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Geschichte

Ein Denkmal zum Zeichen der Erinnerung

Der Festakt zum Gedenken an den ersten Vertriebenen-Transport begann mit einem Treffen am Mahnmal vor dem Further Bahnhof.
Von Wolfgang Baumgartner

  • Vor dem Festakt zur Erinnerung an den ersten Vertriebenentransport vor 70 Jahren, trafen sich Politiker und Sudetendeutsche vor dem Gedenkstein am Bahnhof.Fotos: wb
  • SuKK-Vorsitzender Karl Hartl und Bernd Posselt binden einen Kranz an den schwarzen Monolith.

Furth im Wald.Nicht um alte Wunden offen zu halten, sondern im Sinne eines „nie wieder“, ohne das es eine echte Versöhnung nicht geben könne, erinnerten gestern viele Sudetendeutsche und Freunde an den ersten Vertriebenentransport, der vor 70 Jahren von Budweis kommend im Further Grenzbahnhof haltmachte.

Vor dem Festakt im Rathaussaal wiesen der Vorsitzender der Soldaten- und Kriegerkameradschaft in Furth, Karl Hartl, und der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, MdEP a.D. Bernd Posselt, auf die Bedeutung des Vertriebenen-Gedenksteins am Bahnhofsvorplatz hin. „Was wir hier sehen, ist weit mehr als ein lokales Denkmal, es ist mehr als eines von vielen Vertriebenenmahnmalen, es ist eine zentrale Gedenkstätte für die drei Millionen Sudetendeutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben wurden“, betonte Bernd Posselt. Für mehr als 750 000 Menschen sei Furth im Wald die erste Anlaufstation nach der Vertreibung gewesen. „Das heißt, fast ein Drittel der Volksgruppe kam damals auf dem Weg von der Heimat ins Ungewisse hier durch Furth im Wald“, fügte der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft hinzu. Deshalb war er am Sonntag „sehr dankbar“, seine Anregung bei der Besichtigung der Baracken vor zehn Jahren, einen Gedenkstein zu errichten, aufgegriffen und so rasch realisiert worden ist. Posselt freute sich auch über den Ort des Mahnmals. „Es steht mitten im Leben, an dem zentralen Ort vor dem Bahnhof, der zwei Länder und zwei Völker verbindet!“ An dieser prominenten Stelle können sich alle, ob sie Sudetendeutsche sind oder nicht, dessen erinnern, was vor 70 Jahren passiert sei.

Wie Karl Hartl erläuterte, trägt der schwarze Monolith auf der Oberseite das Bronze-Relief des einstigen Grenzdurchgangslagers; auf der zur Straße zugewandten Seite sind auf einer Bronzetafel alle Abgangs- und Zielbahnhöfe der Vertreibungstransporte angegeben. Die Rückseite zeigt die Heimatgebiete der drei Millionen vertriebenen Sudetendeutschen. Neben dem Gedenkstein erinnert eine Hänge-Blutbuche an die 240 000 sudetendeutschen Nachkriegs- und Vertreibungsopfer. In der morgigen Ausgabe erscheint ein ausführlicher Bericht über den Festakt im Rathaus.

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