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Vernissage

Eine Reise durch Rodings Geschichte

Von 844 bis ins Jubiläumsjahr 2019: Ein XXL-Zeitstrahl zeigt die Historie des Ortes. Jede Epoche hat ihre Herausforderungen.
Von Bastian Schreiner

Bürgermeister Franz Reichold mit den beiden Autoren des Zeitstrahls, Karlheinz Reim (l.) und Ludwig Weber (r.) Foto: B. Schreiner
Bürgermeister Franz Reichold mit den beiden Autoren des Zeitstrahls, Karlheinz Reim (l.) und Ludwig Weber (r.) Foto: B. Schreiner

Roding.„Roding ist zwar schon 1175 Jahre alt, präsentiert sich aber jugendlich, attraktiv und zukunftsfähig“ – Mit diesen Worten spannte Landrat Franz Löffler den Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft. Um die Bedeutung einer Stadt richtig einordnen zu können, brauche man den Blick in die Geschichte. Diese zeigt ein großer Zeitstrahl, den die beiden Autoren Karlheinz Reim und Ludwig Weber für das Jubiläumsjahr „1175 Jahre Roding“ entworfen haben. Auf den Schautafeln im Rathaus ist die Entwicklung von der ersten urkundlichen Erwähnung 844 bis zur modernen Industriestadt dargestellt.

„1175 Jahre Roding sind über 50 Generationen von Menschen, gekrönten Häuptern, Klerikern, Bauern, Handwerkern, Händlern und Unfreien“, meinte Bürgermeister Franz Reichold am Donnerstagabend zu Beginn der Vernissage, die ein Klarinetten-Trio der Stadtkapelle musikalisch umrahmte. Jede Epoche, so Reichold weiter, hatte ihre Herausforderungen. Doch die Vorfahren hätten diese gemeistert. „Dadurch wurde Roding zu dem, was es heute ist.“

Werk für künftige Generationen

Die Gäste bestaunten den Zeitstrahl nach der offiziellen Eröffnung. Foto: B. Schreiner
Die Gäste bestaunten den Zeitstrahl nach der offiziellen Eröffnung. Foto: B. Schreiner

Dabei handelte es sich zumeist um einfache Menschen, die hier siedelten, arbeiteten und lebten – und damit über Jahrhunderte den Grundstein für das Roding der Gegenwart legten. Die vergangenen Jahrzehnte waren laut Reichold zweifellos die schnelllebigsten mit den meisten Veränderungen. „Geschichte wird von den Menschen zu schnell vergessen und zu oberflächlich behandelt“, merkte Reichold an. Deshalb wünschte er sich, dass mit dem Zeitstrahl und den Ausstellungen im Jubiläumsjahr eine Art Gesamtwerk für die Zukunft geschaffen wird – quasi eine gewisse Nachhaltigkeit für die künftigen Generationen.

Slideshow

Roding erwartet Veranstaltungs-Feuerwerk

1175 Jahre Roding: Im kommenden Jahr wird das Jubiläum groß gefeiert. Der Terminkalender der Stadt ist schon gut gefüllt.

Karlheinz Reim ging auf wichtige Eckdaten Rodings ein. Der Karolingerkönig Ludwig der Deutsche hat am 15. September 844 eine Urkunde, in der als Ausstellungsort „Rotachin“ genannt wird, unterschrieben. Damals bestand wohl schon ein Königshof in Roding. Die Schenkung von Reliquien durch Kaiser Arnulf erfolgte 896. Die Verleihung der Marktrechte und damit auch die niedere Gerichtsbarkeit im Jahr 1364 durch Pfalzgraf Rupprecht I. stellte Reim als bedeutend heraus. Nicht vergessen dürfe man auch die Wappenverleihung an Roding im Jahr 1432 durch den Pfalzgrafen Johann von Neunburg: Ein gewappneter Mann in einem roten Feld, der in der rechten Hand eine Hellebarde und in der linken einen Fisch, genannt Rotel, halten soll.

Ausstellung im Rathaus

  • Eröffnung:

    Rund 80 geladene Gäste kamen am Donnerstagabend zur Vernissage ins Rodinger Rathaus. Der von der Druckerei Vögel erstellte Zeitstrahl ist dort fast das gesamte Jahr über zu sehen. Neben den sechs Ausstellungstafeln findet man einzelne Aufsätze an Stellwänden. Exponate ergänzen die Ausstellung.

  • Raritäten:

    Bürgermeister Franz Reichold steht hinter einen Zellentür, die aus dem früheren Polizeigefängnis in der Fronfeste stammt. Im Laufe des Jahres wird es für besondere Ereignisse separate Ausstellungen, Vorträge und Führungen – auch in den Ortsteilen – geben. Ein Dank ging an alle, die sich dabei engagieren.

Der Zeitstrahl, den die Stamsrieder Firma Vögel (Barbara Bucher und Jens Eheberg) auf große Stahlplatten gedruckt hat, liefert nicht nur Informationen über die Historie Rodings sowie den Daten und Fakten der Weltgeschichte, sondern auch Auszüge des wirtschaftlichen Aufschwungs des Standortes, den Ludwig Weber vorstellte. Wie er sagte, habe in all den Jahren auch das Klima immer eine große Rolle gespielt. im Jahr 1726 gab es in Roding acht Wirte, zwölf Bäcker, elf Weber, zehn Schuhmacher, acht Metzger, fünf Gerber, vier Mauerer und vier Schmiede.

Bahnlinie als Meilenstein

Über 80 geladene Gäste kamen zur Ausstellungseröffnung ins Rathaus. Foto: B. Schreiner
Über 80 geladene Gäste kamen zur Ausstellungseröffnung ins Rathaus. Foto: B. Schreiner

Nach Kriegen, Seuchen und Bränden sei mit dem Bau der Eisenbahnlinie im Jahr 1860 wieder ein Aufschwung einhergegangen. Nach den Weltkriegen siedelten sich Firma wie Vaillant oder Steinbock (Crown) am Ort an und schaffen Jobs – heute gibt es in Roding, seit über 60 Jahren auch Garnisonsstadt, rund 9000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Die Entwicklung sei der Industrie, der Politik und engagierten Bürgern zu verdanken.

„Man darf die wirtschaftliche Entwicklung eines Ortes nie isoliert bewerten, sondern müsse die Ereignisse ringsum einbeziehen“, sagte der Landrat in seinem Grußwort. Roding sei eine attraktive Heimat. Und dahinter stecke das Geschick der Menschen. Durch die kommunale Selbstverwaltung, die Löffler als Juwel bezeichnete, könne eine Kommune – eingebettet in das Rechtssystem – alles selbst regeln. Gerade in Roding sei dies bemerkenswert gelungen, so Löffler. Neben dem XXL-Zeitstrahl beleben die Ausstellung, die zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden kann, Exponate aus der Sammlung von Stefan Braun.

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