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Bildung

„Geheimsache Igel“ in der Schule

Theater-Projekt führte Eschlkamer Waldschmidtschülern vor Augen, bei Gefahren auf ihre „Bauchpolizei“ zu hören und Nein zu sagen.

  • Am Ende lernten die Kinder der Waldschmidtschule von den Gästen, lautstark Nein zu sagen. Foto: kbi
  • Krümel mit Igel Ugulu und Wurzel sensibilisierten die Waldschmidtschüler für mögliche Gefahren. Foto: kbi

Eschlkam. Gewalt und sexuelle Gewalt gegenüber und unter Kindern ist ein wichtiges wie schwieriges Thema. Wie kann man die Kleinsten und Schwächsten unserer Gesellschaft möglichst früh stark machen, damit sie bestimmte soziale Situationen besser einschätzen lernen? Wie können sie drohende Gefahren von sich selbst und von anderen besser abwenden? Was sind „gute“, was „schlechte“ Geheimnisse?

Anlässlich bestürzender Fälle von Kindesmissbrauch führten solche Fragen zur Entwicklung des pädagogischen Theaterprojekts „Geheimsache Igel“, worin die Aufarbeitung des schwierigen Themas „Gewalt gegen Kinder“ kindgerecht umgesetzt wird. Schulleiterin Maria Meiller konnte dazu Britta Ortwein-Feiler und Martin Kriekhaus von der Erziehungsberatungsstelle Cham neben Andreas Pregler begrüßen.

So konnte die Waldschmidtschule dank des Mitarbeiters in der Erziehungsberatungsstelle Cham, Andreas Pregler, das Theaterpräventionsprojekt nach Eschlkam holen. Er hat für das Stück „Geheimsache Igel“ drei Viertel der Kosten übernommen. Nachdem die Zielgruppe der Veranstaltung Mädchen und Buben bis zur 4. Klasse sind, durften alle Klassen das kindgerechte Stück sehen. Krümel zog mit ihren Igel „Ugulu“ die Kinder in ihren Bann, sie merkten sofort, dass die blaue Gestalt Unrechtes von Krümel wollte, aber die Neugier war stärker. Bei der Nachbesprechung wurde der Vorfall aufgearbeitet.

Seit 2009 hat das Theaterensemble in Bayern mit großem Erfolg und Spaß etwa 650 Geheimsache Igel-Vorstellungen für über 26000 Kinder gespielt. Um Kindern im Grundschulalter die Problematik der sexuellen Gewalt näher zu bringen, werden sie auf der Gefühlsebene abgeholt. Das Präventionsprojekt versteht sich als emotionaler Türöffner. Die Kinder fühlen mit der Hauptfigur Krümel mit. Sie lernen ihre Welt kennen und sehen alle Veränderungen. Sie spüren die immer stärker werdende Bedrohung und die damit verbundene Angst, Betroffenheit und zuletzt auch Verzweiflung. Die Kinder erleben, wie Krümel sich ihren Freunden anvertraut und mit deren Hilfe lernt, auf ihre Intuition zu vertrauen, sich zu beschützen und Nein zu sagen. Das Projekt bestärkt die Kinder, ihrer „Bauchpolizei“ zu folgen und in für sie bedrohlichen Situationen auch Nein zu sagen, Abstand zu gewinnen und Hilfe zu holen.

Zunächst stellte sich Krümel mit ihrem Igel Ugulu und Wurzel vor, suchte mit den Kindern ihre Requisiten zusammen und baute eine freundschaftliche Ebene auf. Das ist die Basis für die emotionale Einbindung der Kinder ins Stück.

In dem Theaterstück geht es um die Figur Krümel. Sie lebt in einer fröhlichen gelben Welt mit ihren Freunden. Im Laufe des Stückes verändert sich ihre Welt und immer mehr blaue Dinge und Figuren erscheinen.

In der Nachbesprechung gingen Krümel und Wurzel mit den Kindern noch einmal durch, was alles mit Krümel und ihrer Welt passiert ist. Damit die Spannung des Stücks gelöst wird, durften die Kinder zum Schluss nach vorne kommen und hinter die Kulissen schauen.(kbi)

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