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Sicherheit

Gemeinsam auf Verbrecher-Jagd

Seit Mittwoch wollen Bundes- und Landespolizei gemeinsam gegen die Grenzkriminalität vorgehen — auch in Furth im Wald.
Von Wolfgang Baumgartner

  • Am Mittwoch starteten Ingo Habla (li.) von der Bundespolizei und Christian Pongratz von der Fahndungsgruppe der Polizei Furth im Wald zur ersten gemeinsamen „Verbrecher-Jagd“ im Zivilfahrzeug. Fotos: wb
  • Polizeivizepräsident Michael Liegl (links) und Polizeioberrat Stephan Schrottenbaum unterzeichneten am Mittwoch einen Kooperationsvertrag in den Räumen der Schleierfahnder am Grenzübergang Schafberg.
  • Stellten sich den Fragen der Journalisten: Michael Liegl, Stephan Schrottenbaum, EPHK Martin Becker und der Chef der Further Polizei, Polizeioberrat Manfred Brückl (v.l.).

Furth im Wald.Ob Drogenschmuggel, Autodiebstahl oder illegale Einwanderung: Seit Mittwoch wollen Bundes- und Landespolizei gemeinsam gegen die Grenzkriminalität vorgehen. Einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterzeichneten der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Michael Liegl, und der Chef der Bundespolizeiinspektion in Waldmünchen, Polizeioberrat Stephan Schrottenbaum, in den Räumen der Fahndungsgruppe der Further Polizei am Grenzübergang in Schafberg.

Mit dieser neuen Einsatzform erhoffen sich beide Sicherheitsbehörden positive Synergieeffekte bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität.

Höhere Präsenz der Beamten

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei in der Aufklärung von Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz und des Aufenthaltsgesetzes wie etwa der Schleusungskriminalität, aber auch der Kampf gegen Einbrecher, die sich im oder durch den Grenzbereich bewegen. „Primäres Ziel dieser Kooperation ist die Präsenzerhöhung von Fahndungskräften im Grenzraum“, betonte Polizeivizepräsident Michael Liegl.

Polizeioberrat Stephan Schrottenbaum von der Bundespolizei wies in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeiten hin, die Arbeit der Fahnder noch stärker zu bündeln und durch gezielten Wissenstransfer noch effektiver zu gestalten. „Wir erhoffen uns zudem von dieser Kooperation einen ganzheitlichen Blick auf die Kriminalitätsbekämpfung“, fügte der Chef der Bundespolizeiinspektion in Waldmünchen, zu der auch das Revier Furth im Wald gehört, hinzu.

Mehr Sicherheit für die Bürger

Bevor sich die beiden Beamten, Ingo Habla von der Bundespolizei und Christian Pongratz von der Fahndungsgruppe der Polizeiinspektion Furth im Wald, zum ersten Mal gemeinsam auf Streife begaben, erläuterten Michael Liegl, Stephan Schrottenbaum, Martin Becker, Manfred Brückl und der Leiter der Further Schleierfahnder, Konrad Freimuth, die Hintergründe dieser noch engeren Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte von Bund und Land.

So soll diese neue Form der Kräftebündelung für noch mehr Sicherheit der Bürger im bayerisch-tschechischen Grenzraum sorgen und auch der Tatsache, dass dieser Bereich eine Transitzone ist, Rechnung tragen. Die rechtlichen Grundlagen für dieses Bündnis schuf eine Vereinbarung des Bundesinnenministeriums und des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren über die Zusammenarbeit der Bundespolizei und der Bayerischen Polizei im Jahr 2013.

Erhöhter Fahndungsdruck

Dabei wurde bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages am Mittwoch von beiden Seiten der Sicherheitsbehörden immer wieder die bereits praktizierte gute Zusammenarbeit und die damit verbundenen Fahndungserfolge in der Vergangenheit betont. Mit einem Mix von Beamten der Bundes- und Landespolizei könnten nun künftig die Einsätze noch effektiver gestaltet werden, da jetzt ein breiteres Spektrum an Aufgaben und Zuständigkeiten durch die Beamten verschiedener Sicherheitsbehörden unmittelbar am Einsatzort abgedeckt werde.

Die Aufgabenschwerpunkte der Bundespolizei als Nachfolgeeinrichtung des Bundesgrenzschutzes konzentrieren sich auf den Grenzschutz, die Überwachung und Sicherung der Bahnanlagen als Bahnpolizei, die Luftsicherheit sowie die Kriminalitätsbekämpfung und internationale Einsätze. Vor diesem Hintergrund ist die Sicherung der Grenze vor illegalen Einreisenden aus Tschechien ein zentraler Auftrag der Bundespolizisten.

„Verbrecher fangen“

Michael Liegl und Stephan Schrottenbaum zeigten sich am Mittwoch zuversichtlich, dass durch die gemeinsamen Streifen und Einsätze zu einem Mehr an Sicherheit führten und auch das Sicherheitsgefühl der Menschen in der Region wachsen werde. „Ob Bundes- oder Landespolizei, wir haben alle das gleiche Ziel, Verbrecher zu fangen“, konstatierte Polizeioberrat Schrottenbaum.

Aufgrund der „sehr guten Erfahrungen aus der Vergangenheit“ ist er ebenso wie Michael Liegl sicher, dass die Zusammenarbeit der Beamten hervorragend funktionieren werde. „Der Kooperationsvertrag ist quasi das i-Tüpfelchen für die gemeinsame Arbeit gegen die Kriminalität in der Region“, fügte Stephan Schrottenbaum hinzu. Wie sehr sich diese Kooperation bewährt, zeige sich laut Polizeivizepräsident Liegl bei der gemeinsamen Arbeit im Regensburger Bahnhof. Was die Kooperation im Grenzraum Furth betrifft, haben sich die Beamten von Bund und Land schon bestens auf ihre neuen Einsätze vorbereitet. Die rechtlichen Kompetenzen galt es dabei ebenso zu klären, wie gemeinsame Einsätze zu trainieren. Beim Schießtraining galt es zudem, die Waffen des Kollegen kennen zu lernen und damit umgehen zu können.

„Fahndungsarbeit ist Teamarbeit, da muss alles passen“, betonte Konrad Freimuth, Leiter der Fahndungsgruppe der PI Furth im Wald. Auch die Unterschiede der Einsatzfahrzeuge von Bund und Land galt es zu eruieren und kennen zu lernen. Von Bundes- und Landespolizei stehen jeweils 15 Beamte für gemeinsame Streifen bereit. Kontrolliert werden Straße und Schiene, die Führungsverantwortung wechselt im monatlichen Rhythmus. Wöchentlich kommt eine gemeinsame Streife zum Einsatz.

Polizei kooperiert im Grenzgebiet

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