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Ausdauersport

Transalpine Run: Kämpfen bis zum Start

Beim Transalpine Run 2019 will sich Christian Mayer einen Lebenstraum erfüllen. Doch in der Vorbereitung ging einiges schief.
Von Christian Mayer

Die ersten Laufversuche von Christian Mayer trotz Ermüdungsbruchs liefen vielversprechend. Grund genug, sich mit TAR-Partner Eric Leidenfrost am Haidstein einen Kaffee zu gönnen. Foto: Mayer
Die ersten Laufversuche von Christian Mayer trotz Ermüdungsbruchs liefen vielversprechend. Grund genug, sich mit TAR-Partner Eric Leidenfrost am Haidstein einen Kaffee zu gönnen. Foto: Mayer

Chamerau.Die Ausgangslage Anfang Juni könnte nicht schlechter sein. Ein akuter Ermüdungsbruch, der ein Lauftraining nicht zulässt – und nur noch knapp drei Monate bis zum Lauf meines Lebens. Bei aller vorhandener Euphorie ist mir natürlich bewusst, dass sich meine Chancen nahe „Null“ bewegen. Trotzdem habe ich den Mut der Verzweifelten und trainiere fleißiger denn je zuvor – das berichtet der Chamerauer Trailrunner Christian Mayer über seine Vorbereitung auf den Transalpine Run (TAR).

Anfangs noch relativ verhalten, da ich bei Erschütterungen mehr oder minder starke Schmerzen im betreffenden Bereich spüre. Das bessert sich jedoch von Tag zu Tag, so dass ich mein Trainingspensum auf dem Rad anpassen und steigern kann.

Keine Pause trotz Verletzung

Um den Spagat zwischen Familie und Sport zeitlich unter einen Hut zu kriegen, muss ich regelmäßig zu Opfern bereit sein. Das machte natürlich auch vor dem Familienurlaub in Saalbach-Hinterglemm Mitte Juni nicht halt. Das Bein hält und ist mittlerweile auch bei Stößen oder mittleren Belastungen schmerzfrei.

„Dieser Lauf funktionierte absolut schmerzfrei und in einer für mich einigermaßen annehmbaren Zeit.“

Christian Mayer über seinem Wiedereinstieg ins Trailrunning

Einen Laufversuch habe ich bisher nicht unternommen, da die Angst vor einem Rückschlag bei der Genesung einfach zu groß ist. Dafür macht mir das schnelle Bergwandern unheimlich viel Spaß, so dass ich diesen Einheiten im Urlaub täglich nachgehe. Im konkreten Fall bedeutete dies, um 4.45 Uhr aufstehen und auf leisen Sohlen die gemeinsame Unterkunft zu verlassen. Kurz nach fünf Uhr stehe ich vor dem Hotel und mache mich auf dem Weg in die umliegende Bergwelt.

Der Morgen gehört nur mir alleine und schnellen Schrittes werden nun steile Anstiege und markante Gipfel erobert. Mein Zeitfenster ist begrenzt, so dass ich nur am Rande die Schönheit der Natur bewundere und die fantastischen Gipfelmomente sehr kurz ausfallen. Meistens bin ich um halb acht Uhr wieder zurück im Hotel und nach einer kurzen Verschnaufpause gehört der restliche Tag meiner Familie.

Laufen

Transalpine Run: Hiobsbotschaft vom Doc

Christian Mayer aus Chamerau muss eine längere Laufpause einlegen. Der Grund ist ein Ermüdungsbruch. Er stieg aus Rennrad um.

Erste zaghafte Laufversuche

Viel zu schnell vergeht diese unbeschwerte Zeit, und wehmütig nehmen wir Abschied von der geliebten Bergwelt. Zuhause wird der restliche Juni dazu verwendet, fleißig an der Form weiterzuarbeiten. Routinemäßig wechseln sich kurze und lange Radeinheiten ab, um beim Muskelaufbau immer neue Reize setzen zu können. Auch den Weg zur Arbeit nutze ich jetzt sinnvoll – das Auto bleibt stehen. Ich pendle mit dem Rad und verlängere häufig meinen Nachhauseweg. Viele Stunden verbringe ich mit Dehnen, Alternativtraining und Physiotherapie.

Mit dem Rad zur Arbeit bedeutet für Christian Mayer eine wichtige zusätzliche Einheit. Foto: Christian Mayer
Mit dem Rad zur Arbeit bedeutet für Christian Mayer eine wichtige zusätzliche Einheit. Foto: Christian Mayer

Da man bei einem schleichenden Bruch den genauen Zeitpunkt der Verletzung nicht kennt, kann man die notwendige Rehabilitationszeit nur vorsichtig abschätzen. In der letzten Juniwoche habe ich die Geduld verloren und wagte einen ersten Berglauf auf den Gipfel des Pröllers. Dieser Lauf funktionierte absolut schmerzfrei und in einer für mich einigermaßen annehmbaren Zeit stehe ich überglücklich am Gipfelkreuz. Bereits talwärts bemerke ich, was mir am nächsten Tag blühen wird. Durch die lange Laufpause ist diese Belastung für meinen Muskelapparat ungewohnt und so habe ich in den nächsten Tagen mit einem ordentlichen Muskelkater eine nette Erinnerung an meinen erneuten Laufeinstieg.

Da mein TAR-Teampartner Eric Leidenfrost am ersten Juliwochenende in der Gegend ist, verabreden wir uns spontan zum Laufen. Nach der Begrüßung warne ich ihn vor, dass ich zwar wieder unterwegs bin, sein Tempo aber sicher nicht mitgehen kann. Da wir uns seit Maria Alm nicht mehr gesehen haben, haben wir uns einiges zu berichten und so vergeht der Lauf zum Haidstein wie im Flug. An der Kirche angekommen falle ich Eric in die Arme, und er gratuliert mir, dass es schon wieder so gut läuft.

Hoffentlich grünes Licht

Beim obligatorischen Kaffee und Kuchen auf der Haisteiner Hütte unterhalten wir uns über die noch notwendigen Vorbereitungen für den Transalpine Run. Mit der Gewissheit, dass uns nun nur noch eine weitere Verletzung stoppen kann und einem wirklich guten Gefühl genießen wir die gemeinsame Laufstrecke zurück nach Chamerau.

Im Urlaub lockte der Schattberg den Chamerauer zum Wandern. Foto: Christian Mayer
Im Urlaub lockte der Schattberg den Chamerauer zum Wandern. Foto: Christian Mayer

Beim anstehenden Arzttermin im Juli bekomme ich hoffentlich grünes Licht für den TAR. Die letzten acht Wochen vor dem Start nutze ich sehr zeitintensiv für das zielgerichtete Training. Die technische Komponente mit kräftezehrenden Auf- und Abstiegen absolviere ich bei durchschnittlich drei Laufeinheiten in der Woche. Die Ausdauer baue ich mit Hilfe von drei bis vier Radeinheiten in der Woche weiter aus, um die Belastung meines Beines möglichst gering zu halten. Auch weitere Aufenthalte in den Alpen sind geplant, um mich auch streckentechnisch auf meinen sportlichen Lebenstraum vorzubereiten.

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