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Fachklinik ein Erfolgsmodell

Kreis und Stadt informieren sich über das Haus Johannesbad in Furth im Wald. Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen.
Volkmar Dimpfl

Chefarzt Prof. Dr. Reinhart Schüppel (rechts) und Klinikleiter Peter Rehermann (Mitte) informierten Landrat Franz Löffler (2. von rechts), Bürgermeister Sandro Bauer (links) und Landkreis-Wirtschaftsreferentin Isabella Bauer über die Fachklinik Furth im Wald. Foto: Volkmar Dimpfl
Chefarzt Prof. Dr. Reinhart Schüppel (rechts) und Klinikleiter Peter Rehermann (Mitte) informierten Landrat Franz Löffler (2. von rechts), Bürgermeister Sandro Bauer (links) und Landkreis-Wirtschaftsreferentin Isabella Bauer über die Fachklinik Furth im Wald. Foto: Volkmar Dimpfl

Furth im Wald.Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Bürgermeister Sandro Bauer und Landkreis-Wirtschaftsreferentin Isabella Bauer trafen sich in der Fachklinik Furth im Wald mit Klinikleiter Peter Rehermann und Chefarzt Prof. Dr. Reinhart Schüppel. Es ging bei diesem Treffen um die Situation und die weitere Entwicklung des Therapiezentrums für Abhängigkeitserkrankungen und Psychosomatik.

Zu Beginn des Treffens erinnerte Löffler an die vor wenigen Tagen verstorbene Dr. med. Angelika Zwick, die Mitbegründerin der Further Fachklinik. Ziel des Treffens sei die Information, „wie es denn so läuft“ bezüglich Personal, Investitionen und Erfolg. Er verknüpfte das zugleich mit dem Dank für die Tätigkeit in der Region.

Chefarzt Prof. Schüppel wies darauf hin, dass Suchtprävention ein Wirtschaftsfaktor sei, vor allem aber ein Teil der gesellschaftlichen Entwicklung. Zur Personalsituation sagte er, dass es schwierig sei, junge Ärzte für einen Standort wie Furth zu finden. Doch glücklicherweise gebe es eine Art Netzwerk mit Ärzten im ehemaligen Jugoslawien, das immer wieder freie Stellen fülle. Diese Ärzte seien fachlich hervorragend, beherrschten auch sonst fast verloren gegangene Fähigkeiten, da sie es gewohnt seien, möglichst ohne viel Medizintechnik auszukommen. Natürlich ist eine sprachliche Qualifikation nötig, aber das Hauptproblem sei die lang dauernde Anerkennung der Abschlüsse sowohl durch den Staat (Regierung von Oberbayern) als auch durch die Ärzte-Körperschaft, die hier sehr restriktiv agiere.

Beschleunigung angedacht

Bezirkstagspräsident Löffler merkte dazu an, dass Bestrebungen im Gang sind, von der zentralen wieder zur dezentralen Anerkennung überzugehen, was sicher zur Beschleunigung beitrage. Der Kontakt zur Further Bevölkerung sei ausgezeichnet, so die Klinik-Führung. Es sei nicht einfach, neue Mitarbeiter zu gewinnen, denn auf dem Weg zum Bewerbungsgespräch kämen die Interessenten an fünf Einrichtungen vorbei, wo sie auch arbeiten könnten und die etwa näher an Regensburg liegen. Mit einem Komplettangebot kompensiere die Further Klinik das. Wer hier anfängt, kann dank intensiver Zusammenarbeit mit entsprechenden Kliniken und Ärzten fünf Jahre bleiben und muss in der Zeit nicht wechseln – er lernt alles, was er braucht.

Die Fachklinik beschäftigt derzeit 120 Mitarbeiter, darunter acht Ärzte. Für Pflegeberufe, erklärte Prof. Schüppel, sei die Fachklinik ein besonderer Arbeitsplatz. Krankenschwestern, „die Blut sehen wollen“, würden hier nicht gebraucht. Dafür gebe es Qualifikationen, die es sonst nicht gibt, etwa Sucht-Akupunktur. Eine weitere Besonderheit der Fachklinik ist die lange Aufenthaltsdauer der Patienten – im Schnitt vier Monate. Da müsse auch die Wohnqualität passen, von der Einrichtung bis zur Verpflegung. Die Klinik verfolge hier ein integrierte Konzept, auch Hausmeister und Putzfrau seien Teil der Therapie, ebenso die Bevölkerung. Hier werde auch das Wohngruppenkonzept verfolgt; mehrere Patienten und der Therapeut sind auf der gleichen Etage untergebracht. So sei ein Austausch innerhalb der Gruppe möglich, und der fachliche Ansprechpartner sei ebenfalls nahe.

Lob für Unternehmer

Eine Besonderheit seien auch die externen Belastungserprobungen. Hier erklären sich Further Unternehmer bereit, einen Patienten eine Woche lang zu beschäftigen. Das Resultat: In 90 Prozent der Fälle sagen die Unternehmer, sie würden den Patienten einstellen. Prof. Schüppel dankte in dem Zusammenhang den Further Unternehmern für ihre Kooperation. Zum Therapieerfolg insgesamt sei zu sagen, dass nach einem Jahr 50 bis 60 Prozent abstinent seien, die meisten anderen trinken zumindest weniger. Er sehe die Klinik als Werbeagentur fürs Leben. Das Ziel, so der Arzt, sei es auch, der Wirtschaft Menschen zur Verfügung zu stellen, die jetzt gebraucht werden.

Zwei weitere wichtige Punkte sieht die Klinikleitung für den Erfolg: eine positive Grundstimmung der Mitarbeiter und den Wald. Der Wald, so Prof. Schüppel, mache 30 Prozent des Therapieerfolgs aus. Waldbaden sei ja eine ganz aktuelle Therapie. Wirtschaftsreferentin Bauer zeigte sich von der Philosophie und Arbeit der Fachklinik total begeistert. Sie stellte viele Parallelen zu ihrer Arbeit fest und erklärte, sie könne sich Prof. Dr. Reinhart Schüppel gut als Coach in der Wirtschaft vorstellen. (fvd)

Investition geplant

  • Unterstützung:

    Bürgermeister Sandro Bauer versprach, dass die Stadt die Fachklinik auch bei ihren Investitionen unterstützen werde.

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