MyMz
Anzeige

Trailrunning

Das Team 162 ist bereit für den TAR

Christian Mayer fiebert auf den Start zum Transalpine Run am 31. August hin. Der Chamerauer fühlt sich topfit.
Von Christian Mayer

Den Familienausflug zur Zugspitze nutzte Christian Mayer zu einem letzten Härtetest für den Transalpine Run. Foto: Christine Mayer
Den Familienausflug zur Zugspitze nutzte Christian Mayer zu einem letzten Härtetest für den Transalpine Run. Foto: Christine Mayer

Chamerau.Der Start zum Transalpine Run (TAR) rückt unaufhaltsam näher. Nur noch bis zum 30. August muss Christian Mayer aus Chamerau warten, bis er zu seinem sportlichen Lebenstraum, wie er es nennt, aufbrechen wird.

Über die letzten Vorbereitungen und seine Gemütslage vor dem großen Event schreibt er: Nur noch ein paar Tage, bis ich gemeinsam mit Eric Leidenfrost als Team 162 beim Transalpine Run 2019 in Oberstdorf an der Startlinie stehe. Obwohl ich durch viele Teilnahmen an verschiedenen Wettkämpfen mittlerweile ziemlich abgeklärt bin, verspüre ich in Bezug auf den TAR eine täglich wachsende Nervosität. Über ein halbes Jahr an holpriger Vorbereitung mit Höhen und noch mehr Tiefen liegt mittlerweile hinter mir. Aufgrund meines Ehrgeizes gepaart mit Trainingsfleiß und großem Durchhaltewillen fühle ich mich so fit wie selten zuvor in meinem Leben.

Erfolg oder Niederlage?

Platz zwei beim Pröller Berglauf weckt Zuversicht.  Foto: Christine Mayer
Platz zwei beim Pröller Berglauf weckt Zuversicht. Foto: Christine Mayer

Und trotzdem machen mir die bevorstehenden acht Etappen Sorgen: Sind Eric und ich dieser physischen und psychischen Belastungsprobe gewachsen? Vor allem schwebt über diesem Vorhaben die Frage, ob meine Wade, durch den noch nicht völlig ausgeheilten Ermüdungsbruch, dieser Beanspruchung standhalten kann und wird. In jedem Fall wird mein sportlicher Lebenstraum eine persönliche Gratwanderung zwischen Erfolg und Niederlage.

Aufgrund der körperlichen Probleme haben Eric und ich uns ein neues Ziel für die insgesamt 275 Kilometer lange Strecke gesetzt. Wir wollen nach einer für uns unglaublichen und erlebnisreichen läuferischen Reise quer über die Alpen am 7. September gesund in Sulden am Ortler den Zielbogen durchschreiten und den Traum zur Wirklichkeit werden lassen.

Ausdauersport

Transalpine Run: Kämpfen bis zum Start

Beim Transalpine Run 2019 will sich Christian Mayer einen Lebenstraum erfüllen. Doch in der Vorbereitung ging einiges schief.

Christian Mayer kurz vor dem Start beim Pröllerberglauf Foto: Christine Mayer
Christian Mayer kurz vor dem Start beim Pröllerberglauf Foto: Christine Mayer

Eric und ich können uns trotz der räumlichen Trennung aufeinander verlassen. Und wir wissen beide, dass wir im Training alles Menschenmögliche für das Gelingen unternommen haben. Eric hat dies unter anderem beim Skyrun Schlegeis 3000 unter Beweis gestellt. Trotz widriger Wetterbedingungen mit Hagel, Schneefall und schlechter Sicht auf einer Wettkampfhöhe von über 2500 Metern belegte er bei dem international stark besetzten Teilnehmerfeld den 19. Platz. Seit meinem letzten Bericht ging es auch bei mir wieder spürbar bergauf. Erst zwei Wochen nach meinem ersten Laufversuch fand in Grün bei St. Englmar der Pröller Berglauf statt. Anfangs nur als Trainingslauf gedacht, fand ich im Laufe der 26 Kilometer langen Strecke immer besser in den Wettkampf und holte – für mich völlig überraschend – den zweiten Platz. Viel mehr als über die Platzierung freute ich mich darüber, dass ich diesen Lauf, trotz der hohen Belastung für das Bein vollkommen schmerzfrei absolvieren konnte.

Arber Radmarathon – Mayers kurzer Ausflug in die Welt der Radler wird keine Eintagsfliege bleiben. Foto: Christine Mayer
Arber Radmarathon – Mayers kurzer Ausflug in die Welt der Radler wird keine Eintagsfliege bleiben. Foto: Christine Mayer

Natürlich musste ich auch weiterhin die richtige Balance zwischen Belastung und notwendiger Erholung halten, so dass ich nach wie vor auf mein Rennrad als Trainingspartner setzte. Aus diesem Grund startete ich schließlich Ende Juli als absoluter Neuling beim Arber Radmarathon. Die große Runde mit 250 Kilometer traute ich mir als „Rennrad-Youngster“ noch nicht zu. Da ich aber unbedingt an meinem Heimatort Chamerau vorbeikommen wollte, wählte ich die 170 Kilometer lange Runde und kam 6h 15min später wieder wohlbehalten am Dultplatz in Regensburg an. Diese abwechslungsreiche Tour hat mir soviel Spaß bereitet, dass dies vermutlich nicht der letzte Ausflug in der Welt der Radler bleiben wird.

Neues Ziel Beim TAR

  • Ankommen:

    Nach der Verletzungsgeschichte von Christian Mayer hat er sich mit seinem TAR-Partner Eric Leidenfrost ein neues Ziel gesetzt. Es lautet, gesund den Zielbogen durchschreiten.

  • Termin:

    Der TAR beginnt am 31. August in Oberstdorf und endet am 7. September in Sulden am Ortler.

  • Tagebuch:

    Christian Mayer berichtet für das Bayerwald-Echo regelmäßig von den einzelnen Etappen des Transalpine Runs

Der Transalpine Run ist nicht nur für die Läufer eine außerordentliche Herausforderung. Auch die Familien müssen viel Verständnis für die jeweiligen Partner aufbringen. Um meiner Familie bereits im Vorfeld zu danken und auch noch etwas gemeinsame Zeit verbringen zu können, sind wir kurzerhand zu einem Wochenendtrip nach Garmisch-Partenkirchen aufgebrochen. Neben der vielen gemeinsamen Stunden nutzte ich die mir zur Verfügung stehende Zeit, um letzte Tests für den TAR machen zu können. Gerade lange und kräftezehrende Anstiege sind bei uns schwer zu trainieren und auch Höhenlage und Beschaffenheit der Wege sind mit meinen üblichen Trainingsverhältnissen kaum vergleichbar.

Laufen

Transalpine Run: Hiobsbotschaft vom Doc

Christian Mayer aus Chamerau muss eine längere Laufpause einlegen. Der Grund ist ein Ermüdungsbruch. Er stieg aus Rennrad um.

Es ist alles möglich

Viel Selbstvertrauen holte ich mir einen Tag nach meinem 43. Geburtstag. Während meine Familie die bequeme Auffahrt zu Deutschlands höchsten Gipfel wählte, startete ich bei herrlichem Wetter zu einem letzten Härtetest. Vom idyllisch gelegenen Eibsee aus startete ich in Richtung Zugspitze. Teilweise auf allen vieren kämpfte ich mich an staunenden Klettersteig-Gehern vorbei in Richtung Gipfel. Nach knackigen 2h 08min stand ich am Plateau der Zugspitze und strahlte mit der Sonne um die Wette. Dieser Lauf hat mir gezeigt, dass alles möglich ist, wenn der Körper mitspielt.

„Obwohl ich mittlerweile ziemlich abgeklärt bin, verspüre ich in Bezug auf den TAR eine täglich wachsende Nervosität.“

Christian Mayer, Trailrunner

Wie geht es nun weiter? Die letzten Tage wird kaum noch trainiert. Vielmehr nutze ich jetzt die Zeit, um der Muskulatur die notwendige Ruhe zu geben, um mit frischen Kräften an den Start gehen zu können. Von großer Bedeutung ist jetzt auch die innere Ruhe zu finden – die Balance zwischen Körper und Geist, um sich voll und ganz auf die bevorstehende Aufgabe fokussieren zu können. Wenn nun nichts mehr schief geht, dann werden Eric und ich am Samstag, 31. August, um 9 Uhr von Oberstdorf aus in unser bislang größtes Abenteuer starten. Gemeinsam werden wir von jeder Etappe berichten und die Leser des Bayerwald-Echos mit News rund um den Transalpine Run 2019 versorgen.

Extremsport

Das Trailfieber im Bayerischen Wald

Vor ein paar Jahren galten die „Bergläufer“ noch als Exoten der Sportszene, mittlerweile erlebt Trailrunning einen Boom.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht