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Freizeit

David ist verrückt nach dem Jonglieren

Diesen Dienstag um 16 Uhr gibt der Cirkus Jung auf der Wiese am Further Eichertweg seine Weihnachtsvorstellung.
Von Evi Paleczek

David und sein Bruder Enrico haben sich mit ihren Keulen schon einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde gesichert.
David und sein Bruder Enrico haben sich mit ihren Keulen schon einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde gesichert. Foto: Paleczek

Furth im Wald.Für ihre großen und kleinen Besucher haben sie sich eine ganz besondere Weihnachtsvorstellung einfallen lassen, die Künstler vom Cirkus Jung. Ihr eigenes Weihnachtsfest aber feiern die Zirkusleute ganz traditionell, erzählt David Jung im Gespräch mit unserer Zeitung. Am 24. Dezember ist der Cirkus bereits zu seiner nächsten Station, nach Domazlice, übergesiedelt. Dort stehen die hochmodernen, amerikanischen Wohnwagen der Familie, die auch groß genug für einen Weihnachtsbaum sind. Zum Essen gibt es – wie in Tschechien an Heiligabend üblich – Fisch mit Kartoffelbrei. Zuvor stehen David, sein Bruder Enrico und seine Mama Dagmar Jung zusammen mit drei weiteren Artisten aber noch einmal in Furth im Wald in der Manege.

Dressierte Pudel und Frettchen

Der Cirkus Jung hat seine Zelte in Furth aufgeschlagen.
Der Cirkus Jung hat seine Zelte in Furth aufgeschlagen. Foto: Paleczek

Heute um 16 Uhr startet die Weihnachtsvorstellung, die der Cirkus in die Grenzstadt mitgebracht hat: Es gibt dressierte Pudel zu sehen, Tauben und Frettchen, die zusammen mit den Clowns ihren Auftritt haben. Es gibt Hansstand-Akrobatik, Künstler auf dem Einrad und Diabolos – und dazu Weihnachtslieder, - bäume, -kostüme und -dekoration sowie kleine Geschenke vom Weihnachtsmann für die Kinder.

Und natürlich die Jongleure. „Ich bin verrückt nach dem Jonglieren“, gesteht David Jung. Schon als Achtjähriger hat er damit angefangen und zusammen mit seinem Bruder Enrico immer versucht, zu den Besten zu gehören. Und das ist den beiden auch immer wieder gelungen: Sie haben es bis zu einem Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde gebracht, was die Anzahl der Keulen und die Jonglage-Dauer betrifft, und sie haben auf mehreren Zirkus-Festivals Preise gewonnen.

Er gehört bereits der neunten Generation einer tschechischen Zirkus-Familie an, erzählt David Jung. Er ist im Zirkus aufgewachsen, seine Mutter Dagmar trat mit ihren zehn Schlangen, darunter auch eine Anakonda, auf, der Papa war Fakir. Er und sein Bruder Enrico haben schon früh hauptsächlich jongliert, berichtet der 30-Jährige.

Schule im Wohnwagen

Als er schulpflichtig wurde, hat das ganze Jahr über seine Mutter mit ihm im Wohnwagen gelernt, im Winter ging er drei Monate zur Schule und schrieb die entsprechenden Prüfungen, erzählt David Jung. Zirkus-Schulen wie es sie heute gibt – mit Lehrern, die Station bei den einzelnen Zirkussen machen – gab es damals nicht.

Der Cirkus Jung

  • Vorstellung:

    Heute um 16 Uhr wartet der Cirkus Jung auf der Wiese am Eichertweg mit seiner Weihnachtsvorstellung auf.

  • Preise:

    Karten auf den Bänken kosten für Kinder sechs, für Erwachsene acht, auf den Stühlen in der Loge zehn und zwölf Euro.

  • Heizung:

    Das Cirkus-Zelt ist beheizt.

  • Dauer:

    Die Vorstellung dauert eineinhalb Stunden inklusive einer kurzen Pause.

  • Verpflegung:

    Es gibt Popcorn und Zuckerwatte zu kaufen.

  • Nächste Station:

    Nach Furth im Wald geht es für den Cirkus Jung weiter nach Domazlice, wo von 27. bis 30. Dezember Weihnachts-Vorstellungen stattfinden. (ep)

Bis er vier Jahre alt war, war die Familie Jung mit ihrem eigenen Zirkuszelt unterwegs, dann folgten 20 Jahre lang Engagements bei größeren Zirkussen, etwa in Deutschland, Belgien und Frankreich, beim Circus Roncalli zum Beispiel oder auch am Hansa-Theater in Hamburg. Seit sechs Jahren nun reist der Cirkus Jung wieder mit seinem eigenen Zelt durch Tschechien und Polen, nun ging es zum ersten Mal auch nach Deutschland.

„Wir mögen Deutschland und wollten es einfach mal versuchen“, erklärt David Jung. Ihr Weihnachtszirkus in Domazlice im vergangenen Jahr war gut besucht, deshalb hat der Zirkus seine Zelte jetzt in der Grenzstadt aufgeschlagen. Mit bislang leider mäßigem Erfolg, berichtet der 30-Jährige. „Wir hätten auf 30/ 40 Leute pro Vorstellung gehofft, es waren seit der ersten Vorstellung am Samstag aber leider maximal 15.“ Woran es liegt, weiß David Jung nicht so genau. Natürlich hätte der Zirkus noch mehr Plakate aufstellen können – was aber leider nicht erlaubt war. In den Geschäften allerdings hingen die Plakate schon. „Das Wetter ist natürlich nicht ideal“, bedauert der 30-Jährige, verweist aber auf das beheizte Zirkus-Zelt. Da gewesen sind bislang etwa zur Hälfte Kinder und Erwachsene, geeignet ist das Programm des Zirkus für jedes Alter, betont David Jung.

Akrobatik, Tiere und Wohnwagen sind schon immer sein Leben, sagt der 30-Jährige, der in Prag geboren wurde. Für andere Hobbys bleibt eigentlich keine Zeit. Sein Bruder ist trotzdem ein großer DVD-Fan geworden, erzählt David Jung. Immer wenn Zeit ist, sieht er sich einen guten Film an. Und die Familie macht zusammen Musik. „Das liegt uns im Blut“, sagt der 30-Jährige. Er klimpert auf seinem Keyboard, es wird gesungen und Trompete und Schlagzeug gespielt.

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