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Porträt

Eine Rektorin mit Idealismus

Frederike Schmaderer hat vor einem Jahr die Leitung der Grundschule Waffenbrunn-Willmering übernommen. Wir geht es ihr jetzt?
Von Hans Schmelber

Friederike Schmaderer fühlt sich wohl in ihrem Amt als Chefin der Grundschule Waffenbrunn-Willmering. Foto: Hans Schmelber
Friederike Schmaderer fühlt sich wohl in ihrem Amt als Chefin der Grundschule Waffenbrunn-Willmering. Foto: Hans Schmelber

Waffenbrunn.Sie hat vor einem Jahr die Schulleitung der Grundschule Waffenbrunn-Willmering vom damaligen Rektor Hans Kraus übernommen und ist somit jetzt ein Jahr Nachfolgerin im Amt. Die Rede ist von Friederike Schmaderer, die vorher Konrektorin in der Grund- und Mittelschule in Roding gewesen war. Finanziell hat sich dadurch für sie nichts geändert. Sie hat sich um diese Stelle beworben, weil sie von Natur aus nach Neuem sucht, nach Herausforderungen, erklärt sie.

Und sie sagt es auch gleich frei heraus: Sie ist dankbar für das, was sie hier in Waffenbrunn und Willmering vorgefunden hat, auch wenn der Start nicht ganz einfach war, weil mit Hans Kraus auch einige tragende Säulen die Schule verlassen habe. Das Rest-Team aber zeichne sich durch langjährige Erfahrung und Kompetenz aus, und sie als Neue wurde „ohne Vorbehalte angenommen, und das geht bis heute so.“

„Fühle mich als Teil des Teams“

„Es war eigentlich so für alle ein Neuanfang, aber jeder Neuanfang bietet auch eine große Chance“, stellt Schmaderer fest. „Ich bin wahnsinnig froh über das Team, das noch bestehen blieb, und das wusste, was und wie bisher alles gelaufen ist. Auch mit der Verwaltungsangestellten Karola Dobmeier ist jemand da, der den absoluten Durchblick hat und mir damit am Beginn sehr viel geholfen hat.“

Die Dauerbaustelle Pausenhof – derzeit ohne Arbeiter Foto: Hans Schmelber
Die Dauerbaustelle Pausenhof – derzeit ohne Arbeiter Foto: Hans Schmelber


Das sei das Angenehme an dieser Schule. „Man braucht gar nicht so viel besprechen, jeder langt einfach hin, und das ganz selbstverständlich. Wir müssen uns nicht oft bei Konferenzen treffen, weil vieles einfach untereinander abgesprochen wird, und dann läuft es auch und ich kann mich darauf verlassen, dass alles erledigt wird. Es wurden gute Strukturen gelegt, damit alles so weiterlaufen kann. Trotzdem sind die Mitarbeiter aber offen für Neues und bringen auch selber Ideen mit ein, was man probieren könnte. Hier ziehen alle an einem Strang. Ich fühle mich hier immer als Teil des Teams und nicht als Chefin.“

Und Friederike Schmaderer ist nicht nur Rektorin, sie gibt auch 22 Stunden Unterricht in der Woche. Die Regelarbeitszeit bei Pädagogen sind 28 Unterrichtsstunden. Um dem Vorurteil „Lehrer arbeiten nur halbtags“ gleich entgegenzuwirken. Dazu kommen Unterrichtsvorbereitungen, Schulaufgabenplanung, Korrigieren, Beurteilungen, Weiterbildung, Vertretungen und viel Kleinarbeit. Eine Lehrkraft bringt es so gut auf 40 Wochenstunden, so die Rektorin.

Für die Arbeit braucht es Idealismus

22 Unterrichtsstunden bedeuten aber auch, dass für die Arbeit als Schulleiterin viele Überstunden notwendig sind, und dafür braucht es schon Idealismus. Aber genau das liebt die Neue auch: Herausforderungen. Eine solche ist auch die Zweihäusigkeit der Grundschule mit den Standorten Waffenbrunn und Willmering, die vom Schulamt nicht gerne gesehen sei. WiWa sei auch die letzte zweihäusige Grundschule im Landkreis. Die Entscheidung dafür liege aber bei den Gemeinden als Sachaufwandsträger. Dafür gebe es einen Schulverband, dem der Waffenbrunner Bürgermeister Roland Saurer vorsitzt.

„Es ist nie zu schaffen, dass wir alle Willmeringer Schüler in Willmering und umgekehrt unterbringen“, bedauert Schmaderer und weist auch darauf hin, dass Zweihäusigkeit auch für die Lehrkräfte einen Mehraufwand bedeutet. Transport mit dem Schulbus, zweimal Pausenaufsicht z.B., aber auch die Nachmittagsbetreuung, die in Willmering bis 14 Uhr geht. In Waffenbrunn besteht diese Möglichkeit bis 17 Uhr. Die Schüler können auch ein Mittagessen bekommen, das allerdings muss privat bestellt und bezahlt werden.

Und die Schülerzahlen steigen wieder: nicht rasant, aber kontinuierlich. Mittlerweile besuchen über 110 Schüler die beiden Grundschulen, nächstes Jahr schon wieder 15 mehr. Das geht in Richtung Zweizügigkeit – heißt: zwei erste Klassen und zwei zweite Klassen, und das bringt natürlich auch strukturelle Veränderungen mit sich, die aber sicherlich lösbar sind.

„Wir sind in diesem Jahr vom Schulamt wirklich ausreichend versorgt worden“

Friederike Schmaderer, Schulleiterin der Grundschule Willmering-Waffenbrunn über die Personalsituation

Unsere Frage nach ausreichend Lehrkräften beantwortet die Schulleiterin positiv. „Wir sind in diesem Jahr vom Schulamt wirklich ausreichend versorgt worden. Es gibt einfach insgesamt weniger Lehrer, aber wir können unseren Unterricht gut abdecken. Schmaderer hofft, dass die Grundschulen auch weiter mit den erforderlichen Stundenzahlen versorgt werden können, denn gerade für einen Flächenlandkreis wie Cham ist es schwierig alle Schulen mit ausreichend Stunden zu versorgen. Probleme gebe es immer mal wieder, wenn Lehrerinnen Nachwuchs bekommen. Aber auch dafür gebe es Möglichkeiten mit Springern. „Gibt es auch eine männliche Lehrkraft?“ haben wir nachgefragt. „Bei uns ist das nur Pfarrer Michael Reißer“, war die prompte Antwort. Erkennbar sei aber bei den jährlichen Vereidigungen, dass im Grundschulbereich der Frauenanteil sehr hoch ist.

Die Zusammenarbeit mit dem Schulamt verlaufe völlig problemlos und „könnte nicht besser sein“. Auch zum Schulverband kann die Schulleiterin nur Positives berichten: „ Was wir benötigen, das bekommen wir.“ So werde demnächst im Zuge der Förderprogramme des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus die IT-Ausstattung verbessert. Die Internet-Verbindung sei seit einiger Zeit besser geworden, lasse aber nach wie vor zu wünschen übrig.

IT-Ausstattung

  • Anschaffungen:

    Im Zuge der Förderprogramme des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus wird demnächst für jede Schule ein neuer Tablet-Koffer mit unterschiedlicher Bestückung angeschafft. Diese jeweils 20 Tablets können von den Kids im Unterricht benutzt werden. Dafür gibt es auch schon viele hervorragende Lern-Apps, die auch im Unterricht eingesetzt werden.

  • Internet:

    In der Grundschule hat jedes Klasszimmer einen Internetanschluss, eine Dokumentenkamera und einen Laptop. Letztendlich hat für die Digitalisierung aber der Sachaufwandsträger die Verantwortung.

Pausenhof: Wann geht es weiter?

Unsere Frage nach der jetzigen Situation in Sachen Sanierung der Pausenhoftreppe beantwortet die Rektorin mit dem Ausdruck des Bedauerns. Die Fertigstellung, die eigentlich schon in oder kurz nach den Osterferien erfolgen sollte, verzögert sich von Woche zu Woche. „Mir liegt am Herzen, dass wenigstens zunächst die Treppe und die Rutsche fertig werden und von den Kindern benutzt werden können.“ Danach möchte sich Schmaderer nochmals mit dem Elternbeirat zusammensetzen, beraten und weitere Vorschläge machen, z. B. im Zuge der Artenvielfalt einen Blühstreifen für Bienen anlegen. Dazu werde sich die Schule als „Umweltschule“ beim Landesbund für den Vogelschutz bewerben.

Abschließend lobte Schmaderer auch die Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat, die „nicht besser sein könnte“. Sie werde regelmäßig zu den Treffen eingeladen,“ und das ist nicht selbstverständlich“, legt sie nach, und sie verweist auf das erst vor kurzem gefeierte Schulfest, das zusammen mit dem Beirat geplant wurde und für das dieser auch die Organisation übernommen hatte. Die Neue hat ihre Entscheidung, sich als Schulleiterin für die Grundschule WiWa zu bewerben, „noch zu keiner Zeit bereut“, versichert sie. Sie fühle sich hier wohl, zumal sie auch schon sein langem mit ihrer Familie ihr Domizil in Willmering gebaut hat. „Von mir aus kann’s gerne so weitergehen“, versichert sie uns abschließend.

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