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Natur

Dem Storch ins Nest geblickt

In Furth im Wald war Storchentag: Heribert Mühlbauer gab informative Einblicke über „Tiere am Turm“.

Der Storchennachwuchs im Further Horst
Der Storchennachwuchs im Further Horst Foto: Stadt Furth im Wald

Furth im Wald.150 Jahre Further Stadtturm, dieses Jubiläum bietet eine Vielfalt von Veranstaltungen. Doch nicht jede Veranstaltung wissen die Further zu schätzen. Dies zeigte sich am Donnerstagnachmittag, an dem zwei Veranstaltungen mit Tieren angeboten wurden.

Ab 16 Uhr konnte dem Storch vom Stadtturm aus ins Nest geschaut werden, drei Stunden später wurde im Georgssaal ein Vortrag über „Tiere am Turm“ angeboten werden. Jeweils ein kleiner Interessentenkreis nutzte diese Gelegenheiten, die vom Landestormuseum, vertreten durch Elfriede Kelnhofer und Kathi Drescher, angeboten wurden.

Geburtstag am 9. Mai

Der Blick ins Nest des Storchenpaares überraschte die wenigen Besucher, die aus Müttern mit ihren Kindern bestanden. Nach genauen Hinblicken konnte festgestellt werden, dass sich hier nicht drei, sondern vier prächtig entwickelte junge Adebare befanden.

Die vier Jungen schlüpften am 9. Mai aus. Andreas Mühlbauer hatte sein Spektiv mit 50-facher Vergrößerung zur Verfügung gestellt. Die etwa 200 Meter Luftlinie zum Kamin der Schreinerei Schießl stellte kein Problem dar, die Jungen im ausgepolsterten Nest genau zu beobachten.

Nach eine knappen Stunde kam ein Elternteil und fütterte die Jungen. Für jedes Junge müssen täglich um die 500 Gramm Futter – Fische, Amphibien und Insekten –aus umliegenden Nahrungsbiotop herbei geschafft werden.

Der Weißstorch gilt eigentlich als Glücksbringer und Frühlingsbote. Den Adebar zu schützen bedeutet, seinen Lebensraum zu erhalten.

Während sich die Weißstörche auf vorgefertigten Horsten auf Kaminen, wie auf dem der Schreinerei Schießl, einnisten, wollen die Schwarzstörche ungestört brüten. Sie suchen sich Wälder umgeben von Feuchtwiesen oder Flüssen.

Der Vortrag von Heribert Mühlbauer über „Tiere am Turm“ wurde begleitet von faszinierenden Bildern, die in den letzten Jahren vom Referenten eingefangen wurden.

Die Begrüßung des Referenten und der wenigen Besucher blieb Elfriede Kelnhofer vorbehalten. Sie bedankte sich am Ende des Vortrags bei Heribert Mühlbauer mit einer Flasche Wein.

Enttäuscht über geringes Interesse

Nur wenige Interessenten nutzten die Gelegenheit, dem Storch ins Nest zu schauen.
Nur wenige Interessenten nutzten die Gelegenheit, dem Storch ins Nest zu schauen. Foto: Stadt Furth im Wald

Heribert Mühlbauer betonte, dass sich anscheinend viele Leute über „Tiere am Turm“ gut auskennen. So deutete er den Grund des schwachen Besuchs. Das Wort Turm sei ein vielsagendes Wort. Es gebe Stadt- und Kirchtürme, aber auch Ruinen. Zu den typischen Further Türmen zählen der Schießlturm (Kamin), der Kirch- und der Stadtturm. Bereits in den 60er Jahren haben am Stadtturm Weißstörche gebrütet. Die drei Standorte seien für die Störche sehr günstig, weil sie alle ins Chambtal hinausschauen. Die Altvögel haben einen guten Überblick, wenn ein Fremdling sich dem Horst nähert. Zum häufigsten Futter gehören Regenwurm-Knäuel – diese zupfen die Jungen auseinander. Vier Junge in der Grenzstadt seien sehr erfreulich.

Durch Vergittern der Türme haben die Störche wenig Gelegenheit, sich dort einzunisten, eigentlich schade. Dazu gehöre auch der typische Bewohner von Türmen, der Turmfalke, der Nischen und Höhlen braucht. Dessen Hauptnahrung bestehe aus Mäusen. Im Winter ernährt sich der Turmfalke von kleinen Vögeln. Den Turmfalken könne mit Nisthilfen geholfen werden.

Auch auf den Wanderfalken, einem Felsenbrüter, ging Mühlbauer ein. Sie sind im Gebiet des Kaitersberg zu Hause. Es sei der größte Falke, der früher an Scheichs verkauft wurde.

Weiter informierte er über die Schleiereule mit ihrem herzförmigen Gesichtsschleier. Diese sei die schönste Eulenart und ein typischer Bewohner von Kirchtürmen. Sie ernähren sich überwiegend von Mäusen. Im Landkreis gebe es keine Schleiereulen.

Dohlen wieder ansiedeln

Dohlen, im Volksmund „Dacher“ genannt, seien typische Bewohner von Türmen, brüten aber auch in warmen, blinden Kaminen. Im Landkreis versuche man, die Dohlen wieder anzusiedeln. Bei weiteren Bildern mit Bewohnern in Türmen handelte es sich um Fledermäuse, von denen es im Landkreis 17 Arten gebe. Mit den Mauerseglern, Rauch- und Mehlschwalben rundete Mühlbauer seinen Vortrag ab.

Abschließend wünschte sich der Referent, dass mit der Renovierung des Stadtturms Tiere die Möglichkeit zum Brüten bekommen sollten. Er würde auch diverse Brutkästen auf seine Kosten zur Verfügung stellen. (fsa)

Museumsbesucher können mit einem Fernglas, das Optik Pongratz gespendet hat und das an der Museumskasse kostenlos ausgeliehen werden kann, direkt in das Storchennest blicken.

Das Museum bietet im Stadtturmjubiläumsjahr auch eine Saisonkarte für 20 Euro. So könnte man die Störche so oft man möchte vom Turm aus beobachten.

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