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Kultur

Ein Abend für Musikliebhaber

Die Eröffnung der Further Sommerorgelkonzerte wusste zu überzeugen. Trompeten und eine Orgel führten durch den Abend.
Johann Reitmeier

Die Ausführenden des ersten Further Sommerorgelkonzertes 2019: Mathias Achatz, Wolfgang Kraus und Bernhard Peschl (von links) Foto: Johann Reitmeier
Die Ausführenden des ersten Further Sommerorgelkonzertes 2019: Mathias Achatz, Wolfgang Kraus und Bernhard Peschl (von links) Foto: Johann Reitmeier

Furth im Wald.Virtuose Musik für zwei Trompeten und Orgel war angekündigt für das Eröffnungskonzert der diesjährigen Sommerorgelkonzerte in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt Furth im Wald. Wahrhaft virtuos war dann die Demonstration barocker Tonkunst. Weitere Momente waren eine überwältigende opulente Festlichkeit und drei wahre Könner ihres Metiers, die die eigentlich zeitlose Schönheit dieser „alten Musik“ auferstehen ließen.

Der Further Kirchenmusiker und Regionalkantor, Wolfgang S. Kraus, ist als vielfältig tätiger Chor- und Orchesterleiter und Konzertorganist nicht nur Gründer und künstlerischer Leiter der renommierten Reihe, sondern oft auch selbst Ausführender. Seine Partner in diesem Konzert, die Solotrompeter Mathias Achatz und Bernhard Peschl, führen ebenfalls große Namen in ihrem künstlerischen Fach. Achatz ist in der Region, aber auch im ganzen Land auf allen Podien hoch geschätzt wegen seiner Virtuosität und riesigen Bandbreite, Peschl ist Mitglied bei einem der weltbesten Orchester, den Münchner Philharmonikern, was sein Niveau ohnehin treffend beschreibt.

Das Konzert wurde barock

Die Drei haben sich ein Programm ausgesucht, das berühmte, aber auch weniger geläufige Werke des Barock enthält, wobei Wolfgang Kraus neben Parade-Orgelsolowerken an der Eisenbarthorgel den Orchesterpart übernimmt und mit seinem Instrument so der Strahlkraft der Trompeten ein harmonisches und klangmächtiges Fundament unterlegt. Zugute kommt so einem Programmvorhaben die prädestinierte Akustik der Further Stadtpfarrkirche.

Kaplan Daniel Schmid sprach in seiner Begrüßung davon, dass diese Reihe gleich mit einem Highlight starten würde. Ein beliebter einschlägiger Einstieg ist gleich das Paradestück: G. F. Händels „Einzug der Königin von Saba“ aus seinem Oratorium „Salomon“, hier in der Bearbeitung für zwei Hohe Trompeten und Orgel. Üppig, mächtig, man sieht förmlich den überschwänglichen Prunk dieser Szenerie vor Augen. Wie ein Signal erklingt es. Das Concerto grosso-Prinzip steht hier bereits auch für die folgenden Stücke: Die beiden Solisten fordern das Orchester (Orgel) heraus, sie nimmt die Challenge an, strebt den Höhepunkten zu.

Weiter ging es mit der „Toccata d-Moll BWV 565“ von Johann Sebastian Bach, eines der berühmtesten Orgel-Solowerke schlechthin – mit superben Einfällen in virtuoser Manier. Denn einem allumfassenden Akkord durch die Oktaven folgen blitzende Läufe auf knorrige Bässe, mächtige Klangfülle löst rasante Läufe ab. Wolfgang Kraus ist in seinem Element, kostet dieses Werk voller Höchstanforderungen in jeder Phase aus: Einfach packend interpretiert, man lauscht als Zuhörer gebannt dieser gewaltigen Kunst.

Georg Philipp Telemann gilt im Dreigestirn Bach-Händel-Vivaldi als ebenbürtiger Zeitgenosse. Auch hier folgen einem langen Orgelvorspiel die Seelenschmeichler der Trompeten, die abwechselnd warmherzige Menschlichkeit und Emotionalität bringen, sich in virtuosen Höhen zeigen. Die Orgel führt sie beinahe unmerklich auf die satten Passagen hin. Das Largo in diesem g-Moll-Konzert klingt schön.

Eine Hommage an den Vater

Kaum eine Vorstellung mit Wolfgang Kraus ohne eine Komposition seines Vaters Eberhard, des ehemaligen Regensburger Domorganisten. Zu diesem Barockprogramm passten freilich die 12-Ton-Harmonien nicht unbedingt. Aber Kraus‘ Vater hat ein a-Moll-Konzert von Händel bearbeitet und mit Sohn Wolfgang einen Interpreten dafür. Leise, zarte Register im Cantus firmus bereiten eine funkelnde Fuge vor, dem ruhig fließenden Largo folgt ein tänzerisch-fröhlicher Schlusssatz. (cjr)

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