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Stadt

Furths Knabenschule ist jetzt entkernt

Sollte es bei der Sanierung des 1885 errichteten Schulhauses keine Überraschungen geben, kann 2018 unterrichtet werden.
Von Wolfgang Baumgartner

Stadtbaumeister Peter Friedl (li.) und Architekt Peter Hickl vor den Granitsäulen zwischen den Fenstern an der Südseite.Fotos: wb
Stadtbaumeister Peter Friedl (li.) und Architekt Peter Hickl vor den Granitsäulen zwischen den Fenstern an der Südseite.Fotos: wb

Furth im Wald.Zurück zum Ursprung lautet seit Wochen die Devise im Gebäude der „Alten Knabenschule“ an der Rosenstraße. Im Mai dieses Jahres begannen die Handwerker, das Haus komplett zu entkernen. „Alle nachträglichen Zwischenmauern und Raumteiler wurden bereites entfernt, die Substanz des 1885 errichteten Bauwerks ist ein einem ordentlichen Zustand“, berichten Stadtbaumeister Peter Friedl und Peter Hickl von der „planwerkstatt Architekten“ in Furth im Wald beim Rundgang auf der Baustelle.

Morsch: Teile der mächtigen Balken mussten erneuert werden. Um den statischen Anforderungen der künftigen Nutzung gerecht zu werden, reduzieren Stahlträger die Deckentragflächen.Fotos: wb
Morsch: Teile der mächtigen Balken mussten erneuert werden. Um den statischen Anforderungen der künftigen Nutzung gerecht zu werden, reduzieren Stahlträger die Deckentragflächen.Fotos: wb

Dort präsentieren sich dem Betrachter die ursprünglichen und sehr großräumig ausgelegten acht Klassenzimmer. „Das Raumangebot passt hervorragend zu den Anforderungen der künftigen Nutzung“, erläutert Peter Hickl im Gespräch mit unserem Medienhaus. Wie bereits mehrmals berichtet, wird die „Alte Knabenschule“ auch künftig wieder als Bildungseinrichtung genutzt; und zwar für die Berufsfachschule für Kinderpflegerinnen und als Fachakademie für Sozialpädagogik. Aufgrund der Bauarbeiten starten diese beiden Schularten heuer vorerst in provisorischen Unterkünften. „Wenn wir keine großen baulichen Überraschungen mehr erleben, kann nach den Pfingstferien im nächsten Jahr hier unterrichtet werden“, versichert der Stadtbaumeister. Dann werden diese beiden Schulen vom Keller bis zum zweiten Obergeschoss über insgesamt 14 Räume verfügen.

Speicher: Nicht betroffen von der Sanierung ist der Speicher. Das Dach bekommt ein neues Blechkleid, die Isolierung erfolgt an der Decke des zweiten Obergeschosses. Fotos: wb
Speicher: Nicht betroffen von der Sanierung ist der Speicher. Das Dach bekommt ein neues Blechkleid, die Isolierung erfolgt an der Decke des zweiten Obergeschosses. Fotos: wb

Inzwischen ist von Parterre bis zum Dachgeschoss das gesamte Mauerwerk freigelegt. Dabei stießen die Handwerker auch auf nicht tragfähiges Mauerwerk, das problemlos ertüchtigt werden kann. Gleiches gilt auch für einige Betondecken im früheren sanitären Bereich, die erneuert werden müssen. Alle übrigen Decken und Böden lagerten auf mächtigen Holzbalken mit einer Stärke von 27 mal 28 Zentimeter. Einige Balkenteile mussten erneuert werden. Aus statischen Gründen werden auch die Deckentragflächen durch zusätzliche massive Stahlträger verkürzt. „Dadurch reduziert sich die Flächenlast auf den langen Spannweiten der Holzbalken“, fügt Architekt Peter Hickl hinzu.

Aufzug: Zum Einbau des Liftes müssen die Deckenbalken abgestützt werden. Später lagert die Deckenkonstruktion dann auf den Wänden des Aufzugschachts.Fotos: wb
Aufzug: Zum Einbau des Liftes müssen die Deckenbalken abgestützt werden. Später lagert die Deckenkonstruktion dann auf den Wänden des Aufzugschachts.Fotos: wb

Eine sehr „erfreuliche“ Überraschung erlebten Architekt, Stadtbaumeister und Handwerker beim Freilegen der Fenstersimse. An der Südseite des Hauses kamen zwischen den Fenstereinbauten wuchtige Granitsäulen zum Vorschein. Aufgrund des geringen Fensterabstandes hatten sich die damaligen Planer für dieses Bauweise entschieden, da mit einer Ziegelmauer nicht die erforderliche Stabilität hätte erreicht werden können. Diese Granitsäulen wurden freigelegt und bilden künftig sicherlich eine sehr schönen Kontrast zum verputzten Mauerwerk.

Erhalten: Die herrlichen Rundbögen im Treppenhaus wurden freigelegt und bleiben erhalten. Ebenso die Granittreppen, die vom Keller bis zum Dachgeschoss führen. Fotos: wb
Erhalten: Die herrlichen Rundbögen im Treppenhaus wurden freigelegt und bleiben erhalten. Ebenso die Granittreppen, die vom Keller bis zum Dachgeschoss führen. Fotos: wb

Ebenfalls erhalten bleiben auch die Granittreppen sowie die Aussparungen in den Treppenhausmauer aus Ziegelgelwölben. Statisch gefordert sind Planer und Handwerker beim Einbau des Aufzugs vom Keller bis zum Dachgeschoss. Dazu müssen die massiven Holzbalken vorerst abgestützt und später auf dem Liftschaft verankert werden. Durch den Aufzug wird das gesamte Schulhaus dann barrierefrei zugänglich. Ausgenommen ist das Dachgeschoss, das in das Raumkonzept nicht integriert ist.

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