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Hin zu grünen Arbeitswelten

Anton Robls HofLind-Fest ist zu einem internationalen Festival geworden. Ein Thema waren naturnah gestaltete Firmengelände.

Biodiversität und naturnah gestaltete Firmengelände sind Herzensanliegen von Anton Robl. Foto: Maximilian Riedl
Biodiversität und naturnah gestaltete Firmengelände sind Herzensanliegen von Anton Robl. Foto: Maximilian Riedl

Furth im Wald.Sonntagmorgen gegen 10 Uhr. Die meisten der vor Anton Robls Anwesen in Daberg parkenden Autos haben auswärtige Kennzeichen. „Das sind Besucher, die im Haus, in den Tipis oder in ihren Bussen übernachtet haben, dreißig, vierzig Leute“, meint Anton Robl und schwärmt noch immer vom Samstag, an dem mehr als hundert Besucher da waren. Rund vierzig Zuhörer fand die Vorstellung des europaweiten EU LIFE-Projekts „Naturnah gestaltete Firmengelände“. Darunter war auch der Kreisrat der ÖDP, Sepp Riederer aus Neukirchen beim Heiligen Blut, auf den Anton Robl große Stücke hält.

„Und erstmals waren zwei Tische voll mit Daberger Bürgern!“, freut sich Robl. „Der Zuspruch zu dem Spinner wächst!? Kann man das so sagen?“ – „Wenn die Leute das sagen und Sinn dahinter erkennen, dann ist es ja in Ordnung“, sagt Robl.

Aus kleinsten Anfängen hat sich das ursprünglich als Geburtstagsfest für seine Kinder begonnene HofLind-Fest zum „Remind Landscape“-Event entwickelt, das inzwischen auch viele Freunde aus Tschechien und der Slowakei anzieht. Dies spiegelt auch den Einzugsbereich des 1985 gegründeten Garten- und Landschaftsbaubetriebs wider, der sich über ganz Ostbayern und darüber hinaus erstreckt. Sicher mit zur Bekanntheit beigetragen haben die Goldmedaillen, die Robl ZeitLandschaften 2005 bei der Bundesgartenschau in München gewann.

Gute Umgebung für Mitarbeiter

Ein Herzensanliegen ist ihm das Samstagthema „Biodiversität und naturnah gestaltete Firmengelände“, zu dem Projektleiter Sven Schulz von der Bodenseestiftung referierte. Reinhard Schiegl, Geschäftsführer der IRS Systementwicklung GmbH in Brennberg bei Regensburg, für den Robls Firma ZeitLandschaften bei Planung, Bauleitung und Ausführung tätig war, meint: „Eine gute Umgebung ist für unsere Mitarbeiter wichtig!“

Es geht ihm insbesondere um die Bindung von Mitarbeitern und nachhaltige Firmenkultur. Sein Unternehmen wurde als deutsches Vorbildunternehmen in die Broschüre „Naturnahe Firmengelände“ aufgenommen, welche 2016 vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Bau herausgegeben wurde. Jetzt, mit EU LIFE, findet sein Beispiel für ein Europa der Lebensvielfalt internationale Beachtung. In die anschließende Diskussion brachte Schiegl seine Erfahrungen und Perspektiven mit ein.

Robl bemerkt ein wachsendes Bewusstsein für inspirierende Orte, für die Entwicklung und den Erhalt von Lebensvielfalt. Sein Unternehmen mit derzeit sieben Mitarbeitern profitiert davon.

Lange genug hat es gedauert für ihn, der als Landschaftsgärtner begann. Nach der Betriebsgründung folgte noch ein Studium der Landschaftsarchitektur. 1992 gründete er ein Planungsbüro und ist Initiator und Mitbegründer des Instituts Lebensbezogene Architektur (ILbA e. V.), das als Partner an dem internationalen EU LIFE-Projekt beteiligt ist.

Seit über zwei Jahrzehnten lädt Robl zum HofLind-Fest nach Daberg. Warum? „Es geht um die Entwicklung einer stimmigen Lebensvielfalt, darum, Orte in unser Bewusstsein zu bringen, die wir für die Erfüllung unserer elementaren Bedürfnisse, ja, für ein gutes Leben brauchen.“ Offenbar spricht er damit vielen aus der Seele.

Entschleunigung erfahren

Was die Leute am vergangenen Wochenende im Garten von HofLind fanden, war eine bunte Mischung aus Spiritualität, Fachinformationen, Gemeinschaftserlebnissen, wie einer Wanderung mit den anmutigen Alpakas oder gemeinsames Musizieren. In Workshops wurden Atemtechniken geübt und Profis gaben gesundheitspraktische Tipps.

Die Atmosphäre im Garten von HofLind, wo Kinder an Orten der Kraft und an Zelten herumstreiften und man sich an Schamanentrommel, Pfeil und Bogen erproben konnte, bewirkte auch bei den Älteren ein naturorientiertes Erleben. Das HofLind-Fest ist auch eine Einführung in die Entschleunigung. Es pressiert hier nichts. Auch deshalb hat ein solches, aus dem normalen Rahmen fallendes Fest, seinen besonderen Wert. (fmr)

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