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Glaube

Ein langer Gebetszug im Ort

Am Prangertag versammelten sich viele Gläubige zur Prozession. Der Diakon verwies darauf, was bei dem Fest eigentlich gefeiert wird.
Hermann Schropp

Die Fronleichnamsprozession führte die Gläubigen durch Chamerau.  Foto: Hermann Schropp
Die Fronleichnamsprozession führte die Gläubigen durch Chamerau. Foto: Hermann Schropp

Chamerau.Salutschüsse begrüßten am frühen Morgen den anbrechenden Feiertag und weckten die Bürger in Chamerau. Gestern war Prangertag. Der Fronleichnamstag war ein Tag wie aus dem Bilderbuch: Ein weiß-blauer Himmel überspannte das Geschehen. Gute Bedingungen für den langen Zug aus Gläubigen, der sich durch die Straßen schlängelte.

„Hochgelobt und gebenedeit sei das Allerheiligste Sakrament des Altars – von nun an bis in Ewigkeit“, hallte es am Vormittag schon von fern. Die Pfarrei feierte ganz traditionell mit einem Gottesdienst und einer Prozession durch den Ort, an dem auch zahlreiche Vereine aus der Gemeinde teilnahmen. Schon vor Beginn des Gottesdienstes zogen diese unter den musikalischen Klängen der Blaskapelle Kerscher, die auch den Gottesdienst musikalisch begleitete, in die geschmückte Pfarrkirche ein.

Pfarrer Stanislaus Slabon betonte in der Messe zum Auftakt des Fronleichnamsfestes nochmals dessen Bedeutung für die Kirche. Es sei das Hochfest des Leibes und Blutes Christi, eingeführt im Mittelalter als ein tief katholisches Fest in der Kirche. „Wir gehen heute auf die Straße und schämen uns nicht, wir legen Zeugnis ab von Christus“ – Das sei der Gedanke dahinter gewesen. Slabon fuhr fort: „Mit dem geweihten Brot wird eine Prozession gemacht und der Herrenleib in der Monstranz glänzt unter dem Traghimmel. Insgesamt eine feinsittsame Prozession mit Blasmusik, die zum Himmel steigt.“

Eucharistie zeigt: Christus ist da

Diakon Werner Szörenyi stellte zur Predigt die Frage an die Gläubigen: „Was ist das Wichtigste bei einer Hochzeit im Wirtshaus?“ Spontan wurde das Festmahl und das Anschneiden der Hochzeitstorte genannt. Auch bei den Juden beginnt alles mit dem Brechen des Brotes, so der Diakon. Die Eucharistie sei auch Sakrament der Inkarnation: Wie in seiner Menschwerdung sei Gott auch im Zeichen des Brotes „demütig“ gegenwärtig, klein, alltäglich, verborgen.

Die Eucharistie verpflichte deshalb gegenüber den Armen: Christus in den unscheinbaren Zeichen von Brot und Wein solle uns die Augen öffnen für seine oft unscheinbare Gegenwart in alltäglichen Begegnungen, vor allem mit den Menschen am Rand. In der Eucharistie verwirkliche sich Kirche.

Die lange Fronleichnamsprozession führten im Folgenden bei herrlichem Sommerwetter hinter dem Kreuz mit der Blaskapelle Kerscher, die Feuerwehren aus Chamerau und Staning, der Trachtenverein, die Krieger- und Reservistenkameradschaft mit ihren Uniformen und Trachten sowie die Fahnen an. Der Katholische Frauenbund, die Marianische Männerkongregation und die Katholische Landjugendbewegung repräsentierten die kirchlichen Vereine.

Ein schönes Bild gaben die Kommunionkinder mit ihren Blumensträußen in ihren weißen Gewändern ab, die sie an diesem Tag letztmalig trugen. Dahinter folgte das Allerheiligste, das von Diakon Werner Szörenyi unter dem Baldachin durch den Ort getragen wurde.

Bürgermeister Stefan Baumgartner und die Mitglieder des Gemeinderates Chamerau repräsentierten die Kommune der Pfarrei, während durch die Mitglieder des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung die kirchlichen Gremien vertreten waren. Abgeschlossen wurde der festliche Zug durch eine große Zahl Gläubiger.

Zwei festliche Stationen

Die Prozession führte durch die Straßen des Ortes, die sauber herausgeputzt und mit Birken, Blumen, Girlanden und Fahnen geschmückt waren. Insgesamt wurde an zwei Stationen mit festlich geschmückten Altären haltgemacht und gebetet. Diese waren traditionsgemäß am gemeindlichen Bauhof in der Chamer Straße und beim Getränkemarkt „Hacker“ in der Bergstraße aufgebaut und festlich geschmückt.

Zum Abschluss versammelte man sich nochmals in der Pfarrkirche, wo das Allerheiligste wieder seinen ursprünglichen Platz fand. Der Geistliche dankte abschließend allen Teilnehmern und den vielen Helfern für die würdevolle Durchführung der Fronleichnamsprozession. (che)

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