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Unterhaltung

Furth feiert den Sound der 50er

Conny und die Sonntagsfahrer unterhielten ihr Publikum im ausverkauften ATT prächtig. Am Ende gab es ein Happy End.
Von Johann Gruber

Alexander, Conny und Peter (von links) sind auf dem Weg zu einem Musikfestival in San Remo an der italienischen Riviera und können Freddy (2 v.re.) mit seinem Kontrabass für die Mitreise gewinnen. Foto: Johann Gruber
Alexander, Conny und Peter (von links) sind auf dem Weg zu einem Musikfestival in San Remo an der italienischen Riviera und können Freddy (2 v.re.) mit seinem Kontrabass für die Mitreise gewinnen. Foto: Johann Gruber

Furth im Wald.Petticoat, Nierentisch, VW-Käfer, die ersten Fernseher in schwarz-weiß und Italien als liebstes Urlaubsziel: Das waren die 50er und 60er Jahre, in denen nach Jahrzehnten des Darbens das Wirtschaftswunder landesweit eine Aufbruchsstimmung spürbar werden ließ. Der Wunsch nach einer „heilen Welt“ ebnete den Weg für den großen Erfolg des deutschen Schlagers, der diese Sehnsüchte weckte und transportierte.

Dass der deutsche Schlager auch heute noch begeistert, zeigte sich am Sonntagnachmittag im Further Tagungszentrum ATT. Conny und die Sonntagsfahrer, die sich ganz dieser Musik verschrieben haben, nahmen ihr Publikum auf amüsante, unterhaltsame und kurzweilige Art und Weise mit auf die wunderbare Reise in die Zeit des Wirtschaftswunders.

Ohne Krimi geht die Mimi nicht ins Bett

Dass die bekannten Lieder dieser unvergesslichen Ära, wie „Zwei kleine Italiener“ von Conny Froboess, Bill Ramseys „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“, „Gehen sie aus im Stadtpark die Laternen“ mit Gitte und Rex Gildo bis hin zu Peter Kraus’ „Sugar Baby“, auch heute noch die Massen begeistern, demonstrierten Sängerin Conny (Andrea Graf aus Salzburg), Freddy (Steffen Zünkeler aus Berlin) am Kontrabass und die beiden Straubinger Peter (Rainer Heindl, Gitarre) und Alexander (Thomas Stoiber, Akkordeon) im restlos ausverkauften Further Tagungszentrum.

Mit dem großen Kontrabass im Gepäck enterte die Berliner Schnauze Freddy, der sich mittels „ZeitreiseApp“ auf seinem Handy plötzlich in den 50er Jahren wiederfindet, die ATT-Bühne. Mit einer „SpendenApp“ sondierte er, in welcher Ecke die spendabelsten Besucher zu finden sind. Sängerin Conny und die Musiker Peter und Alexander kommen dazu. Sie sind gerade nach San Remo unterwegs, wo sie für einen Fernsehauftritt in einer Schlagerrevue im „Palasthotel“ gebucht sind.

In unserer Bildergalerie finden Sie die schönsten Eindrücke des Abends

Conny und die Sonntagsfahrer in Furth

Zeitsprung ins Vor-Euro-Zeitalter

„Wie schaut der denn aus?“, wundern sich Conny & Co. über die Jeans mit großen Löchern und die große Tätowierung auf dem Arm des Cellisten, der sich aber gern der Gruppe anschließt, der die musikalische Verstärkung gerade recht kommt. Weil er gerade finanziell klamm ist, fragt er, ob ihm jemand etwas Geld leihen könnte. Freddy wird klar, dass er sich auf seiner Zeitreise im „Vor-Euro-Zeitalter“ befindet. Er bekommt 13 000 Lire, um sich ein fernsehgerechtes Outfit zuzulegen. Er überraschte Conny, Peter und Alexander mit einem schneeweißen Anzug für die Show.

Von seinem Vorschuss von 13 000 Lire hat sich Freddy ein bühnenreifes Outfit zugelegt. Foto: Johann Gruber
Von seinem Vorschuss von 13 000 Lire hat sich Freddy ein bühnenreifes Outfit zugelegt. Foto: Johann Gruber

Die drei luden ihn ein, in ihren Wagen einzusteigen. Auto war zwar keins zu sehen, aber Conny saß auf einem imaginären Fahrersitz mit einem echten Lenkrad in der Hand. In einer wundervollen Musikrevue voller Nostalgie ging es auf dem Weg zum Fernsehauftritt nach San Remo zurück in die Zeit des deutschen Wirtschaftswunders und seiner Schlager. Mit Liedern wie „Komm ein bisschen mit nach Italien“, „Zwei kleine Italiener“ und viele andere mehr begeisterten Conny und die Sonntagsfahrer dann in der Folge ihr Publikum.

Die Liebe kommt nicht zu kurz

Kurz vor Venedig, der Stadt der Liebe, musste Conny dann unvermittelt eine Vollbremsung hinlegen: Ein Kuh war vors Auto gelaufen. Freddy nahm das Vorkommnis zum Anlass zu dichten: „Wenn der Wind behutsam über die Fladen schwingt, der Bauer auf der Veranda singt, der Vogel in die Luft sich schwingt, dann merkst herunten, dass es stinkt.“

„Und was hast denn da für a Kastl in der Hand“ wird Freddy dann gefragt. „Det is kein Kastl sondern ein Handy!“ – „Handy???“ – „Ist das Englisch?“ – „Nee, türkisch rückwärts. Damit kann man telefonieren“ – „Haha haha, telefonieren ohne Schnur!“ Da wird Freddy klar, dass er auf seiner Zeitreise nicht nur im „Vor-Euro-Zeitalter“ sondern auch im Vor-Handy-Zeitalter“ gelandet ist und erklärt: „Die Schnur könnt ihr nicht sehen, so wie euer Auto.“

Nichtrauchergastronomie

Zwischen „Mandolinen und Mondschein“, „Die Gitarre und das Meer“, „Die süßesten Früchte“, „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ und „Eventuell, eventuell“ macht das Quartett in einer Kirche Station. „Du kannst doch hier nicht rauchen!“, ruft Freddy entsetzt und steigert die Dramatik der Situation mit „Mir wär fast das Bier aus der Hand gefallen. Du rauchst doch auch im Lokal nicht. Und dann erst hier in der Kirche!“.

Als er für seinen Hinweis, dass in Gaststätten und Hotels nicht geraucht wird, Gelächter erntet, weiß er, dass ihn seine App in das vergangene Raucher-Zeitalter gebeamt hat.

Mit „Eine Sage erzählt“, „Der weiße Mond von Maratonga“, „Va bene, va bene, ich bin ja so verliebt“, „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“ ging es weiter und bei „Ich möchte mit dir träumen, vom silberner Meer“ blieben die Mikrofone aus und die Sänger lobten das Publikum für Textsicherheit und Musikalität.

String-Tanga und Malle

„Hast du schon wieder Hunger?“ wurde Freddy gefragt, als er sagte, dass er sich für den Auftritt in San Remo noch Kontaktlinsen kaufen müsse. In der Rivierastadt sollte es dann natürlich auch an den Strand gehen. „Icke muss mich noch nen String-Tanga für’n Strand koofen, weil icke meinen auf Malle vergessen habe“, sagte Freddy. „Mir!“, verbesserte Peter. „Ohch. Du willst auch einen?“ – „String-Tanga, Malle. Was is’n das schon wieder?“ – „Malle! Mallorca! Ne Insel vor Afrika! Nie gehört? Und String-Tanga, det is ne Badehose, de aus zwee Schnürsenkel besteht.“

Dann war es soweit: Die Fanfare für Eurovisionssendungen erklang und auf der Bühne gingen die Vorhänge auf und gaben den Blick auf den Saal frei, aus dem der Auftritt von Conny und die Sonntagsfahrer länderübergreifend ausgestrahlt wurde. Dabei zeigten die Musiker die ganze Bandbreite ihres Könnens. Natürlich durfte auch die Liebe nicht zu kurz kommen und die Bemühungen von Peter um Conny waren von einem Happy End gekrönt.

Das Quartett bedankte sich am Ende für den langanhaltenden Beifall mit Zugaben. Mit „Morgen, morgen, lacht uns wieder das Glück“ klangen zwei Stunden wundervolle Musikrevue voller Nostalgie aus. (fer)

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