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Laufen

Transalpine Run: Hiobsbotschaft vom Doc

Christian Mayer aus Chamerau muss eine längere Laufpause einlegen. Der Grund ist ein Ermüdungsbruch. Er stieg aus Rennrad um.
Von Christian Mayer

Eigentlich wollte Christian Mayer beim Skyrace starten, doch nach der Verletzung musste er sich mit der Zuschauerrolle begnügen. Fotos: Christian Mayer
Eigentlich wollte Christian Mayer beim Skyrace starten, doch nach der Verletzung musste er sich mit der Zuschauerrolle begnügen. Fotos: Christian Mayer

Chamerau.Trailrunner Christian Mayer steckt mitten in der Vorbereitung für den Transalpine Run (TAR). Zur Zeit kämpft der Chamerauer allerdings nicht mit Trainingskilometern, sonder mit seiner Gesundheit, wie er berichtet. „Die starken Schmerzen wurden auch trotz zweiwöchiger Laufpause nach dem Wettkampf in Innsbruck nicht besser. Aus diesem Grund ließ ich bei einem Kontrolltermin auch die neuen Beschwerden abklären. Mein Orthopäde hatte keine guten Nachrichten für mich und diagnostizierte einen weiteren Ermüdungsbruch der linken Wade. Nun aber zirka fünf Zentimeter oberhalb der alten Bruchstelle. Diese Fraktur des Knochens zeigte sich als äußerst fein, nicht verschoben und durch die Muskulatur ordentlich fixiert, so dass eine Ruhigstellung des Beines nicht notwendig war. Der Arzt kennt meine sportlichen Ambitionen und riet mir zu einer sofortigen Laufpause und erst bei absoluter Beschwerdefreiheit zu einer langsamen Steigerung des Laufpensums.

Cortina d’Ampezzo abgesagt

Da ich die Einstellung pflege, dass es immer eine Lösung gibt, machte ich mir bereits bei der Heimfahrt Gedanken über die nächsten Monate bis zum Start des Transalpine. Als Erstes sagte ich schweren Herzens meine Teilnahme am Ultra Dolomites in Cortina d‘Ampezzo ab und stornierte das Hotel. Bis Ende Juni verordnete ich mir selbst eine absolute Laufpause. Das Training wird auf dem Rennrad intensiviert um zumindest meine gute Ausdauerfähigkeit zu erhalten und nach Möglichkeit sogar noch auszubauen.

Alternative:  Christian Mayer muss mitten in der TAR-Vorbereitung auf das Rennrad umsteigen. Fotos: Christian Mayer
Alternative: Christian Mayer muss mitten in der TAR-Vorbereitung auf das Rennrad umsteigen. Fotos: Christian Mayer

Ab Juli soll dann die langsame Gewöhnung an das Laufen auf dem Trail stattfinden. Mir ist bewusst, dass eine Vorbereitungszeit von nur acht Wochen auf einen Etappenlauf mit insgesamt 270 Kilometern Länge eher suboptimal ist. Aber nun ist dieser Rückschlag passiert und ich muss das Beste daraus machen. Die nächsten Wochen gingen ins Land, ich hatte mich mit meiner neuen Situation abgefunden und verbrachte jede freie Minute auf dem Rennradsattel. Ich fühlte mich richtig gut, wagte aber trotzdem nicht, einen Laufversuch zu starten. Aber wie würde mein TAR-Teampartner Eric Leidenfrost auf diese neue Ausgangslage reagieren?

Trailrunning

Christian Mayer lief dem Schmerz davon

Christian Mayers erster Test auf dem Weg zum Transalpine Run war der Innsbruck Trailrun. Der Chamerauer kämpft sich ins Ziel.

Team:  In Maria Alm betätigte sich Wanderer Mayer kurzerhand als Kameramann für sein Xc-Run-Team. Fotos: Christian Mayer
Team: In Maria Alm betätigte sich Wanderer Mayer kurzerhand als Kameramann für sein Xc-Run-Team. Fotos: Christian Mayer

Am ersten Juni machte ich mich auf dem Weg nach Maria Alm. Dort fand der „Hochkönigman“ mit vielen unterschiedlichen Wettkämpfen statt. Ich wollte eigentlich mit Eric beim Skyrace starten. Dieses habe ich im Vorfeld ebenfalls abgesagt. Trotzdem nutzte ich die Gelegenheit, um mich mit Eric auszutauschen und zu beraten. Am frühen Nachmittag erreichte ich das Eventgelände und wurde von ihm sofort freudig begrüßt.

Gemeinsam warteten wir im Zielbereich auf unsere GORE Wear xc-run Teamkollegen Sabine Wurmsam und Martin Pfeffer, die beide auf der Marathondistanz gestartet sind. Voller Begeisterung verfolgten wir den Gesamtsieg von Sabine, die ihre gute Form nur zwei Wochen nach ihrem Sieg beim Kaitersberg Trail bestätigen konnte. Martin holte sich einen hervorragenden zehnten Platz, so dass wir gemeinsam auf diese Resultate anstoßen konnten. Abends hatten Eric und ich die Gelegenheit über unseren gemeinsamen sportlichen Lebenstraum zu beraten. Bei einem intensiven Gespräch stand für uns beide sehr schnell fest, dass wir dieses Projekt auf jeden Fall gemeinsam durchziehen wollen. Die Ambitionen auf eine Platzierung im vorderen Feld der Starter rücken komplett in den Hintergrund. Für uns stehen ab sofort das Bestehen der gemeinsamen Aufgabe und das Genießen des Events im Vordergrund. Wir wollen den Transalpine Run 2019 gemeinsam meistern und ein unvergessliches Erlebnis mit nach Hause nehmen.

„Für uns steht ab sofort das Bestehen der gemeinsamen Aufgabe im Vordergrund.“

Christian Mayer, TAR-Teilnehmer

Für das Skyrace hatte ich mir selbst eine Aufgabe auserkoren. Ich fungierte von nun an als Supporter für Eric und als Fotoreporter für unser Team. Vor dem Start begleitete ich Eric zum Briefing und unterstützte ihn, so gut es ging. Die Startaufstellung selbst war absolut hochkarätig. Große Namen der deutsch/österreichischen Trailrunnergemeinde fanden sich da. Darunter auch bekannte Gesichter wie zum Beispiel Florian Neuschwander. Es kribbelte am ganzen Körper, und ich hätte wirklich viel für dieses Erlebnis gegeben.

Als Kameramann an der Strecke

TAR-Partner: Mayer und Eric Leidenfrost wollen den Transalpine Run unter veränderten Vorzeichen bestehen. Fotos: Christian Mayer
TAR-Partner: Mayer und Eric Leidenfrost wollen den Transalpine Run unter veränderten Vorzeichen bestehen. Fotos: Christian Mayer

Nach dem Start, bei dem die Läufer aufgrund der Stimmung bildlich gesprochen auf die Strecke katapultiert wurden, gönnte ich mir zunächst ein ausgedehntes Frühstück, ehe ich mich mit der Kamera auf die Strecke machte. Aufgrund der Schneelage wurde die Strecke stark verändert, so dass diese über eine Länge von 15 Kilometern Richtung Schönfeldspitze ging und nach einem Wendepunkt über die gleiche Strecke zurückführte. Dabei wurden insgesamt 2500 Höhenmeter im Anstieg bewältigt. Ich konnte mich auf direktem Weg an den Anstieg machen, während die Läufer in etwa fünf Kilometer mehr zurücklegen mussten. Das verschaffte mir die Möglichkeit, noch vor dem Hauptfeld über das Steilstück zu wandern und Bilder von der führenden Spitze zu machen.

Dass ich dabei als Wanderer immer noch vor den meisten Läufern bleiben konnte, verstärkte meinen Entschluss, die Flinte nicht ins Korn zu werfen und auch weiterhin den Traum vom Transalpine Run 2019 zu träumen. Mit Eric habe ich den idealen Partner an meiner Seite.

Dieser holte sich beim Skyrun den elften Platz und ließ dabei den einen oder anderen starken Läufer hinter sich. Wir beide harmonieren sehr gut. Wenn bei mir hoffentlich alles gut läuft, dann dürfen wir uns auf unvergessliche acht Tage von Oberstdorf bis nach Sulden am Ortler freuen.“

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