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Bildung

Erste Kinderpfleger erhalten Zeugnisse

Schulleiterin Dr. Tanja Grotz verabschiedete am Freitag den ersten Jahrgang der Further Kinderpflege-Schule.
Von Evi Paleczek

Schule
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Furth im Wald.Die letzten zwei Jahre sind vergangen wie im Flug. „In wenigen Minuten seid ihr keine Schüler mehr, sondern Kollegen!“ Für Dr. Tanja Grotz, Leiterin der Further Fachakademie für Sozialpädagogik sowie auch der Berufsfachschule für Kinderpflege, sind es am Freitagnachmittag emotionale Momente gewesen, als sie ihren ersten Jahrgang Kinderpfleger verabschiedete.

In den vergangenen drei Monaten hätten die jungen Leute mehr als 300 Prüfungen mit Bravour abgelegt, sagte Grotz bei der Abschlussfeier in den Räumen der Schule. Und es habe sich gezeigt, dass sie nun gute Fachkräfte seien. Darauf sei das gesamte Team der Schule sehr stolz. Grotz bedankte sich für die vergangenen zwei Jahre, in denen man von der Komödie bis zur Tragödie gemeinsam so ziemlich alles erlebt habe. Bei allen Aufs und Abs sei man aber immer zusammengeblieben. Es seien aufregende Monate gewesen, aber zum Schluss sei alles gut ausgegangen.

Erste Jahre sind die wichtigsten

Sie sei „unendlich stolz“ darauf, dass die Prüfungsergebnisse so gut ausgefallen sind, betonte Dr. Tanja Grotz. Was die Schüler in den vergangenen Monaten an Stress hätten bewältigen müssen, das könne man nur erahnen. Und dennoch seien die Ergebnisse so gut.

Mira Mehltreter (Zweite von links) und Nicole Paulus waren mit einem Notendurchschnitt von 1,7 und 1,5 die besten Absolventinnen; mit auf dem Bild: Schulleiterin Dr. Tanja Grotz (links) und Klassenlehrerin Carmen Weber.Foto: Paleczek
Mira Mehltreter (Zweite von links) und Nicole Paulus waren mit einem Notendurchschnitt von 1,7 und 1,5 die besten Absolventinnen; mit auf dem Bild: Schulleiterin Dr. Tanja Grotz (links) und Klassenlehrerin Carmen Weber.Foto: Paleczek

Landrat Franz Löffler freute es, dass immerhin ein Kinderpfleger neben 21 Kinderpflegerinnen seinen Abschluss erhalte. Es fänden an diesem Tag viele Schulabschlussfeiern statt im Landkreis, ihm sei es aber wichtig gewesen, nach Furth im Wald zu kommen. Schließlich werde hier ein erster Jahrgang verabschiedet. Und das bedeute einen Meilenstein für den Landkreis, für Furth im Wald und vor allem für die Erziehung von Menschen.

Löffler gratulierte den jungen Leute dazu, dass sie sich für genau diesen Beruf entschieden und die Prüfungen geschafft haben. Es sei falsch zu glauben, mit kleinen Kindern zu arbeiten, sei ein einfacher Beruf, mit großen ein schwieriger. Wer das glaube, der habe Erziehung noch nicht verstanden. In den ersten Monaten und Jahren eines Lebens würden die Weichenstellungen für das Leben eines Menschen gelegt, da stünden die Kinder an der Weggabelung ihres Lebens. Wenn es da nicht gut laufe mit der Erziehung, dann gehe viel kaputt. Es sei enorm wichtig, kleine Kinder professionell zu begleiten.

Deshalb sei der Beruf des Kinderpflegers so hoch einzuschätzen. Die Kommunen müssten sich immer wieder fragen, wo sie diesbezüglich stehen. Diese Wertigkeit müsse ihren Niederschlag in der Gesellschaft finden. Er freue sich, dass es gut funktioniere mit der Schule, betonte der Landrat. Als die Stadt und der Landkreis die Einrichtung auf den Weg gebracht haben, sei man sich sicher gewesen, dass es eine gute Sache werden würde. Denn wenn die Ausbildung zu weit weg von zuhause stattfindet, schrecke das junge Leute oft ab. Im Bereich Erziehung gebe es aber einen Fachkräftemangel. Und der Zuspruch für die Schulen sei groß

.

Eine Herausforderung

Der Landrat gratulierte den Absolventen zu ihrer „wirklich tollen Leistung“ und wünschte ihnen stets Freude an ihrem Beruf und Anerkennung in der Gesellschaft. Kleine Kinder zu erziehen, sei eine Herausforderung. Die Verabschiedung des ersten Jahrgangs sei ein besonderer Schritt, betonte auch Bürgermeister Sandro Bauer. Wenn sich Stadt und Landkreis nicht sicher gewesen wären, dass die Schulen eine gute Idee sind, hätte man die Einrichtung nicht geschaffen, sagte er. Aber im Vorfeld habe in diesen Aussagen dennoch eher Hoffnung gelegen, meinte er. Genau habe man ja nicht wissen können, wie groß das Interesse sein würde.

Zur Abschlussfeier

  • Absolventen:

    22 junge Leute, 21 Frauen und ein Mann, hatten zwei Jahre lang die Berufsfachschule für Kinderpflege besucht und erhielten nun ihre Zeugnisse.

  • Fachakademie:

    30 ihrer Mitschüler werden noch drei Jahre an der Schule bleiben, um den Abschluss an der Fachakademie für Sozialpädagogik zu erlangen.

  • Notendurchschnitt:

    Die 22 Absolventen haben einen Gesamtnotendurchschnitt von 2,9.

  • Nachfrage:

    Die Nachfrage an den beiden Schulen ist mit bislang insgesamt 381 Bewerbungen fantastisch, informierte Leiterin Dr. Tanja Grotz.

  • Musik:

    Für Musik bei der Feier sorgte Ewa Podwika mit „My Way“.

Bereits vor mehr als sieben Jahren habe es erste Überlegungen in die Richtung solcher Schulen gegeben. Das sei eine lange Vorlaufzeit. Es habe eine Bestandserhebung in Bezug auf den Bedarf gegeben – und vor zwei Jahren sei man dann noch in den Räumen der Sparkasse gestartet.

Motivation und Begeisterung

Trotz aller Anlaufschwierigkeiten habe er bald gehört, dass es gut läuft, erinnerte sich Bauer. Das sei auch der Verdienst der Lehrer sowie der Motivation und Begeisterung der Schüler geschuldet gewesen.

Es freue ihn umgemein, dass die Schulen in Furth ihre Heimat gefunden haben, sagte der Bürgermeister. Die Stadt habe sich auch enorm engagiert für die Einrichtung. Er freue sich zudem, dass man ein altes Gebäude wiederbeleben konnte, ergänzte Bauer. Ein Haus mit einem besonderen Flair, das man so nicht neu bauen könnte. Wenn dieses Außen einen kleinen Beitrag zu einer guten Atmosphäre und guten Leistungen erbringe, freue ihn das, meinte der Bürgermeister. Er wünschte den Absolventen alles Gute für ihren weiteren Weg und viel Motivationskraft in Bezug auf die jungen Menschen der Gesellschaft.

Zwei gemeinsame Jahre seien nun vorbei, sagte Schülersprecher Daniel Meier. Egal, was die jungen Leute geplagt habe, Lehrer oder Prüfungen, man habe alles gemeinsam geschafft. Jeder sei seinen Weg gegangen. Alle hätten durchgehalten und könnten nun viel mitnehmen für ihr Leben. Zudem seien Freundschaften entstanden, die zum Teil sicher lange halten würden. Meier bedankte sich bei Landkreis, Stadt und VHS für eine Ausbildung in einer neu eingerichteten Schule. Er und seine Mitschüler hätten dort eine wunderbare Zeit verbracht, und man werde sich vermissen.

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