MyMz
Anzeige

Umwelt

Chams Landrat sitzt am Runden Tisch

Landrat Franz Löffler hat bei der Ausgestaltung der Gesetzesvorlagen für das Volksbegehren zum Artenschutz mitzureden.
Von Tanja Fenzl

Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler im Gespräch mit Albert Füracker (Mitte) und Söder (rechts) Foto: Schönberger/Archiv
Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler im Gespräch mit Albert Füracker (Mitte) und Söder (rechts) Foto: Schönberger/Archiv

Cham.Erst vor wenigen Wochen hat das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ für mehr Artenvielfalt einen durchschlagenden Erfolg gefeiert, da wird es schon wieder ein bisschen still um die Biodiversität in Bayern. Das liegt daran, dass im Hintergrund derzeit zahlreiche Kräfte an der gesetzlichen Umsetzung der Forderungen basteln. Einer, der in München eifrig mitbastelt: Landrat Franz Löffler. Er sitzt zusammen mit zahlreichen Vertretern von Landwirtschaft und Forsten, Umweltverbänden und der Politik mit am Runden Tisch von Ministerpräsident Markus Söder.

Der hat bekanntlich angekündigt, dass die Staatsregierung der Bevölkerung keinen alternativen Vorschlag zum Thema vorschlagen wird – somit wird es keinen Volksentscheid in der Sache geben. Stattdessen soll der Landtag im Mai die Textvorlage der ÖDP als Initiator des Volksbegehrens absegnen. Und hier kommt auch Löffler ins Spiel. Als Bezirkstagspräsident der Oberpfalz hat er in Sachen Gewässerschutz mit verschiedenen Forderungen des Volksbegehrens zu tun und ist in die Arbeit in den Arbeitskreisen eingebunden. Löffler: „Beim ersten runden Tisch war ich noch nicht dabei, aber dann gab es ja Gespräche mit den kommunalen Vertretern, und danach noch einmal einen großen runden Tisch. Da wurden dann vier Arbeitsgruppen festgelegt: Landwirtschaft, Forst, Gewässer und Siedlungsflächen.“ Die Gruppen tagen und arbeiten derzeit noch an den Ausformulierungen.

So stimmten die Chamer zum Volksbegehren ab:

„Die Landwirte mitnehmen“

Löffler ist eines dabei ganz besonders wichtig: „Wir müssen die Landwirte mitnehmen.“ Alle müssten an einem Strang ziehen, um die Forderungen des Volksbegehrens umzusetzen. Beispiel Bioprodukte: „Da reicht es nicht, zu sagen, es muss 30 Prozent Bioerzeugnisse geben. Ich habe viele Landwirte, die sagen, der Verbraucher muss dann auch bereit sein, dafür zu bezahlen.“Löffler konkret: „Es ergibt sich die Frage, wie wir die Verbraucher ins Boot holen. Vielleicht könnenstaatliche Kantinen oder Schulen mehr Bio anbieten.“ Außerdem sollen 75 Millionen Euro pro Jahr mehr für die Landwirte zur Verfügung gestellt werden, als Ausgleich für Umgestaltungsmaßnahmen auf den Höfen. Allerdings hat der Landrat auch schon konkrete Vorstellungen, wie der Landkreis aktiv werden kann. Denn: Der habe entlang der Straßen nicht unerhebliche Flächen, die zur Biodiversität beitragen könnten. „Allerdings ist es so, dass wir die Straßenränder zurzeit zwei- oder dreimal im Jahr mähen und das dann einmulchen. Das ist im Grunde wie Dünger.

Volksbegehren

Sky du Mont und die Chamer Bienen

Erika Babl machte im weißen Imkerkostüm für das Bienenvolksbegehren Werbung – und hatte keine Ahnung, mit wem sie sprach.

Die Blühflächen bräuchten aber eher magere Böden. Wei wir das Lösen, ist noch die große Frage“, sagt der Landkreischef. Dafür sei die landkreisweite Aktion mit den Obst- und Gartenbauvereinen, die zu den Bürgern Wissen und Blühsamen bringen sollen, bisher ein großer Erfolg. „Das gefällt mir gut soweit, das läuft gut.“Außerdem peile der Landkreis heuer zehn bis 20 Hektar Blühwiesen auf kreiseigenen Flächen an. „Mal sehen, ob wir das schaffen.“ Und auch die Subvention des Landkreises für den Anbau der noch relativ neuen „Durchwachsenen Silphie“ als eine Art Maisersatz sei von Erfolg gekrönt.

Landkreis-Aktionen

  • Silphie:

    Der Landireis unterstützt und fördert den Anbau von 50 Hektar Durchwachsene Silphie .

  • Blühsamen:

    Zusammen mit Gartenbauvereinen im Landkreis werden an Gartenbesitzer Samen verteilt für Blühbereiche in den Hausgärten.

  • Blühstreifen:

    Der Landkreis plant heuer zehn bis 20 Hektar Blühwiesen auf eigenen Flächen.

Erste Erfolge imm Landkreis

Löffler: „Die 50 Hektar Anbaufläche haben wir in ziemlich kurzer Zeit beisammen gehabt. Und zwar quer durch den ganzen Landkreis“, freut sich Löffler. Die Pflanze sei mehrjährige, wurzle tiefer als Mai und verhindere Bodenerosion. Außerdem blühe die Silphie von Frühjahr bis Herbst und biete somit einen durchgängigen Lebensraum für Insekten.

Und doch betont er noch einmal: Wichtig sei, auch die Landwirte nicht zu vergessen. Ihm schweben da beispielsweise auch Randflächen oder schlecht bewirtschaftbare Ackerflächen vor, die für das Ziel der Biodiversität umgebaut werden könnten. „Die bäuerliche Landwirtschaft braucht eine Perspektive, die müssen wir den Betroffenen geben.“

Im Übrigen seien die Gespräch am Runden Tisch geprägt gewesen von unterschiedlichen Meinungen, „aber es war auch eine sachliche Diskussion“, betont Löffler.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht