei Wochen meine Krankengeldauszahlung. Dort wurde mir dann mitgeteilt, dass ich ab dem 1.9.2014 volle Erwerbsminderungsrente auf Zeit bekomme. Ich war erstaunt, da ich zu diesem Zeitpunkt noch keine schriftliche Bestätigung von der Rentenversicherung erhalten hatte.

Trotzdem habe ich mich gefreut. Endlich wieder ein wenig finanzielle Sicherheit. Zumindest so lange ich Rente bekomme. Zwei Tage später erhielt ich von meiner Krankenkasse die Nachricht: „Ende Ihres Krankengeldes am 2.3.2015. Sie erhalten ab dem 1.9.2014 volle Erwerbsminderungsrente auf Zeit. Unsere Krankengeldzahlung endet daher am 2.3.2015 (letzte Krankengeldauszahlung). Das ab Rentenbeginn an Sie gezahlte Krankengeld verrechnen wir bis zur Rentenhöhe mit Ihrer Rentennachzahlung. Der Rentenversicherungsträger wird Ihnen nach Durchführung der Verrechnung die verbliebene Rentennachzahlung ohne weitere Anforderung auszahlen.“

Am 28.3.2015 schickte der VdK meinen Rentenbescheid: „Sie erhalten ab 1.5.2015 Rente. Die Rente für den jeweiligen Monat wird am Monatsende ausgezahlt. Die Nachzahlung für die Zeit vom 1.9.2014 bis 30.4.2015 wird vorläufig nicht ausgezahlt. Zunächst sind Ansprüche anderer Stellen zu klären, zum Beispiel der Krankenkasse.“

Das heißt: Ich habe vom 2.3.2015 – letzte Auszahlung war der 6.3.2015 – bis vielleicht Ende Mai 2015 kein Geld! Fast drei Monate ohne Geld. Zu früh gefreut! Wie soll das funktionieren? Im April ging meine Waschmaschine kaputt. Mein wenig Erspartes wurde in den vergangenen Monaten schon verbraucht. Ich bin immer einigermaßen um die Runden gekommen. Jetzt geht gar nichts mehr. Mit zwei kleinen Kindern kann ich nicht auf eine Waschmaschine verzichten.

Ich sage es ganz ehrlich und ich schäme mich nicht dafür: Ich habe um Hilfe gebeten. Ich möchte mich bei meinen Helfern bedanken – vielen herzlichen Dank! Heute ist der 2.5.2015 und ich habe immer noch kein Geld, was mir eigentlich zustehen würde! Es ist erniedrigend, wenn man um Hilfe bitten muss, weil das, was einem zusteht, „irgendwo im Hause herumschwirrt“. So hat es mir die Dame vom VdK nach Anfrage bei der Rentenversicherung mitgeteilt. Keine Ahnung wann ich mein erstes Geld bekomme.

Aber eines weiß ich sicher: Wenn meine Rentenzeit vorbei ist, werde ich wieder arbeiten. Ich werde an mir arbeiten, dass ich wieder hundert Prozent fit bin. Ich will nie wieder von irgendeinem Amt abhängig sein!

Die Kolumne und der Dank

  • Gefühle und Erfahrungen

    In ihrer ganz persönlichen Kolumne schildert Stefanie Deml (37) ihr Jahr mit der Diagnose Brustkrebs. Immer wieder hat sie ihre Gefühle und Erfahrungen rund um die Krankheit aufgeschrieben.

  • Mut machen

    Mit der Veröffentlichung will sie Frauen Mut machen, die ähnliches haben und erleben müssen, ebenso für Menschen, die unter Krankheiten leiden.

  • Unterstützung

    Es komme auch auf Unterstützung an, sagt sie. Deshalb dankt die Mutter von zwei Kindern besonders ihrem Lebensgefährten und ihrer Familie für die Hilfe. Geholfen hat ihr auch Roland Saurer, der jetzige Bürgermeister Waffenbrunns, dazu der Kindergarten St. Martin und Pfarrer Reißer.

  • Dank an Evi

    Schließlich gibt es einen weiteren „Engel“, dem sie danken will: der Haushaltshilfe Evi vom Maschinenring, ohne die es nicht gehe. (ck)

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