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Sport

Christian Rottenegger kommt zu Bergwoche

Seine Radexpeditionen führten den 47-Jährigen bis tief ins Himalaya-Gebirge. Am 13. April hält er einen Vortrag in Furth.
Von Evi Paleczek

Schneestürme, Hitze, Kälte – es reizt Christian Rottenegger, dass nicht alles planbar ist auf seinen Expeditionen. Foto: Christian Rottenegger
Schneestürme, Hitze, Kälte – es reizt Christian Rottenegger, dass nicht alles planbar ist auf seinen Expeditionen. Foto: Christian Rottenegger

Furth im Wald.Der Opa ist schuld an seiner Leidenschaft für den Bergsport und das Radlfahren. Schon als kleiner Bub hat er ihn mitgenommen in die Berge, als er zwölf war zum ersten Mal mit dem Fahrrad, erzählt Christian Rottenegger. Vom Zuhause in Augsburg radelten die beiden ins Ammertal in die Voralpen, übernachteten im Zelt, bestiegen am nächsten Tag einen Gipfel und radelten dann wieder heim. Damals ging es los mit seiner Faszination für das Hochgebirge – und vergangen ist sie bis heute nicht, sagt der 47-Jährige im Gespräch mit unserem Medienhaus.

Zum Vortrag

  • Termin:

    Am 13. April um 20 Uhr kommt Christian Rottenegger ins Kolpinghaus.

  • Inhalt:

    In seinem Vortrag „Expedition impossible“ nimmt Rottenegger die Zuschauer mit auf mehrere Radexpeditionen.

  • Karten:

    Der Eintritt kostet 13, ermäßigt zwölf Euro. Tickets gibt es unter www.okticket.de, in der Tourist-Information und an der Abendkasse.

  • Informationen:

    Weitere Informationen zu Christian Rottenegger gibt es unter www.christianrottenegger.de.

Mit der Zeit hat es ihn immer mehr interessiert und fasziniert, Sachen auszuprobieren, die eigentlich unmöglich klingen. Und als er mit einem Freund in Pakistan war, entstand die Idee, von zuhause dorthin zu radeln und einen Achttausender zu besteigen, den Gasherbrum II, berichtet Rottenegger. Er wusste damals schon, was es bedeutet, lange Strecken mit dem Rad zu fahren und hatte auch bereits mehrere Achttausender bestiegen. Also haben sich die beiden auf den Weg gemacht – und sind auch angekommen. Den Gipfel gab’s aber leider nicht, berichtet der gelernte Schreiner. 200 Meter vorher mussten die beiden aufgrund des Wetters umkehren.

Nicht wissen, was passiert, das gefällt Christian Rottenegger

Es ist aber gerade das Ungewisse, das ihn begeistert an seinen Expeditionen, sagt Rottenegger. Losfahren und einfach schauen, was kommt. Nicht wissen, wo man übernachtet und wie man Hitze und Kälte aushält. Nicht alles vorausplanen können, ausbrechen aus dem immer gleichen Alltag – das hat es ihm angetan, erklärt der Bergsteiger.

Zudem haben ihn immer schon ex-treme Landschaften fasziniert. Seine zweite große Tour führte den 47-Jährigen deshalb durch die Wüste, durch die Hungersteppe von Kasachstan. Und weiter nach Tibet hinauf, permanent auf einer Höhe von mehr als 5000 Metern. Zu erfahren, wie Körper und Psyche darauf reagieren, ist ein Erlebnis, sagt Rottenegger.

Mit dem Radl durch Tibet; es sind die Begegnungen mit den Menschen, die seine Reisen interessant machen, sagt Christian Rottenegger. Foto: Christian Rottenegger
Mit dem Radl durch Tibet; es sind die Begegnungen mit den Menschen, die seine Reisen interessant machen, sagt Christian Rottenegger. Foto: Christian Rottenegger

Ihm haben die Touren ganz klar gezeigt, dass er so etwas immer wieder machen möchte. Und es hat geklappt, die Leidenschaft zum Beruf zu machen. Das ist einfach super und passt perfekt, freut sich der Sportler. Ebenfalls durch seinen Opa hat er schon früh zu fotografieren begonnen, seine Lebensgefährtin ist Journalistin. Zusammen arbeiten sie seine Vorträge aus und liefern Beiträge an Fotomagazine.

Unterwegs ist Rottenegger immer mit den gleichen Leuten. Es ist nicht immer ganz dieselbe Truppe, aber jeder kennt sich und weiß, was er dem anderen zutrauen kann, erklärt der Bergsteiger. Natürlich hat auch nicht jeder so lange Zeit wie er. Bei der ersten großen Expedition ging es zu sechst los; auf dem Weg ist dann immer wieder jemand ausgestiegen beziehungsweise dazugekommen.

Etwas Herausragendes gibt es eigentlich gar nicht für ihn, wenn er zurückblickt auf seine Erlebnisse, meint der 47-Jährige. Es waren ganz viele tolle Erfahrungen, die er machen durfte. Vor allem auch mit den Menschen in den jeweiligen Ländern. Als es etwa mehr als 2000 Kilometer durch den Iran ging, in einer Zeit, als die Amerikaner mit Krieg gedroht hatten, wusste er nicht, wie die Leute Fremden gegenüber eingestellt waren, erzählt Rottenegger. Es war dann eine Riesenüberraschung, dass die Gruppe jeden Tag irgendwo eingeladen und total freundlich behandelt wurde. Und wenn man bei den Einheimischen übernachten darf, bekommt man natürlich auch superinteressante Einblicke, berichtet der 47-Jährige.

Es gehört auch viel Glück dazu, dass alles gut geht bei den Expeditionen

Aber es sind auch Erfahrungen, in Pakistan neben der Straße zu zelten. Es gehört immer auch viel Glück dazu, dass alles gut geht, meint Rottenegger. Er hatte dieses Glück bislang – und überwiegend nur positive Erlebnisse mit den Menschen. Lediglich in China war es anders, erzählt er. Da haben die Radler den Überwachungsstaat zu spüren bekommen. Sie standen unter Spionageverdacht und wurden rund um die Uhr von Polizei begleitet.

Seine nächste Expedition wird ihn nach Südamerika führen, verrät Rottenegger. Dann geht es mit dem Radl von der Pazifik-Küste ins Quellengebiet des Amazonas, wo die Truppe einen 6000er besteigen will, und dann weiter zum Atlantik. Sobald er wieder trainieren kann, geht es los. Vor vier Monaten hat sich der 47-Jährige nämlich das Knie gebrochen – nicht bei einem Sportunfall, sondern als er von einer Leiter fiel, erzählt er und lacht.

Trainiert für die Expeditionen wird mit Mountainbike- und Skitouren, sagt Rottenegger, der mittlerweile zusammen mit seiner Lebensgefährtin im Ostallgäu lebt. Dort hat er noch ein großes Hobby, erzählt der Bergsteiger. Das Paar hat einen alten Hof aus dem Jahr 1602 gekauft, ihn abgebaut und auf einem neuen Grundstück wieder aufgebaut. Am wichtigsten ist ihm aber, die Freiheit zu behalten, jederzeit aufbrechen und unterwegs sein zu können, sagt der 47-Jährige.

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