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Tiere

Drei Jungstörche auf dem Heroldkamin

Meister Adbars Nachwuchs in Chamerau ist gesund. Das Regental bieten geradezu ideale Bedingungen zur Aufzucht.
Von Hermann Schropp

Auf dem Herold-Kamin werden derzeit drei Jungstörche großgezogen.
Auf dem Herold-Kamin werden derzeit drei Jungstörche großgezogen.Foto: che

Chamerau.Jetzt ist es amtlich: Drei Jungstörche wachsen in Chamerau auf. So etwas gab es schon lange nicht mehr. Das Paar in Chamerau hat es geschafft auf dem Herold Kamin drei Küken großzuziehen. Die Einwohner von Chamerau, vor allen Dingen die Nachbarn des Storchenhorstes in der Regenstraße, haben seit letzter Woche die Gewissheit, dass drei Jungstörche im Nest sind. Storchenpapa „Solo“ ist am 23. Februar eingetroffen, am 7. März ist dann auch die Störchin angekommen. Die drei Jungstörche dürften laut den Storchenbeobachtern aus der Regenstraße in der 17. Kalenderwoche geschlüpft sein, was aus dem besonderen Verhalten der Altstörche sichtbar wurde. Die Brutdauer beträgt in der Regel zwischen 32 bis 37 Tage. Da kleine Störche, sie wiegen beim Schlüpfen etwa 75 Gramm, in ihrem ersten grauweißen Daunenkleid sehr wärmebedürftig sind, werden sie ausgiebig gehudert, das heißt von den Eltern gewärmt. Außerdem heißt es für beide Altstörche bis zum Schlüpfen des letzten Jungen den Eiern gleichmäßig Wärme zuzuführen. Erkennen kann man ein Jungtier an seinem schwarz-grauen Schnabel. Das bleibt auch in den ersten Monaten so. Dann färbt sich der Schnabel allmählich immer röter. Ist der ganze Schnabel rot, handelt es sich ziemlich sicher um einen erwachsenen Storch. Weißstörche sind etwa 80 bis 100 cm lang und haben eine Flügelspannweite bis 220 cm.

Damit kommt nun eine immense Arbeit auf die Storcheneltern zu. Denn für die Sättigung der Jungen müssen sie im Schnitt pro Tag und hungrigem Schnabel etwa ein Pfund Nahrung herbeischaffen. In den Wiesen der Regenauen finden die Störche ein reichliches Nahrungsangebot. Die Kleingewässer, die neu angelegt oder am Regen bereits vorhanden sind, bilden dabei eine ideale Futteraufnahme. In und an ihnen leben zahlreiche Frösche und Molche, die wiederum eine beliebte Nahrungsgrundlage der Störche sind. „Futter wird also genügend vorhanden sein und kann auch das Überleben von den drei Chamerauer Jungen sichern“. In den ersten Tagen besteht die Nahrung in der Hauptsache aus Regenwürmern, Schnecken, Heuschrecken und allerlei Kleininsekten. Mit noch geschlossenen Augen, aber mit erstaunlicher Sicherheit picken die Jungen die von den Altvögeln herangetragene Nahrung auf. Von Tag zu Tag werden die Brocken größer, später gehören sogar Maulwürfe oder Mäuse dazu. Bei starkem Sonnenschein steht ein Altstorch auf dem Rand des Horstes und spendet den Jungen Schatten. Zudem transportieren die Altstörche Wasser, um die Jungtiere zu tränken. Um sich Kühlung zu verschaffen, reißen die Störche weit den Schnabel auf.

Eine Grundbedingung für das Überleben der Tiere sei jedoch auch das Wetter: Unwetter oder längere Regenperioden wie letztes Jahr, bei dem ein Jungstorch durch das nasskalte Wetter erfror, können eine tödliche Gefahr bedeuten. „Wenn die Jungstörche größer werden und noch kein wärmendes Gefieder haben, wird es oft kritisch“. Sie passen nicht mehr unter das Gefieder der Altvögel und kühlen durch Nässe und Kälte aus. In Bayern kam so im letzten Jahr die Hälfte der Jungstörche ums Leben. Auch sonst gibt es mancherlei Gefahren. Gern tragen die Altvögel Plastikteile ins Nest. Wenn sich die Jungstörche darin verheddern, können sie sich oft nicht davon befreien und strangulieren sich.

Die Tierfreunde aus Chamerau, hoffen, dass der heurige Storchennachwuchs von derlei Ungemach verschont bleibt. Nicht nur die Storchenbeobachter freuen sich über das Geklapper der Störche, wenn sie sich begrüßen oder mit Futter für die Jungen ankommen, sondern die ganze Gemeinde, sind doch Störchen ein Zeichen intakter Natur. (che)

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